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Die Reykjanes-Halbinsel
Wo Islands Vulkane am aktivsten sind

Die Reykjanes-Halbinsel

16 Min. Lesezeit

Die Reykjanes-Halbinsel im Südwesten Islands ist für die meisten Reisenden das Erste und das Letzte, was sie von Island sehen. Der internationale Flughafen Keflavík liegt hier, und viele fahren auf der Schnellstraße durch die kahle Lavalandschaft, ohne zu ahnen, dass sie gerade durch eines der geologisch aktivsten Gebiete der Erde reisen.

Seit 2021 hat sich Reykjanes grundlegend verändert. Eine Serie von Vulkanausbrüchen hat die Halbinsel ins Zentrum der weltweiten Aufmerksamkeit gerückt und eine Landschaft geschaffen, die sich buchstäblich von Monat zu Monat wandelt. Frische Lavafelder dampfen neben jahrhundertealtem Moos, neue Krater ragen dort auf, wo bis vor kurzem ebene Fläche war, und der Ort Grindavík musste evakuiert werden, als sich unter ihm ein Magmagang öffnete.

Doch Reykjanes ist mehr als seine Vulkane. Die Halbinsel beherbergt die weltberühmte Blaue Lagune, die gewaltigen Solfataren von Gunnuhver, die Brücke zwischen den Kontinenten und ein UNESCO-Geopark-Gebiet, das die geologische Geschichte Islands auf engstem Raum sichtbar macht. In diesem Artikel stelle ich dir alles vor, was die Halbinsel zu bieten hat, und erkläre, warum sich ein Aufenthalt von mindestens einem vollen Tag lohnt.

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Warum Reykjanes gerade jetzt spannend ist

Reykjanes erlebt seit 2021 eine vulkanische Erwachungsphase, die nach Einschätzung isländischer Geologen Jahrzehnte andauern könnte. Nach fast 800 Jahren Ruhe begann im März 2021 ein Vulkanausbruch im Tal Geldingadalur, gefolgt von weiteren Eruptionen in der Region Fagradalsfjall und Sundhnúksgígar in den Jahren danach. Diese Ausbrüche sind ein Wendepunkt in der geologischen Geschichte der Halbinsel und haben dazu geführt, dass Reykjanes nicht länger nur als Durchgangsstation zum Flughafen wahrgenommen wird.

Die Halbinsel liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, genau dort, wo die nordamerikanische und die eurasische Erdplatte auseinanderdriften. Im Gegensatz zum isländischen Hauptland, wo die Plattengrenze unter dickem Eis und hohen Bergen verläuft, ist sie auf Reykjanes direkt an der Oberfläche sichtbar. Man kann buchstäblich zwischen den Kontinenten stehen und die Risse und Spalten sehen, die durch die tektonische Bewegung entstehen.

Vulkanausbruch auf der Reykjanes-Halbinsel in Island mit glühender Lava
Die Vulkanausbrüche auf Reykjanes haben die Halbinsel grundlegend verändert (KI-generiert)

Für Besucher bedeutet die aktuelle vulkanische Aktivität zweierlei: Einerseits sind manche Gebiete gesperrt (insbesondere die unmittelbare Umgebung der Ausbruchsstellen und Teile von Grindavík). Andererseits bietet sich die einmalige Gelegenheit, eine Vulkanlandschaft zu erleben, die noch dampfend frisch ist, mit erkaltenden Lavaströmen, deren Oberfläche in Schwarz und Silber glänzt und unter denen manchmal noch das Glühen des Magmas durchscheint.

Die neuen Vulkanausbrüche seit 2021

Der erste Ausbruch begann am 19. März 2021 im Geldingadalur, einem abgelegenen Tal südwestlich von Fagradalsfjall. Er war verhältnismäßig klein und gut zugänglich, sodass Zehntausende Isländer und Touristen zu den Lavaströmen wanderten, um das Spektakel aus der Nähe zu beobachten. Das Lavafeld, das in den folgenden sechs Monaten entstand, bedeckt etwa 4,8 Quadratkilometer und ist heute erstarrt und begehbar.

Im August 2022 folgte ein zweiter Ausbruch am Meradalir, etwas nördlich des ersten. Dieser war intensiver und produzierte in nur drei Wochen fast so viel Lava wie der erste in einem halben Jahr. 2023 brachen neue Spalten im Litli-Hrútur-Gebiet auf, diesmal noch näher an bewohntem Gebiet. Die Eruption war kurzlebig, aber kraftvoll.

