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Silfra Schnorcheln
Zwischen zwei Kontinenten tauchen in Island

Silfra Schnorcheln

15 Min. Lesezeit

Es gibt wenige Orte auf der Erde, an denen man mit eigenen Augen sehen kann, wie zwei tektonische Platten auseinanderdriften. Die Silfra-Spalte im Þingvellir Nationalpark gehört dazu. Und mehr noch: Man kann dort hineinspringen, ins kristallklare Gletscherwasser eintauchen und buchstäblich zwischen Europa und Nordamerika schwimmen.

Wer zum ersten Mal Bilder von Silfra sieht, hält sie oft für bearbeitet. Das Wasser ist so klar, dass die Sichtweite an manchen Stellen über hundert Meter beträgt. Türkisblau leuchtet es zwischen den Felswänden, während Algenfelder am Grund in sattem Grün schimmern. Kein Aquarium, kein Swimmingpool kommt an diese Transparenz heran. Das liegt daran, dass das Wasser aus dem Langjökull-Gletscher stammt und auf seinem Weg durch poröses Lavagestein über Jahrzehnte hinweg gefiltert wird, bevor es in der Spalte austritt.

Dieser Artikel gibt dir alles an die Hand, was du für einen Besuch in der Silfra-Spalte brauchst: von der Geologie über den genauen Ablauf einer Tour bis hin zu Kosten, Ausrüstung und den besten Zeitfenstern. Egal ob du dich für Schnorcheln oder Tauchen entscheidest, Silfra wird eines der intensivsten Naturerlebnisse deiner Islandreise.

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die Silfra-Spalte

Silfra liegt im Þingvellir Nationalpark, einem der geschichtsträchtigsten Orte Islands und seit 2004 UNESCO-Weltkulturerbe. Genau hier trafen sich ab dem Jahr 930 die Isländer zum Althing, dem ältesten Parlament der Welt. Die Spalte selbst befindet sich im Þingvallavatn, dem größten natürlichen See Islands, und ist über einen kurzen Fußweg vom Parkplatz aus erreichbar.

Was Silfra von anderen Tauchplätzen unterscheidet, ist die Kombination aus geologischer Bedeutung und optischer Klarheit. Während normale Gewässer Sichtweiten von fünf bis dreißig Metern bieten, erreicht die Sichtweite in Silfra an guten Tagen weit über hundert Meter. Das Wasser ist so rein, dass es trinkbar ist. Manche Schnorchler erzählen, sie hätten das Gefühl gehabt, zu schweben statt zu schwimmen, weil der Boden so weit entfernt und dennoch gestochen scharf zu erkennen war.

Ein weiterer Grund, warum Silfra unter Tauchern und Schnorchlern weltweit als einer der zehn besten Spots gilt: Man taucht im wahrsten Sinne des Wortes zwischen zwei Kontinenten. An der engsten Stelle der Spalte lassen sich mit ausgestreckten Armen gleichzeitig die eurasische und die nordamerikanische Platte berühren. Ein geologisches Erlebnis, das man sonst nirgendwo auf der Welt in dieser Form haben kann.

Die Silfra-Spalte mit kristallklarem türkisblauem Wasser zwischen Felswänden im Þingvellir Nationalpark
In der Silfra-Spalte ist das Gletscherwasser so klar, dass Sichtweiten von über hundert Metern möglich sind (KI-generiert)

Die Geologie hinter dem Phänomen

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, der Nahtstelle zwischen der eurasischen und der nordamerikanischen tektonischen Platte. Diese beiden Platten bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Zentimetern pro Jahr auseinander. Im Þingvellir Nationalpark ist diese Bewegung an der Oberfläche sichtbar: Spalten, Risse und Grabenbrüche durchziehen das Lavafeld und zeugen von der gewaltigen Kraft, die unter der Erdoberfläche wirkt.

Die Silfra-Spalte entstand bei einem Erdbeben im Jahr 1789, als sich der Boden entlang der Plattengrenze öffnete. Seitdem wird sie kontinuierlich breiter. Das Wasser, das die Spalte füllt, hat einen bemerkenswerten Weg hinter sich: Es beginnt als Schmelzwasser des Langjökull-Gletschers, rund fünfzig Kilometer nordöstlich. Von dort sickert es durch das poröse Basaltgestein, ein Prozess, der zwischen dreißig und hundert Jahre dauert. Auf diesem langen Weg werden sämtliche Partikel, Sedimente und Verunreinigungen herausgefiltert. Was in der Silfra-Spalte ankommt, ist Wasser in einer Reinheit, die kaum zu übertreffen ist.

