Familienkreuzfahrt Norwegen
Inhaltsverzeichnis
- 1 Warum eine Kreuzfahrt mit Kindern nach Norwegen
- 2 Die besten Reedereien für Familien
- 3 Beliebte Routen durch die Fjorde
- 4 An Bord mit Kindern
- 5 Landausfluege die Kinder begeistern
- 6 Kosten und Buchung
- 7 Die beste Reisezeit
- 8 Seekrankheit und Gesundheit
- 9 Packliste für die Familienkreuzfahrt
- 10 Haeufige Fragen
Unsere Tochter stand an der Reling, die Kapuze ihrer Regenjacke tief ins Gesicht gezogen, und sah zu, wie das Schiff langsam in den Geirangerfjord glitt. Felswände ragten links und rechts hunderte Meter auf, Wasserfälle stürzten von oben herab, und irgendwo blökten Ziegen auf einem Felsvorsprung. "Das sieht aus wie in einem Film", sagte sie. Stimmt. Nur dass kein Film diese Dimension transportieren kann. Man muss dort sein.
Eine Kreuzfahrt durch die norwegischen Fjorde mit Kindern klingt nach Luxusurlaub für Rentner. Das war vielleicht vor zwanzig Jahren so. Heute haben die großen Reedereien ihre Schiffe auf Familien ausgerichtet. Kinderclubs, Wasserrutschen, Kletterwände, Spielkonsolen und Kinderbuffets gehören zur Standardausstattung. Die Fjorde gibt es obendrauf, und die sind das eigentliche Argument.
Wir haben zwei Familienkreuzfahrten nach Norwegen gemacht, eine mit AIDA und eine mit Hurtigruten. Beide waren gut, aber auf völlig unterschiedliche Art. Dieser Artikel fasst zusammen, was ich dabei gelernt habe, was funktioniert, was nicht, und was man vor der Buchung wissen sollte.
Tipp: Berechne dein persönliches Reisebudget mit unserem Norwegen-Reisekostenrechner.
Warum eine Kreuzfahrt mit Kindern nach Norwegen
Der grösste Vorteil einer Kreuzfahrt mit Kindern: Man packt einmal aus und hat trotzdem jeden Tag einen neuen Ort. Kein Kofferpacken, kein Hotelwechsel, keine langen Autofahrten. Das Schiff ist die mobile Unterkunft, und morgens liegt man in einem neuen Hafen. Für Familien mit kleinen Kindern, die beim Reisen schnell unruhig werden, ist das Gold wert.
Der zweite Vorteil: Die Fjorde sind vom Wasser aus am schönsten. Man kann den Geirangerfjord auch von oben anschauen, von der Aussichtsplattform Dalsnibba oder vom Adlerweg. Aber die Erfahrung, in einem Fjord zu sein, die Felswände über sich zu haben, das Wasser unter sich, die Stille bis auf das leise Brummen des Schiffsmotors, die bekommt man nur vom Wasser aus.
Drittens: Das Programm an Bord fängt die Kinder auf, wenn die Eltern mal einen Moment Ruhe brauchen. Auf einem Roadtrip durch Norwegen gibt es kein Kinderclub-Team, das die Sechsjährige drei Stunden bespasst, während man in Ruhe einen Kaffee trinkt und den Fjord betrachtet. Auf dem Schiff schon.
Die besten Reedereien für Familien
Nicht jede Reederei eignet sich gleich gut für Familien. Hier meine Einschätzung der wichtigsten Anbieter für Norwegen-Kreuzfahrten.
AIDA Cruises: Der deutsche Marktführer und meiner Meinung nach die beste Wahl für Familien mit Kindern zwischen 3 und 12 Jahren. Die Kinderbetreuung ("Kids Club") ist im Preis enthalten, professionell organisiert und auf Deutsch. Die Kinderbuffets haben das, was Kinder essen (Nudeln, Chicken Nuggets, Eis), und die Pools sind familienfreundlich gestaltet. Die Schiffe der Sphinx-Klasse haben Wasserrutschen. Norwegenrouten starten meist ab Hamburg oder Kiel.
TUI Cruises (Mein Schiff): Ähnlich familienfreundlich wie AIDA, tendiert aber etwas mehr Richtung Premium. Das Kinderangebot ist gut, die Kabinen grösser und die Atmosphäre ruhiger. Für Familien, die es etwas gediegener mögen, die bessere Wahl. Die Norwegenrouten dauern 7 bis 14 Tage und starten ab Kiel oder Bremerhaven.