Der entscheidende Moment kam im November 2023, als sich ein Magmagang unter der Stadt Grindavík öffnete. Innerhalb weniger Stunden rissen Erdspalten durch Straßen und Grundstücke, Gebäude sackten ab, und die gesamte Bevölkerung von rund 3.800 Menschen wurde evakuiert. In den Monaten danach folgten mehrere Eruptionen im Sundhnúksgígar-Spaltensystem, von denen einige Lava in Richtung der Infrastruktur, darunter die Blaue Lagune und das Svartsengi-Kraftwerk, lenkten. Schutzwälle wurden errichtet, um die Lava umzuleiten.

Die Situation auf Reykjanes ist dynamisch und kann sich kurzfristig ändern. Vor einer Reise sollte man die Website des isländischen Wetterdienstes (vedur.is) und der Zivilschutzbehörde (almannavarnir.is) auf aktuelle Informationen prüfen. Die isländischen Behörden informieren transparent und zeitnah über Sperrungen, Evakuierungen und Sicherheitsempfehlungen.

Blaue Lagune und Svartsengi

Die Blaue Lagune auf der Reykjanes-Halbinsel mit milchig-blauem Thermalwasser
Die Blaue Lagune mit ihrem milchig-türkisen Wasser ist Islands meistbesuchte Attraktion (KI-generiert)

Die Blaue Lagune (Bláa Lónið) ist wohl Islands bekannteste Sehenswürdigkeit und liegt nur etwa 20 Fahrminuten vom Flughafen Keflavík entfernt. Das Thermalbad verdankt seine Existenz dem benachbarten Geothermiekraftwerk Svartsengi, das heißes Wasser aus rund 2.000 Metern Tiefe fördert. Das mineralreiche Abwasser des Kraftwerks, reich an Kieselsäure, Algen und Schwefel, sammelte sich ab den 1970er Jahren in einer natürlichen Senke im Lavafeld und wurde von Einheimischen zum Baden genutzt. Heute ist daraus eine luxuriöse Wellness-Anlage mit Hotels, Restaurants und Spa-Behandlungen geworden.

Das Wasser der Blauen Lagune hat eine Temperatur von 37 bis 40 Grad und seine charakteristische milchig-türkise Farbe durch die Kieselsäure, die das Licht auf besondere Weise bricht. Die Anlage bietet verschiedene Pakete an: Das günstigste "Comfort"-Paket kostet ab etwa 75 EUR, das "Premium"-Paket mit Bademantel, zusätzlichen Masken und einem Getränk ab etwa 100 EUR. Es gibt auch ein angeschlossenes Luxushotel, das "Retreat", mit eigenen geothermalen Becken.

Die Blaue Lagune wurde durch die vulkanische Aktivität in der Nähe mehrfach vorübergehend geschlossen. Lavaströme aus den Sundhnúksgígar-Eruptionen kamen der Anlage bedrohlich nahe, und Schutzwälle mussten errichtet werden, um sie zu schützen. Vor einem geplanten Besuch sollte man daher immer die aktuelle Betriebslage auf der Website (bluelagoon.com) prüfen. Eine Reservierung ist in jedem Fall zwingend erforderlich, da der Zugang nur mit gebuchtem Zeitfenster möglich ist.

Gunnuhver: Die mächtigste Solfatare

Dampfende Solfatare Gunnuhver auf der Reykjanes-Halbinsel
Gunnuhver ist die größte Schlammquelle Islands und stößt gewaltige Dampfwolken aus (KI-generiert)

Gunnuhver liegt an der Südwestspitze der Reykjanes-Halbinsel und ist die größte Schlammquelle (Solfatare) Islands. Die dampfende Landschaft sieht aus wie eine Mondlandschaft: Grauer, blubbernder Schlamm, zischende Dampfsäulen und ein beißender Schwefelgeruch, der die Luft durchdringt. Der Name stammt von der Trollfrau Guðrún (Gunna), die der Sage nach in der heißen Quelle gebannt wurde, nachdem sie die Gegend als Geist heimgesucht hatte.

