Zum Hauptinhalt springen
Islandpferde
Tölt, Ausritte und Pferdehöfe auf Island

Islandpferde

15 Min. Lesezeit

Kein Tier ist so eng mit Island verbunden wie das Islandpferd. Seit über tausend Jahren leben diese robusten, genügsamen Tiere auf der Insel, und sie haben sich in dieser Zeit zu einer Rasse ohne Vergleich entwickelt: einer Pferderasse, die fünf statt drei Gangarten beherrscht, isländische Stürme mit stoischer Gelassenheit erträgt und dennoch so sanftmütig ist, dass selbst unerfahrene Reiter sich auf ihrem Rücken sicher fühlen.

Wer Island besucht, begegnet den Pferden überall. Sie grasen auf Weiden entlang der Ringstraße, stehen in dichten Gruppen zusammen, wenn der Wind auffrischt, und galoppieren manchmal über Felder, als gäbe es nichts Schöneres auf der Welt. Für die Isländer sind sie weit mehr als Nutztiere oder Sportpartner. Die Pferde gehören zur nationalen Identität, zur Geschichte und zum Alltag. Rund 80.000 Islandpferde leben auf der Insel, bei einer Bevölkerung von knapp 380.000 Menschen.

Dieser Artikel erzählt die Geschichte der Islandpferde, erklärt ihre ganz eigenen Gangarten, stellt die besten Reittouren und Pferdehöfe vor und gibt dir alle praktischen Informationen, die du für ein Reiterlebnis auf Island brauchst.

Geschichte der Islandpferde

Die Geschichte der Islandpferde beginnt mit der Besiedlung Islands durch norwegische Wikinger im neunten und zehnten Jahrhundert. Die Siedler brachten ihre besten Pferde mit, kleinere, widerstandsfähige Tiere, die die beschwerliche Schiffsreise über den Nordatlantik überstehen konnten. Auf den offenen Wikingerschiffen war der Platz begrenzt, und nur die stärksten und gesündesten Tiere überlebten die Überfahrt.

Auf Island angekommen, wurden diese Pferde über Jahrhunderte hinweg isoliert von anderen Rassen gezüchtet. Im Jahr 982 erließ das Althing, Islands Parlament, ein Gesetz, das den Import von Pferden auf die Insel verbot. Dieses Gesetz gilt bis heute und ist damit eines der ältesten ununterbrochen geltenden Tierschutzgesetze der Welt. Die Konsequenz: Seit über tausend Jahren hat kein einziges fremdes Pferd isländischen Boden betreten. Die Rasse ist in ihrer genetischen Reinheit anders als alles andere.

Die Isolation hatte weitreichende Folgen für die Entwicklung der Rasse. Ohne den Einfluss anderer Pferderassen passten sich die Islandpferde perfekt an die rauen Bedingungen der Insel an. Sie entwickelten ein dichtes, doppelschichtiges Fell, das sie vor Wind, Regen und Schnee schützt. Ihre Hufe sind hart und widerstandsfähig, geeignet für das Laufen über Lavafelder, Geröll und gefrorenen Boden. Und sie behielten eine Gangart bei, die bei den meisten anderen Pferderassen durch selektive Zucht verloren ging: den Tölt.

Eine Herde Islandpferde grast auf einer grünen Weide mit Bergen im Hintergrund
Islandpferde leben oft in großen Herden und sind an das raue Klima der Insel perfekt angepasst (KI-generiert)

Im Laufe der Jahrhunderte waren Islandpferde das wichtigste Transportmittel auf der Insel. Es gab keine Straßen, keine Brücken, keine Fahrzeuge. Wer von einem Hof zum nächsten wollte, ritt. Wer Waren transportierte, packte sie auf Pferde. Wer Schafe zusammentrieb, tat es vom Pferderücken aus. Erst mit dem Aufkommen des Automobils im zwanzigsten Jahrhundert verloren die Pferde ihre Rolle als Transportmittel. Doch statt zu verschwinden, wandelten sie sich vom Arbeitstier zum Freizeit- und Sportpartner.

Tölt und Pass: Die besonderen Gangarten

Was Islandpferde von nahezu allen anderen Pferderassen der Welt unterscheidet, sind ihre zusätzlichen Gangarten. Während die meisten Pferde drei Gangarten beherrschen (Schritt, Trab und Galopp), können Islandpferde fünf: Schritt, Trab, Galopp, Tölt und Pass. Manche Pferde beherrschen nur vier Gangarten (ohne Pass), aber der Tölt ist bei praktisch allen Islandpferden vorhanden.