Hurtigruten: Keine klassische Kreuzfahrt, sondern eine Postschiffroute entlang der norwegischen Küste. Hurtigruten hat kein Kinderanimationsprogramm, keine Wasserrutschen und keinen Kids Club. Dafür legt das Schiff in 34 Häfen an, fährt durch enge Fjorde und Sunde, und man erlebt die norwegische Küste so nah wie sonst nur mit dem eigenen Boot. Für Familien mit Kindern ab 10, die Abenteuer dem Entertainment vorziehen, ist Hurtigruten die bessere Wahl. Jüngere Kinder werden sich an Bord langweilen.
Costa Cruises und MSC sind günstigere Alternativen mit gutem Familienangebot. Die Schiffe sind grösser, das Publikum internationaler (überwiegend italienisch und spanisch), und das Entertainmentprogramm orientiert sich weniger an deutschen Geschmäckern. Für Familien, die preisbewusst reisen und ein multikulturelles Umfeld mögen, eine Option.
Havila Voyages ist die neue Alternative zu Hurtigruten auf der Küstenroute Bergen-Kirkenes. Modernere Schiffe, nachhaltiger Antrieb (Hybrid aus LNG und Batterie), ähnliches Erlebnis wie Hurtigruten, aber mit etwas mehr Komfort. Kein spezielles Kinderprogramm, aber die Schiffe haben Familienkabinen und gutes WLAN.
Beliebte Routen durch die Fjorde
Die klassische Fjord-Route dauert 7 bis 8 Tage und startet in Hamburg, Kiel oder Bremerhaven. Typische Stopps sind Bergen, der Geirangerfjord (Tender-Anlauf), Ålesund, Stavanger und manchmal Flåm. Diese Route deckt die bekanntesten Fjorde ab und ist die beste Wahl für eine erste Norwegen-Kreuzfahrt.
Die Nordkap-Route ist länger (10 bis 14 Tage) und führt über die Lofoten und Tromsø bis zum Nordkap. Für Familien mit älteren Kindern ist diese Route lohnender, weil sie abwechslungsreicher ist und mehr Landausflüge bietet. Im Sommer hat man auf dieser Route Mitternachtssonne, was für Kinder ein besonderes Erlebnis ist. Nachteil: Mehr Seetage, was jüngere Kinder unruhig machen kann.
Die Hurtigruten-Route Bergen-Kirkenes dauert 6 Tage (nordwärts) oder 5 Tage (südwärts). Man kann auch die Rundreise buchen (12 Tage). Das Schiff legt in 34 Häfen an, manchmal nur für 15 Minuten (Frachtumschlag), manchmal für mehrere Stunden (Landausflug möglich). Das Tempo ist langsamer als auf großen Kreuzfahrtschiffen, und man kommt in Orte, die kein anderes Schiff anläuft.
Mini-Kreuzfahrten (3 bis 5 Tage) bieten AIDA und TUI Cruises als Schnupper-Angebote an. Sie fahren meist ab Kiel oder Hamburg, machen einen oder zwei Stopps in Norwegen (oft Bergen und Stavanger) und sind ein guter Einstieg für Familien, die unsicher sind, ob eine Kreuzfahrt das Richtige für sie ist. Preislich starten sie bei 500 bis 800 Euro pro Person.
An Bord mit Kindern
Das Kinderprogramm der großen Reedereien ist besser als sein Ruf. Auf den AIDA-Schiffen gibt es für Kinder von 3 bis 6 Jahren den "Seepferdchen Club", für 7 bis 11-Jährige den "Delfin Club" und für 12 bis 17-Jährige den "Shark Club". Die Betreuung ist kostenlos (im Reisepreis enthalten), die Betreuer sind ausgebildet, und das Programm umfasst Basteln, Spiele, Schatzsuchen auf dem Schiff und Filmabende.
Familienkabinen haben bei AIDA und TUI Cruises Platz für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Entweder gibt es ein Etagenbett oder ein Sofa, das zum Bett wird. Die Kabinen sind kompakt, keine Frage. Mit zwei Teenagern wird es eng. Wer das Budget hat, bucht zwei nebeneinanderliegende Kabinen mit Verbindungstür. Das kostet mehr, aber der Familienfrieden ist es wert.
Das Essen an Bord ist für Kinder meistens kein Problem. Die Buffetrestaurants haben immer Nudeln, Pizza, Chicken, Pommes und Eis. Für Kinder mit Allergien oder speziellen Ernährungsanforderungen empfehle ich, das vorher der Reederei mitzuteilen. Die meisten reagieren professionell und können auf Unvertraeglichkeiten eingehen.