Das Geothermalgebiet hat sich in den letzten Jahren durch die erhöhte vulkanische Aktivität auf Reykjanes deutlich verändert. Die Dampfmenge hat zugenommen, neue Öffnungen sind entstanden, und die Temperaturen im Boden haben sich erhöht. Im Jahr 2007 ereignete sich eine Dampfexplosion, die den Krater der Hauptquelle erheblich vergrößerte. Seitdem ist ein Sicherheitsabstand von mehreren Metern vorgeschrieben, und die Beobachtungsplattform wurde weiter vom Rand entfernt aufgestellt.

Der Zugang zu Gunnuhver ist kostenlos. Ein Holzsteg führt vom Parkplatz über die heiße Erde bis zu einer Aussichtsplattform, von der aus man den Hauptkrater und die umliegenden Schlammtöpfe überblicken kann. Die markierten Wege sollte man nicht verlassen, da die dünne Erdkruste an vielen Stellen nur wenige Zentimeter stark ist und kochendes Wasser direkt darunter liegt. Verbrühungen durch einbrechende Kruste sind eine reale Gefahr.

In der Nähe von Gunnuhver steht der Leuchtturm Reykjanesviti, Islands ältester Leuchtturm, der erstmals 1878 errichtet wurde. Von hier aus hat man einen weiten Blick über die zerklüftete Küste und kann bei klarem Wetter die Insel Eldey sehen, eine Vogelfelskolonie etwa 15 Kilometer vor der Küste, auf der die letzten Riesenalke der Welt 1844 getötet wurden.

Brücke zwischen den Kontinenten

Brücke zwischen den Kontinenten auf der Reykjanes-Halbinsel in Island
Die Brücke zwischen den Kontinenten überspannt die Erdspalte zwischen der eurasischen und nordamerikanischen Platte (KI-generiert)

Die "Bridge Between Continents" (Brú milli heimsálfa) ist eine kleine Fußgängerbrücke, die symbolisch die Spalte zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Erdplatte überspannt. Sie liegt bei Sandvík an der Südwestküste der Halbinsel und wurde 2002 errichtet. Die Spalte selbst ist Teil des Reykjanes-Rückensystems, das hier an die Oberfläche tritt und sich als deutlich sichtbare Erdspalte durch das Lavafeld zieht.

Die Brücke ist ein beliebter Fotospot und eine nette Kuriosität, sollte aber realistisch eingeordnet werden: Die tektonische Plattengrenze ist kein scharfer Strich auf der Landkarte, sondern eine breite Zone, die sich über mehrere Kilometer erstreckt. Die Spalte unter der Brücke ist eine von vielen in diesem Gebiet. Trotzdem ist der symbolische Wert hoch, und die isländische Post hat extra ein Zertifikat drucken lassen, das man vor Ort stempeln kann: "Ich habe die Brücke zwischen den Kontinenten überquert."

Rund um die Brücke kann man die Lavafelder auf markierten Pfaden erkunden. Die Landschaft ist karg und weitläufig, moosbedeckte Lavahügel wechseln sich mit nacktem Gestein ab, und an manchen Stellen sind die Erdspalten mehrere Meter breit und tief. Der Zugang ist kostenlos, es gibt einen Parkplatz und eine Informationstafel. Für den Besuch genügen 20 bis 30 Minuten.

Krýsuvík und Seltún

Seltún liegt im Geothermalgebiet Krýsuvík auf der Südseite der Reykjanes-Halbinsel und ist eines der farbenprächtigsten Geothermalgebiete Islands. Hier tritt heißes Wasser und Dampf durch den Boden, und die Mineralablagerungen färben die Erde in ein Kaleidoskop aus Gelb, Orange, Rot, Grün und Grau. Schlammtöpfe blubbern, kleine Fumarolen zischen, und der Schwefelgeruch ist allgegenwärtig.

Ein gut angelegter Boardwalk führt durch das Geothermalgebiet und ermöglicht es, die heißen Quellen und Schlammtöpfe aus sicherer Entfernung zu betrachten. Die Route ist als Rundweg angelegt und dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Informationstafeln erklären die geologischen Prozesse. Am oberen Ende des Weges hat man einen schönen Ausblick auf den Kleifarvatn, einen tiefen, dunklen Kratersee ohne sichtbaren Zu- oder Abfluss.