Der Tölt ist eine Viertaktgangart, bei der immer mindestens ein Fuß am Boden bleibt. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige, fast schwerelose Vorwärtsbewegung ohne das auf und ab des Trabs. Für den Reiter fühlt sich der Tölt an, als gleite man über die Landschaft, ohne durchgeschüttelt zu werden. Es ist schwer zu beschreiben, wie angenehm das ist, bis man es selbst erlebt hat. Isländer demonstrieren die Geschmeidigkeit des Tölts gerne, indem sie ein volles Bierglas in der Hand halten und im Tölt reiten, ohne einen Tropfen zu verschütten.

Ein Islandpferd im vollen Tölt mit fliegender Mähne auf einem isländischen Feldweg
Der Tölt ist die berühmteste Gangart der Islandpferde und bietet dem Reiter ein unvergleichlich weiches Reitgefühl (KI-generiert)

Der Tölt kann in verschiedenen Geschwindigkeiten geritten werden, von einem gemächlichen Tempo, das dem Schritt ähnelt, bis hin zum schnellen Renntölt, der Geschwindigkeiten von über 30 Stundenkilometern erreicht. In beiden Fällen bleibt die Bewegung für den Reiter angenehm weich. Diese Eigenschaft machte den Tölt für die Isländer früherer Jahrhunderte unentbehrlich: Wer den ganzen Tag reiten musste, brauchte eine Gangart, die den Körper nicht zermürbte.

Der Pass (Rennpass) ist die fünfte Gangart und wird vor allem im Wettkampf eingesetzt. Beim Pass bewegen sich die Beine auf derselben Körperseite gleichzeitig nach vorne, was zu einer seitlichen Schaukelbewegung führt. Im vollen Rennpass können Islandpferde Geschwindigkeiten von bis zu 45 Stundenkilometern erreichen. Diese Gangart wird nur über kurze Strecken geritten und erfordert erfahrene Reiter. Im Passrennen, einer der beliebtesten Sportveranstaltungen Islands, treten die schnellsten Pferde gegeneinander an.

Charakter und Eigenschaften

Islandpferde sind mit einem Stockmaß von 125 bis 145 Zentimetern kleiner als die meisten Warmblüter, aber kräftig gebaut. In vielen Ländern würden Tiere dieser Größe als Ponys gelten, doch in Island spricht man bewusst von Pferden, und die Isländer reagieren empfindlich, wenn jemand ihre Pferde als Ponys bezeichnet. Das liegt nicht an Eitelkeit, sondern an der Tatsache, dass Islandpferde in Kraft, Ausdauer und Leistungsfähigkeit vielen größeren Rassen ebenbürtig oder überlegen sind.

Der Charakter der Islandpferde ist geprägt von Neugier und Sanftmut bemerkenswerten Nervenstärke. Da es auf Island keine natürlichen Raubtiere gibt (und historisch nie gab), fehlt den Pferden die Schreckhaftigkeit, die bei vielen anderen Rassen zum Problem werden kann. Ein Islandpferd, das zum ersten Mal einen Regenschirm sieht, wird eher neugierig hinschauen als panisch davonlaufen. Diese Eigenschaft macht sie zu sehr guten Pferden für Anfänger und nervöse Reiter.

Gleichzeitig sind Islandpferde temperamentvoll und arbeitsfreudig. Sie lieben es, sich zu bewegen, und zeigen bei Ausritten oft eine Begeisterung, die ansteckend wirkt. Viele Reiter berichten, dass ihre Islandpferde am Morgen aufgeregt wiehern, wenn sie merken, dass ein Ausritt bevorsteht. Diese Mischung aus Sanftmut und Temperament macht die Rasse so besonders.

Das Fell der Islandpferde verdient besondere Erwähnung. Es besteht aus zwei Schichten: einem dichten, weichen Unterfell, das isoliert, und längeren Deckhaaren, die Wind und Regen abhalten. Im Winter wird das Fell dicker und struppiger, im Sommer werfen die Pferde die Unterwolle ab und wirken glatter. Die Farbvielfalt ist enorm: Von Rappen über Falben und Schimmel bis hin zu seltenen Tönungen wie Windfarben oder Silberdapplern gibt es über vierzig verschiedene Fellfarben und über hundert Farbvarianten.