Die Wassertemperatur liegt das ganze Jahr über konstant bei zwei bis vier Grad Celsius. Das klingt extrem kalt, und das ist es auch. Ohne Trockenanzug wäre ein Aufenthalt im Wasser schlicht nicht möglich. Doch genau diese gleichbleibend niedrige Temperatur trägt zur außergewöhnlichen Klarheit bei: Kaltes Wasser enthält weniger gelöste organische Stoffe und bietet kaum Nahrung für Algen oder Mikroorganismen, die das Wasser trüben könnten.

Schnorcheln vs. Tauchen

Silfra lässt sich auf zwei Arten erleben: schnorchelnd an der Oberfläche oder tauchend in der Tiefe. Beide Varianten haben ihren Reiz, und die Wahl hängt von deiner Erfahrung, deinem Budget und deinen Vorlieben ab.

Schnorcheln ist die zugänglichere Option und wird von der großen Mehrheit der Besucher gewählt. Du brauchst keine Taucherfahrung und kein Zertifikat. Die Tour dauert insgesamt etwa zwei bis drei Stunden, davon verbringst du rund 30 bis 40 Minuten im Wasser. Du treibst an der Oberfläche durch die Spalte und blickst von oben in die Tiefe. Dank der extremen Wasserklarheit siehst du dabei erstaunlich viel: die Felswände, die Algenfelder am Grund, die Lichtspiele im Wasser. Die leichte Strömung trägt dich sanft durch die verschiedenen Abschnitte der Spalte, sodass du kaum aktiv schwimmen musst.

Tauchen bietet ein noch intensiveres Erlebnis, setzt aber einen gültigen Tauchschein (PADI Open Water oder gleichwertig) und idealerweise Erfahrung mit Trockenanzügen voraus. Als Taucher gehst du bis auf den Grund der Spalte, die an manchen Stellen über 60 Meter tief ist. Du schwimmst zwischen den Felswänden hindurch, kannst die Gesteine aus nächster Nähe betrachten und erlebst die Dimensionen der Spalte auf eine Weise, die Schnorchlern verborgen bleibt. Die Wasserzeit beim Tauchen liegt bei etwa 30 bis 45 Minuten.

Mein Rat: Wenn du noch nie geschnorchelt oder getaucht hast, beginne mit einer Schnorcheltour. Das Erlebnis ist auch von der Oberfläche aus überwältigend. Wer bereits Taucherfahrung hat und kaltes Wasser gewöhnt ist, dem empfehle ich den Tauchgang, die Perspektive von unten ist schlicht eine andere Welt.

Ablauf einer Silfra-Tour

Die meisten Touren starten entweder direkt am Parkplatz im Þingvellir Nationalpark oder beinhalten einen Transfer ab Reykjavík. Bei letzterem wirst du morgens an deiner Unterkunft oder einem zentralen Treffpunkt abgeholt. Die Fahrt von Reykjavík nach Þingvellir dauert etwa 45 Minuten und führt durch die typische isländische Lavalandschaft.

Am Parkplatz angekommen, beginnt die Einweisung. Der Guide erklärt den Ablauf, die Sicherheitsregeln und die Handhabung des Trockenanzugs. Diese Einweisung dauert etwa 30 Minuten und wird sehr gründlich durchgeführt, schließlich sind die Bedingungen im Wasser anspruchsvoll. Danach ziehst du dich um: Unter den Trockenanzug kommen thermische Unterwäsche und Wollsocken. Der Anzug selbst ist wasserdicht, aber nicht isoliert, deshalb ist warme Kleidung darunter wichtig.