Der Pool auf den großen Schiffen ist der soziale Mittelpunkt für Familien. An Seetagen ist er voll, an Hafentagen leer. Wasserspielplätze und Kinderplanschbecken gibt es auf allen neueren Schiffen. Die Wasserrutschen auf den AIDA-Schiffen der Nova-Klasse sind überraschend gut, nicht Erlebnisbad-Niveau, aber genug, um Kinder eine Stunde zu beschäftigen.
Abends gibt es Shows im Theater, die familientauglich sind (Akrobatik, Musik, manchmal Zauberer). Für Teenager gibt es Disco und Spielkonsolen im Teen-Bereich. Die Bibliothek hat Brettspiele zum Ausleihen. An den Fjordtagen lohnt es sich, abends an Deck zu bleiben: Im Sommer geht die Sonne in Nordnorwegen nicht unter, und das Licht auf den Fjorden um Mitternacht ist etwas, das man sonst nirgendwo sieht.
Landausfluege die Kinder begeistern
Die Landausflüge sind der Punkt, an dem die Kreuzfahrt zum Norwegen-Erlebnis wird. Die Reedereien bieten organisierte Ausflüge an, die im Voraus buchbar sind. Diese sind sicher, aber teuer und oft im Gruppen-Tempo. Alternativ kann man in den meisten Häfen selbst losziehen, was günstiger und flexibler ist.
Bergen: Die Fløibahn (Standseilbahn auf den Fløyen) ist in 10 Minuten vom Hafen erreichbar. Oben gibt es einen Spielplatz, einen Kletterwald und Wanderwege. Die Fahrt kostet 55 NOK pro Erwachsenen (hin und zurück), Kinder 28 NOK. In Bryggen, dem alten Hafenviertel, kann man durch die schiefen Holzhäuser schlendern und im Fischmarkt frische Garnelen probieren (200 NOK für eine Portion). Das Aquarium (230 NOK, Kinder 160 NOK) ist bei Regen eine gute Option.
Geirangerfjord: Das Schiff ankert im Fjord, und man wird mit Tenderbooten an Land gebracht. Der Ort Geiranger ist winzig. Die meisten Familien nehmen den Bus zur Aussichtsplattform Ørnesvingen (Adlerkehre), von wo man den Fjord und die Wasserfälle von oben sieht. Der organisierte Ausflug kostet etwa 80 bis 120 Euro, auf eigene Faust per Bus etwa 200 NOK pro Person. Wer sich ein Kajak leiht (500 NOK pro Stunde), kommt den Wasserfällen so nah, dass der Sprühnebel einen erreicht.
Stavanger: Der Hafen liegt mitten in der Stadt. Die Altstadt Gamle Stavanger mit ihren 173 weissen Holzhäusern ist fotogen und in 15 Minuten durchspaziert. Für Kinder lohnt sich das Norwegische Erdölmuseum (150 NOK, Kinder frei), das interaktiver ist als der Name vermuten lässt: Bohrsimulatoren, ein nachgebauter Meeresboden und Filme über Offshore-Plattformen. Wer ambitioniert ist, kann von Stavanger aus die Preikestolen-Wanderung machen, braucht dafür aber einen ganzen Tag (der Schiffsaufenthalt muss lang genug sein).
Flåm: Der kleine Ort am Aurlandsfjord ist Endstation der Flåmsbahn, einer der steilsten Eisenbahnstrecken der Welt. Die Fahrt nach Myrdal und zurück dauert 2 Stunden und kostet 540 NOK für Erwachsene, 270 NOK für Kinder. Die Strecke führt durch Tunnel, über Brücken und an Wasserfällen vorbei. Für Kinder, die Züge mögen, ein Volltreffer. Am Wasserfall Kjosfossen hält der Zug, damit man fotografieren kann.
Ålesund: Die Stadt im Jugendstil ist schön, aber für Kinder weniger aufregend. Der Hausberg Aksla (418 Stufen) bietet einen tollen Blick über die Stadt und die Inseln. Das Atlanterhavsparken (Atlantikpark-Aquarium, 325 NOK, Kinder 225 NOK) außerhalb der Stadt hat ein großes Freiluftbecken mit Kabeljau, Heilbutt und Seewolf, und Kinder dürfen im Streichelbecken Seesterne und Krabben anfassen.
Kosten und Buchung
Die Preise für Familienkreuzfahrten nach Norwegen variieren stark je nach Reederei und Saison. Hier eine realistische Übersicht für eine 7-tägige Fjordkreuzfahrt.