Reittouren für Anfänger und Fortgeschrittene

Eine der schönsten Möglichkeiten, Island zu erleben, ist vom Rücken eines Islandpferdes aus. Die Landschaft, die Weite, die Stille: All das intensiviert sich, wenn man nicht im Auto sitzt, sondern auf einem Pferd durch die Natur reitet. Zahlreiche Höfe und Reitveranstalter bieten Touren für jedes Niveau an, vom einstündigen Schnupperritt bis zum mehrtägigen Trekking durch das Hochland.

Für Anfänger empfehlen sich Touren von ein bis zwei Stunden, die in der Nähe eines Hofes stattfinden. Die Pferde auf diesen Touren sind erfahren und gewöhnt an unerfahrene Reiter. Vor dem Start gibt es eine kurze Einweisung in die Grundlagen des Reitens: wie man aufsitzt, die Zügel hält und lenkt. Die meisten Anfängertouren bleiben im Schritt und bieten an geeigneten Stellen einen ersten Versuch im Tölt. Das Gefühl, zum ersten Mal auf einem Islandpferd zu tölten, vergessen die wenigsten.

Reiter auf Islandpferden reiten durch eine weite isländische Lavalandschaft
Ausritte durch die isländische Landschaft gehören zu den schönsten Erlebnissen auf der Insel (KI-generiert)

Fortgeschrittene Reiter können längere Touren buchen, die durch abwechslungsreiches Gelände führen: über Lavafelder, durch Flusstäler, an Stränden entlang oder über Bergpässe. Diese Touren dauern einen halben bis ganzen Tag und beinhalten ausgiebiges Tölten und oft auch Galopp. Mehrtägige Reittouren von drei bis sieben Tagen führen in abgelegene Regionen, die mit dem Auto nicht erreichbar sind. Man übernachtet auf Berghütten oder in Zelten und verbringt den ganzen Tag im Sattel. Diese Touren erfordern Reiterfahrung und eine gewisse körperliche Fitness.

Ein besonderes Erlebnis sind die traditionellen Schafabtriebe (Réttir) im September. In ganz Island werden die Schafe, die den Sommer über frei im Hochland geweidet haben und zusammengetrieben die Täler zurückgebracht. Dies geschieht seit Jahrhunderten auf dem Rücken von Islandpferden, und einige Höfe laden Touristen ein, an diesem Ereignis teilzunehmen. Der Schafabtrieb ist anstrengend und chaotisch, und eines der authentischsten Erlebnisse, die Island zu bieten hat.

Die besten Reitgebiete Islands

Südisland rund um Hella und Hvolsvöllur: Das Gebiet am Fuße der Gletscher Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull gehört zu den beliebtesten Reitregionen der Insel. Die Landschaft wechselt zwischen grünen Weiden, schwarzen Sandebenen und moosbewachsenen Lavafeldern. Mehrere renommierte Pferdehöfe bieten hier Touren an, die an Flüssen entlang, über Berge und durch Täler führen. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zu den Westmännerinseln im Atlantik.

Skagafjörður im Norden: Diese Region gilt als das Pferdeland Islands schlechthin. Nirgendwo sonst auf der Insel ist die Dichte an Pferdehöfen so hoch, und die Tradition der Pferdezucht reicht hier besonders weit zurück. Der Skagafjörður bietet weite Täler mit saftigen Weiden, umrahmt von schneebedeckten Bergen. Im Juni findet hier das Pferdefestival Glaumur statt, eines der wichtigsten Reitereignisse des Landes.

Snæfellsnes-Halbinsel im Westen: Die Halbinsel, die Jules Verne als Eingang zum Mittelpunkt der Erde wählte, bietet eine abwechslungsreiche Kulisse für Ausritte. Schwarze Strände, zerklüftete Lavaformationen, der mächtige Gletscher Snæfellsjökull und die raue Atlantikküste wechseln sich ab. Die Reittouren hier sind weniger frequentiert als im Süden und bieten oft ein besonders naturnahes Erlebnis.