Schnorchler werden am Ufer der Silfra-Spalte in Trockenanzüge eingewiesen
Die gründliche Einweisung und das Anlegen des Trockenanzugs gehören fest zum Ablauf jeder Silfra-Tour (KI-generiert)

Der Weg zum Einstiegspunkt führt über einen kurzen Pfad, auf dem du bereits einen ersten Blick in die Spalte werfen kannst. Dann geht es über eine Metalltreppe ins Wasser. Der erste Moment ist intensiv: Trotz Trockenanzug spürst du die Kälte an Gesicht und Händen, den einzigen Stellen, die dem Wasser direkt ausgesetzt sind. Neoprenhandschuhe und Kopfhaube mildern den Effekt, aber das Gesicht bleibt frei, damit die Maske dicht sitzt.

Sobald du den Kopf unter Wasser tauchst, vergisst du die Kälte. Die Welt unter der Oberfläche öffnet sich in einer Klarheit, die sprachlos macht. Die Strömung ist sanft und trägt dich mit etwa einem Kilometer pro Stunde durch die Spalte. Du treibst an den Felswänden vorbei, durch enge Passagen und weite Becken, während der Guide die Gruppe zusammenhält und auf Highlights hinweist.

Am Ende der Tour steigst du an einer flacheren Stelle aus dem Wasser. Zurück am Parkplatz gibt es heißen Kakao oder Schokolade, was nach der Kälte des Gletscherwassers die beste Belohnung ist, die man sich vorstellen kann.

Ausrüstung und Trockenanzug

Die gesamte Ausrüstung wird vom Touranbieter gestellt. Du musst nichts Eigenes mitbringen, außer warmer Unterwäsche und dicken Socken (idealerweise aus Wolle oder Fleece). Einige Anbieter empfehlen zusätzlich eine dünne Mütze für unter die Neoprenhaube.

Der Trockenanzug ist das wichtigste Ausrüstungsstück. Anders als ein Neoprenanzug, der eine dünne Wasserschicht zwischen Haut und Material einschließt, hält ein Trockenanzug den Körper komplett vom Wasser getrennt. Dichtungen an Hals, Handgelenken und Knöcheln verhindern, dass Wasser eindringt. Das funktioniert in der Regel sehr gut, allerdings können bei ungünstiger Passform oder falscher Bewegung kleine Mengen Wasser eintreten. Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich.

Zur Ausrüstung gehören außerdem: Schnorchelmaske mit Schnorchel (oder Tauchausrüstung bei Tauchtouren), Neoprenhandschuhe, Neoprenhaube und Flossen. Die Guides achten darauf, dass alles richtig sitzt, und helfen beim Anziehen. Trotzdem solltest du dir die Zeit nehmen, alles selbst zu überprüfen, bevor du ins Wasser gehst. Eine undichte Maske oder ein schlecht sitzender Handschuh können das Erlebnis trüben.

Wichtig zu wissen: Deine Hände und dein Gesicht werden trotz Handschuhen und Haube kalt. Bei Wassertemperaturen von zwei bis vier Grad ist das unvermeidlich. Die meisten Menschen empfinden die Kälte nach den ersten Minuten als erträglich, aber wer besonders kälteempfindlich ist, sollte sich darauf einstellen. Die Guides sorgen dafür, dass niemand zu lange im Wasser bleibt.

Die vier Abschnitte der Spalte

Die Silfra-Spalte wird traditionell in vier Abschnitte unterteilt, die jeweils ihren eigenen Charakter haben. Zusammen bilden sie eine Strecke von etwa 300 Metern.

Silfra Big Crack: Der erste Abschnitt ist zugleich der dramatischste. Direkt nach dem Einstieg schwimmst du in die eigentliche Spalte hinein, die hier etwa einen bis zwei Meter breit ist und bis zu 25 Meter in die Tiefe reicht. Links und rechts ragen die Felswände der beiden Kontinentalplatten auf, und an der engsten Stelle kannst du beide gleichzeitig berühren. Das Licht, das von oben ins Wasser fällt, erzeugt unwirkliche Blau- und Grüntöne.

Unterwasseraufnahme der kristallklaren Sichtweite in der Silfra-Spalte mit sichtbarem Felsboden
Die Sichtweite unter Wasser in Silfra übertrifft nahezu jeden anderen Tauchplatz der Welt (KI-generiert)

Silfra Hall: Nach dem engen Spalt weitet sich die Spalte zu einer größeren, hallenartigen Formation. Hier beträgt die Tiefe bis zu 60 Meter, und der Blick in die Tiefe ist überwältigend. Das Wasser wechselt seine Farbe von Türkis zu tiefem Blau. Für Schnorchler ist dies der Punkt, an dem das Gefühl des Schwebens am intensivsten wird, denn der Boden scheint endlos weit unten zu liegen.