AIDA (Innenkabine): Ab 700 Euro pro Person, Kinder bis 15 Jahre fahren in vielen Aktionszeiträumen kostenlos oder stark reduziert. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern kann in der Nebensaison (Mai, September) ab 1.800 Euro reisen. In der Hauptsaison (Juli, August) eher 3.000 bis 4.000 Euro. Balkonkabine kostet 300 bis 600 Euro mehr pro Person.
TUI Cruises (Mein Schiff): Etwas teurer als AIDA, ab 900 Euro pro Person in der Innenkabine. Dafür ist bei Mein Schiff mehr inkludiert (Getränke, Restaurantbesuche). Familienkabinen mit Platz für vier Personen starten bei 2.500 Euro in der Nebensaison.
Hurtigruten: Die Postschiffroute Bergen-Kirkenes (6 Tage nordwärts) kostet ab 1.200 Euro pro Person in der Innenkabine. Kinder bekommen oft 25 bis 50 Prozent Ermässigung. Essen ist nicht im Grundpreis enthalten (Vollpension ca. 100 Euro pro Tag und Person). Für eine Familie mit zwei Kindern sind 5.000 bis 8.000 Euro für 6 Tage realistisch.
Zusätzliche Kosten an Bord: Getränke (sofern nicht im Preis enthalten), Landausflüge (50 bis 200 Euro pro Person und Ausflug), Spa, Souvenirs. Rechnen Sie mit 500 bis 1.000 Euro Zusatzkosten pro Familie und Woche. Wer sparen will: Getränkepaket vorher buchen (meistens günstiger als Einzelkauf), Landausflüge selbst organisieren und im Buffetrestaurant statt im Spezialitätenrestaurant essen.
Buchungstipp: Frühbucher-Rabatte (6 bis 12 Monate im Voraus) sparen 20 bis 30 Prozent. Last-Minute-Angebote gibt es auch, aber die familienfreundlichen Kabinen sind dann oft ausgebucht. Für die Sommerferien unbedingt früh buchen.
Die beste Reisezeit
Die Kreuzfahrtsaison für Norwegen läuft von Mai bis September. Jeder Monat hat Vor- und Nachteile.
Mai: Lange Tage, wenig Touristen, frisches Grün, Obstbäume blühen in Hardanger. Nachteil: Das Wetter ist noch unbeständig, Temperaturen zwischen 8 und 15 Grad. Wassertemperatur zu kalt zum Schwimmen. Gut für Familien, die Natur statt Badeurlaub wollen.
Juni und Juli: Mitternachtssonne nördlich des Polarkreises, die wärmsten Monate (15 bis 25 Grad, manchmal mehr). Die Fjorde sind am grünsten. Nachteil: Hauptsaison, volle Häfen, höchste Preise. In Geiranger liegen manchmal vier große Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig, das nimmt der Stille des Fjords einiges.
August: Immer noch warm, aber die Tage werden kürzer. Ab Mitte August kann man in Nordnorwegen manchmal schon Nordlichter sehen (selten, aber möglich). Die Touristen werden weniger, die Preise sinken leicht. Meiner Meinung nach der beste Kompromiss aus Wetter, Preisen und Besucherzahlen.
September: Herbstfärbung beginnt, die Fjorde sind ruhiger, Preise am niedrigsten. Nachteil: Kürzere Tage, mehr Regen, kühler (8 bis 15 Grad). Für Familien mit kleinen Kindern weniger geeignet, weil die Poolnutzung an Bord bei kühlem Wetter weniger Spass macht.
Seekrankheit und Gesundheit
Die gute Nachricht zuerst: In den Fjorden ist es ruhig. Die Felswände schützen vor Wind und Wellen, und das Schiff liegt stabil. Die schlechte Nachricht: Zwischen den Fjorden fährt man auf der offenen Nordsee oder dem Nordatlantik, und dort kann es schaukeln. Besonders die Überfahrt zwischen Deutschland und Bergen (ca. 20 Stunden) kann bei schlechtem Wetter rau sein.
Kinder sind unterschiedlich anfällig für Seekrankheit. Manche haben nie Probleme, andere werden schon bei leichtem Seegang blass. Reisekaugummis (Superpep oder Travel Gum) wirken bei den meisten Kindern gut und sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Akupressur-Armbänder (Sea-Band) helfen manchen Kindern, anderen nicht. Die Bordapotheke hat stärkere Mittel, aber für Kinder unter 12 sollte man vorher den Kinderarzt fragen.