Hochland (nur im Sommer): Für erfahrene Reiter sind die mehrtägigen Trekkingtouren durch das isländische Hochland der Höhepunkt. Die Route Sprengisandur, die mitten durch das unbewohnte Innere der Insel führt, wurde jahrhundertelang als Reitweg genutzt und wird auch heute noch von organisierten Reitgruppen bereist. Die Landschaft ist karg und wüstenartig in ihrer Weite. Diese Touren sind nur von Juli bis August möglich, wenn die Hochlandstraßen geöffnet sind.

Pferdehöfe zum Besuchen

Auch wer nicht reiten möchte, kann auf vielen Pferdehöfen Islandpferde aus nächster Nähe erleben. Einige Höfe bieten Führungen an, bei denen man die Pferde streicheln und in ihrem natürlichen Umfeld beobachten kann. Diese Erlebnisse sind besonders für Familien mit Kindern empfehlenswert.

Ein traditioneller isländischer Pferdehof mit Pferden auf einer Koppel und Bergen im Hintergrund
Auf vielen Pferdehöfen können Besucher die Tiere hautnah erleben und etwas über ihre Geschichte erfahren (KI-generiert)

Friðheimar: Dieser Hof nahe dem Goldenen Kreis ist eigentlich für seine Tomatengewächshäuser bekannt, bietet aber auch einen Pferdestall, in dem verschiedene Gangarten vorgeführt werden. Die halbstündige Pferdeshow gibt einen sehr guten Einstieg in die Welt der Islandpferde und ist ideal für Besucher, die nur wenig Zeit haben.

Íslenski Hesturinn (The Icelandic Horse Park): Nahe Reykjavík gelegen, bietet dieser Park eine Kombination aus Reittouren und einer interaktiven Ausstellung über die Geschichte und Kultur der Islandpferde. Die Guides sprechen Deutsch und Englisch und erklären alles Wissenswerte über die Rasse.

Laxnes Horse Farm: Nur 20 Minuten von Reykjavík entfernt, bietet dieser familiengeführte Hof kurze Reittouren und Stallbesuche an. Die Atmosphäre ist persönlich und ungezwungen, und die Besitzer nehmen sich viel Zeit für Fragen. Besonders beliebt ist die Morgenrunde, bei der man durch das Laxnes-Tal reitet und mit etwas Glück die Pferde bei ihrem morgendlichen Bad im Bach beobachten kann.

Das strenge Importverbot

Islands Importverbot für Pferde ist eines der radikalsten Tierschutzgesetze der Welt. Kein lebendes Pferd darf nach Island eingeführt werden, und kein Islandpferd, das die Insel verlassen hat, darf jemals zurückkehren. Auch gebrauchte Reitausrüstung und Trensen dürfen nicht nach Island gebracht werden, es sei denn, sie wurden nachweislich desinfiziert und von den Behörden genehmigt.

Der Grund für diese strenge Regelung ist der Schutz vor Krankheiten. Da die isländischen Pferde seit über tausend Jahren isoliert leben, haben sie keinerlei Immunität gegen viele Pferdekrankheiten, die in anderen Teilen der Welt verbreitet sind. Eine Einschleppung von Krankheiten wie der Equinen Influenza oder des Herpesvirus könnte den gesamten Pferdebestand der Insel gefährden.

Für Reiter, die eigene Ausrüstung mitbringen möchten, bedeutet das: Reithelme und Reitstiefel aus synthetischen Materialien sind in der Regel kein Problem, sofern sie saüber sind. Lederne Reitstiefel, Sättel oder Halfter werden an der Grenze kontrolliert und im Zweifelsfall eingezogen. Die sicherste Variante ist, auf eigene Ausrüstung zu verzichten und die Leihausrüstung der Höfe zu nutzen. Diese ist in der Regel im Tourpreis enthalten und von guter Qualität.

Islandpferde mit dickem Winterfell stehen in einer verschneiten Landschaft
Im Winter schützt ein dichtes Doppelfell die Islandpferde vor Kälte und Schnee (KI-generiert)

Kosten für Reittouren

Die Preise für Reittouren in Island variieren je nach Dauer und Schwierigkeitsgrad. Hier ein Überblick über die gängigen Preiskategorien:

Kurze Schnupperritte von ein bis zwei Stunden kosten zwischen 70 und 100 Euro (ca. 10.000 bis 15.000 ISK) pro Person. Halbtagestouren von drei bis vier Stunden liegen bei 120 bis 180 Euro (ca. 18.000 bis 27.000 ISK). Ganztagestouren mit Mittagspause und Picknick kosten zwischen 200 und 300 Euro (ca. 30.000 bis 45.000 ISK). In all diesen Preisen sind Leihausrüstung und Guide enthalten.