Silfra Cathedral: Der vielleicht eindrucksvollste Abschnitt. Die Kathedrale ist ein weiter, offener Bereich, in dem die Felswände zurücktreten und die Spalte eine Breite von zehn bis fünfzehn Metern erreicht. Hier fällt besonders viel Licht ins Wasser, und die Farben sind am wildesten. Der Boden ist mit leuchtend grünen Algenfeldern bedeckt, die im klaren Wasser wie ein Unterwassergarten wirken. Die meisten Fotografien, die man von Silfra kennt, stammen aus diesem Abschnitt.

Silfra Lagoon: Am Ende der Tour öffnet sich die Spalte in eine flache Lagune mit sandigem Boden. Hier ist das Wasser weniger tief, und die Strömung lässt nach. Die Lagune dient als Ausstiegspunkt, und viele Guides geben den Teilnehmern hier noch einige Minuten Zeit, um das Erlebnis sacken zu lassen und letzte Fotos zu machen.

Beste Reisezeit und Bedingungen

Silfra ist das ganze Jahr über zugänglich, und die Bedingungen unter Wasser ändern sich kaum. Da die Wassertemperatur konstant bei zwei bis vier Grad liegt und die Klarheit ganzjährig sehr gut ist, gibt es technisch gesehen keine schlechte Zeit für einen Besuch. Dennoch gibt es Unterschiede, die deine Planung beeinflussen können.

Im Sommer (Juni bis August) sind die Tage lang, und die Anreise durch den Þingvellir Nationalpark ist unkompliziert. Die Sonne steht hoch, was für besonders schöne Lichteffekte unter Wasser sorgt. Allerdings ist der Sommer auch die Hochsaison, und die Touren sind Wochen im Voraus ausgebucht. Wer im Sommer nach Silfra möchte, sollte mindestens zwei Monate vorher buchen.

Der Þingvellir Nationalpark mit der Silfra-Spalte im Hintergrund und typischer isländischer Landschaft
Die Silfra-Spalte im Þingvellir Nationalpark verbindet Geologie, Geschichte und Abenteuer (KI-generiert)

Im Winter (Oktober bis März) ist die Oberfläche ruhiger, die Besucherzahlen sind geringer, und die Preise teilweise niedriger. Die Tageslichtstunden sind zwar kürzer, aber das veränderte Licht erzeugt unter Wasser ganz eigene Stimmungen. Im Dezember und Januar sind nur wenige Stunden Tageslicht verfügbar, was die Zeitfenster für Touren einschränkt. Dafür besteht die Chance, vor oder nach der Tour Nordlichter über dem Þingvallavatn zu sehen.

Frühling und Herbst gelten als die besten Kompromisse: weniger Touristen als im Sommer, genügend Tageslicht und moderate Preise. Die Monate April bis Mai und September bis Oktober bieten oft das beste Verhältnis aus Verfügbarkeit und Erlebnis.

Kosten und Anbieter

Silfra darf nur mit lizenzierten Guides besucht werden. Eigenständiges Schnorcheln oder Tauchen ist seit 2017 nicht mehr gestattet. Mehrere Anbieter in Reykjavík und Umgebung bieten Touren an, und die Qualität ist insgesamt hoch, da die isländischen Behörden strenge Auflagen für Sicherheit und Umweltschutz machen.

Die Kosten für eine Schnorcheltour liegen bei etwa 120 bis 150 Euro (ca. 18.000 bis 22.000 ISK) pro Person. In diesem Preis sind die komplette Ausrüstung, die Einweisung und der Guide enthalten. Touren mit Transfer ab Reykjavík kosten etwa 20 bis 30 Euro mehr. Einige Anbieter kombinieren die Silfra-Tour mit anderen Aktivitäten auf dem Goldenen Kreis, was den Gesamtpreis senken kann.

Tauchtouren sind deutlich teurer und beginnen bei etwa 250 bis 300 Euro (ca. 37.000 bis 45.000 ISK). Die höheren Kosten erklären sich durch die aufwändigere Ausrüstung und die kleineren Gruppengrößen. Manche Anbieter verlangen einen Nachweis über Erfahrung mit Trockenanzügen; andere bieten eine kurze Einführung direkt vor Ort an.