Wenn das Schiff schaukelt: Kabine in der Mitte des Schiffs buchen (weniger Bewegung), frische Luft auf dem Aussendeck hilft, Bildschirme und Bücher meiden (verstärkt die Übelkeit), leicht essen. Die meisten Kinder gewöhnen sich nach 24 Stunden an die Bewegung, selbst wenn sie anfangs Probleme hatten.
Packliste für die Familienkreuzfahrt
Die Packliste für eine Norwegen-Kreuzfahrt unterscheidet sich von der für eine Mittelmeer-Kreuzfahrt. Das Wetter ist kühler und wechselhafter, und an Land braucht man andere Kleidung als an Bord.
Für die Landausflüge: Wanderschuhe (keine Flip-Flops, auch nicht in Bergen), Regenjacke für jeden, warme Schichten zum Übereinandertragen, Rucksack mit Wasser und Snacks. Im Juni und Juli reichen leichte Wanderschuhe, im Mai und September empfehle ich wasserdichte Wanderstiefel. Sonnencreme und Sonnenbrille nicht vergessen, die norwegische Sonne ist stärker als man denkt, besonders auf dem Wasser.
Für das Schiff: Normale Freizeitkleidung, Badekleidung für den Pool, eine schickere Garnitur für den Captain's Dinner Abend (bei AIDA eher leger, bei TUI Cruises und Hurtigruten etwas formeller). Für Kinder reicht ein sauberes T-Shirt und eine ordentliche Hose. Flip-Flops für den Poolbereich. Sonnenhut für Decktage.
Medizin: Reisekaugummis, Sonnencreme (LSF 50 für Kinder), Pflaster, Fieberthermometer, Insektenschutz (im Norden gibt es Mücken). Die Bordapotheke hat das Nötigste, aber zu überhöhten Preise. Besser vorher eindecken.
Fernglas einpacken. Ernst gemeint. Auf den Fjordpassagen sieht man mit Fernglas Seeadler, Robben, Wasserfälle und Details in den Felswänden, die mit blossem Auge unsichtbar bleiben. Für Kinder ab 8 Jahren gibt es leichte Ferngläser ab 30 Euro, die den Unterschied machen.
Haeufige Fragen
Ab welchem Alter lohnt sich eine Kreuzfahrt mit Kindern?
Auf den großen Schiffen (AIDA, TUI) ab 3 Jahren, weil dann der Kinderclub zugänglich ist. Kinder unter 3 können mitfahren, brauchen aber mehr Betreuung durch die Eltern. Auf Hurtigruten und Havila empfehle ich Kinder ab 10 Jahren, weil es kein Kinderprogramm gibt und die Faszination für die Landschaft bei jüngeren Kindern noch nicht so stark ausgeprägt ist.
Braucht man für die Landausfluege eine norwegische SIM-Karte?
Nein. Norwegen ist zwar nicht in der EU, aber die meisten deutschen Mobilfunkverträge schliessen Norwegen in die EU-Roaming-Regelung ein. Prüfen Sie das vor der Reise bei Ihrem Anbieter. WLAN an Bord ist bei AIDA und TUI Cruises gegen Aufpreis verfügbar (ab 10 Euro pro Tag), bei Hurtigruten und Havila meistens inklusive.
Kann man den Kinderwagen mit an Bord nehmen?
Ja. Auf den großen Schiffen gibt es genug Platz, und die meisten Bereiche sind barrierefrei. In den Häfen ist ein Buggy praktischer als ein großer Kinderwagen, weil manche Stege und Altstadtgassen eng sind. Auf Hurtigruten-Schiffen ist der Platz begrenzter, aber Kinderwagen sind erlaubt.
Ist die Kreuzfahrt all-inclusive?
Bei AIDA ist Essen (Buffet) inklusive, Getränke teilweise (Wasser, Kaffee, Tee), Alkohol und Softdrinks kosten extra. Bei TUI Cruises sind viele Getränke inklusive. Bei Hurtigruten ist Essen nicht im Grundpreis enthalten, sondern als Vollpensions-Paket buchbar. Landausflüge, Spa, Spezialitätenrestaurants und Internet kosten bei allen Reedereien extra.
Was passiert wenn ein Kind an Bord krank wird?
Alle großen Kreuzfahrtschiffe haben ein Bordhospital mit Arzt und medizinischem Personal. Die Behandlung ist allerdings nicht billig (Arztbesuch ab 100 Euro), und eine Reisekrankenversicherung ist dringend zu empfehlen. Norwegen hat exzellente Krankenhäuser in den grösseren Hafenstädten, falls ein Landgang notwendig wird.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026