Mehrtägige Trekkingtouren sind deutlich teurer, da sie Übernachtungen und die gesamte Logistik umfassen. Eine dreitägige Tour kostet zwischen 800 und 1.200 Euro (ca. 120.000 bis 180.000 ISK), eine Wochentour zwischen 2.000 und 3.500 Euro (ca. 300.000 bis 525.000 ISK). Diese Preise mögen hoch erscheinen, beinhalten aber alles: Pferd, Ausrüstung und Unterkunft.

Wer Geld sparen möchte, sollte direkt bei den Höfen buchen statt über Vermittlungsplattformen, die oft einen Aufschlag verlangen. Außerdem sind Touren in der Nebensaison (September bis Mai) manchmal günstiger als in der Hochsaison. Einige Höfe bieten Frühbucherrabatte an, wenn man mehrere Wochen im Voraus reserviert.

Häufige Fragen zu Islandpferden

Kann ich auch ohne Reiterfahrung an einer Tour teilnehmen?

Ja, die meisten Höfe bieten spezielle Anfängertouren an. Die Islandpferde sind ruhig und gutmütig, und die Guides passen die Tour an das Niveau der Teilnehmer an. Für komplette Anfänger empfehlen sich kurze Touren von ein bis zwei Stunden. Eine gewisse körperliche Grundfitness ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.

Gibt es ein Gewichtslimit für Reiter?

Ja, die meisten Anbieter setzen ein maximales Reitergewicht von 90 bis 100 Kilogramm fest. Obwohl Islandpferde für ihre Größe erstaunlich kräftig sind, soll die Belastung für die Tiere in einem gesunden Rahmen bleiben. Bei einigen Höfen gibt es auch Pferde, die für schwerere Reiter geeignet sind. Es lohnt sich, vorab beim Anbieter nachzufragen.

Was soll ich zum Reiten anziehen?

Trage warme, wetterfeste Kleidung in mehreren Schichten. Eine wasserdichte Jacke und Hose sind wichtig, da das Wetter in Island schnell umschlagen kann. Feste Schuhe mit einem kleinen Absatz (keine Turnschuhe) geben im Steigbügel Halt. Handschuhe und eine Mütze unter dem Reithelm sind bei kühlem Wetter empfehlenswert. Die Reithelme werden gestellt.

Warum sagt man Islandpferd und nicht Islandpony?

Die Bezeichnung Islandpferd ist international anerkannt, obwohl die Tiere nach der üblichen Größendefinition als Ponys gelten würden. In Island gibt es nur ein Wort für Pferd (hestur), und die Isländer betrachten ihre Tiere als vollwertige Pferde. Die internationale Zuchtorganisation FEIF verwendet ebenfalls die Bezeichnung Islandpferd. Es ist also keine Frage der Größe, sondern der Tradition und des Respekts.

Kann ich ein Islandpferd kaufen und mit nach Deutschland nehmen?

Ja, das ist möglich. Viele deutsche Islandpferd-Besitzer haben ihre Pferde direkt in Island gekauft. Der Transport erfolgt per Flugzeug oder Schiff und kostet je nach Route zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Wichtig zu wissen: Ein Islandpferd, das Island einmal verlassen hat, darf nach dem isländischen Gesetz nie wieder zurückkehren. Der Kaufpreis für ein gut ausgebildetes Islandpferd liegt in Island zwischen 3.000 und 15.000 Euro, je nach Abstammung und Ausbildungsstand.

Islandpferde sind mehr als eine Pferderasse. Sie sind lebendige Geschichte, ein Stück isländischer Identität und für viele Besucher die schönste Begegnung ihrer Reise. Ob du zum ersten Mal im Sattel sitzt oder seit Jahren reitest, ob du über Lavafelder töltst oder einfach nur auf einer Koppel stehst und einem Pferd über die Nase streichelst: Die Verbindung zwischen Mensch und Islandpferd hat etwas Zeitloses, das sich nicht in Worte fassen lässt. Man muss es erleben.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026