Zusätzlich fällt eine Nationalparkgebühr von etwa 1.000 ISK (rund 7 Euro) für das Parken am Þingvellir an. Die meisten Anbieter weisen darauf hin, dass diese Gebühr nicht im Tourpreis enthalten ist. Bei Touren mit Abholung ab Reykjavík entfällt die Parkgebühr.

Zu den bekanntesten Anbietern zählen DIVE.IS, Troll Expeditions und Arctic Adventures. Alle drei haben langjährige Erfahrung und gute Bewertungen. Die Touren finden in kleinen Gruppen von sechs bis zehn Personen statt, was ein persönliches Erlebnis gewährleistet. Wer fotografieren möchte, kann bei den meisten Anbietern eine wasserdichte Kamera oder ein GoPro-Gehäuse ausleihen.

Eine Gruppe Schnorchler in Trockenanzügen am Einstiegspunkt der Silfra-Spalte
Kleine Gruppen sorgen für ein persönliches Erlebnis bei der Silfra-Tour (KI-generiert)

Häufige Fragen zu Silfra

Muss ich schwimmen können, um in Silfra zu schnorcheln?

Ja, grundlegende Schwimmfähigkeiten sind Voraussetzung. Du musst dich im Wasser wohlfühlen und eigenständig schwimmen können. Der Trockenanzug gibt zusätzlichen Auftrieb, aber du solltest in der Lage sein, dich ohne Panik im Wasser zu bewegen. Die meisten Anbieter setzen ein Mindestalter von zwölf bis vierzehn Jahren voraus.

Wie kalt wird es wirklich im Wasser?

Das Wasser hat ganzjährig zwei bis vier Grad Celsius. Der Trockenanzug hält deinen Körper trocken, aber Gesicht und Hände sind dem kalten Wasser ausgesetzt. Die meisten Teilnehmer beschreiben die Kälte als erträglich und berichten, dass die Faszination der Unterwasserwelt schnell von der Kälte ablenkt. Nach der Tour sorgen heißer Kakao und warme Kleidung für Erholung.

Kann ich meine eigene Kamera mitnehmen?

Ja, allerdings nur mit einem wasserdichten Gehäuse. GoPros und andere Action-Kameras eignen sich sehr gut. Handys in wasserdichten Hüllen funktionieren ebenfalls, aber die Touchscreens reagieren unter Wasser oft nicht zuverlässig. Viele Anbieter verkaufen oder verleihen GoPro-Halterungen und bieten auch professionelle Fotos der Tour zum Kauf an.

Gibt es Fische oder andere Tiere in Silfra?

Die Silfra-Spalte beherbergt sehr wenig tierisches Leben. Das Wasser ist zu kalt und zu nährstoffarm für die meisten Fischarten. Gelegentlich werden Arktische Saiblinge gesichtet, die aus dem Þingvallavatn in die Spalte schwimmen, aber das ist selten. Dafür gibt es leuchtend grüne Algenfelder und packende Gesteinformationen, die den Mangel an Fauna mehr als ausgleichen.

Lässt sich Silfra mit dem Goldenen Kreis kombinieren?

Ja, und das ist sogar sehr empfehlenswert. Da Silfra im Þingvellir Nationalpark liegt, dem ersten Stopp des Goldenen Kreises, kannst du nach dem Schnorcheln direkt zum Geysir Strokkur und zum Gullfoss-Wasserfall weiterfahren. Mehrere Anbieter bieten Kombipakete an, die Silfra-Tour und Golden-Circle-Tour an einem Tag verbinden. Plane für den gesamten Ausflug etwa zehn bis zwölf Stunden ein.

Silfra ist eines jener Erlebnisse, die sich mit Worten nur unzureichend beschreiben lassen. Das Gefühl, in kristallklarem Gletscherwasser zwischen zwei Kontinentalplatten zu schweben, die unwirklichen Farben, die absolute Stille unter Wasser und die raue Schönheit der Umgebung machen diesen Ort zu etwas Besonderem. Wer eine Islandreise plant und sich für Natur und Abenteuer interessiert, sollte Silfra auf die Liste setzen. Es wird eines der Erlebnisse sein, von denen man noch Jahre später erzählt.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026