Der Kleifarvatn selbst ist einen Abstecher wert. Mit einer Tiefe von 97 Metern ist er der tiefste See auf der Reykjanes-Halbinsel und liegt in einer vulkanischen Senke, umgeben von dunklen Lavahügeln. Am Südufer gibt es heiße Quellen, die direkt in den See fließen und das Wasser dort erwärmen. Der See hat keine oberirdischen Zuflüsse; er wird ausschließlich durch unterirdische Quellen und Regenwasser gespeist. Nach Erdbeben im Jahr 2000 senkte sich der Wasserspiegel um mehrere Meter, was darauf hindeutet, dass Risse im Seeboden das Wasser in die Tiefe ableiteten.

Die Zufahrt nach Seltún und Kleifarvatn erfolgt über die Route 42, die quer über die Halbinsel führt. Die Straße ist asphaltiert und ganzjährig befahrbar. Der Zugang zu Seltún ist kostenlos, nur Parken kostet eine kleine Gebühr von etwa 500 ISK (rund 3 EUR). Die Route 42 verbindet die Nordküste (Hafnarfjörður/Reykjavík) mit der Südküste und ist eine landschaftlich reizvolle Alternative zur Schnellstraße 41.

Reykjanestá und der Leuchtturm

Die äußerste Südwestspitze der Reykjanes-Halbinsel, Reykjanestá, ist ein Ort von rauer, ungezähmter Schönheit. Die Küste besteht aus zerklüfteten Lavaformationen, in denen das Meer gischtet und donnert. Hier endet Europa in einem Gewirr aus Felsen, Klippen und Spalten, und der nächste Landfall in westlicher Richtung wäre die amerikanische Küste.

Der Leuchtturm Reykjanesviti wurde 1878 in Betrieb genommen und ist damit der älteste Leuchtturm Islands. Der heutige Turm, ein schlichter weißer Betonbau, stammt allerdings aus dem Jahr 1929, da das Originalgebäude durch Erdbeben beschädigt wurde. Von seiner Umgebung aus hat man bei klarer Sicht einen eindrucksvollen Blick auf den offenen Atlantik und die Vogelinsel Eldey am Horizont.

Direkt unterhalb des Leuchtturms liegt Valahnúkamöl, ein Strand aus groben, rundgeschliffenen Steinen, der bei Stürmen vom Meer aufgetürmt wird. Die Kiesel klackern und rollen bei jedem Wellenschlag, was ein charakteristisches Geräusch erzeugt, das man an keinem Sandstrand hören würde. An der Küste ragen bizarre Felssäulen und Klippen aus dem Wasser, die vom ewigen Kampf zwischen Vulkangestein und Atlantik zeugen. Der Zugang ist frei, aber Vorsicht ist geboten: Die Wellen können weit auf den Steinstrand laufen, und nasse Kiesel sind rutschig.

UNESCO Global Geopark

Reykjanes wurde 2015 in das Netzwerk der UNESCO Global Geoparks aufgenommen. Die Auszeichnung würdigt die außergewöhnliche geologische Vielfalt der Halbinsel, die auf relativ kleiner Fläche nahezu alle vulkanischen Phänomene vereint, die Island zu bieten hat: Schildvulkane, Spalteneruptionen, Lavafelder, Geothermalgebiete, Erdspalten, Kraterseen und submarine Vulkane direkt vor der Küste.

Der Geopark umfasst die gesamte Halbinsel und bietet mehrere Informationszentren, darunter das Reykjanes Geopark Visitor Centre in Reykjanesbær (Keflavík), wo man sich über die Geologie der Region informieren und Wanderkarten besorgen kann. Es gibt ausgeschilderte Geowanderwege, die zu den interessantesten geologischen Formationen führen, und regelmäßig werden geführte Touren angeboten.

Für geologisch Interessierte ist Reykjanes ein Freiluftlabor ohne Vergleich. Man kann innerhalb eines Tages Lavahöhlen erkunden, an heißen Quellen vorbeilaufen, auf frischer Lava stehen, die Plattengrenze sehen und ein Geothermiekraftwerk besuchen. Das Viking World Museum in Njarðvík zeigt außerdem eine Nachbildung eines Wikingerschiffs und die Geschichte der frühen Besiedlung der Halbinsel.

Praktische Tipps

Anreise und Lage: Die Reykjanes-Halbinsel liegt nur 20 Minuten vom Flughafen Keflavík und etwa 45 Minuten von Reykjavík entfernt. Die Hauptstraßen (Routen 41, 43 und 425) sind asphaltiert und ganzjährig befahrbar. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sind mit einem normalen PKW erreichbar, ein Allradwagen ist nicht nötig.

Zeitplanung: Für die wichtigsten Highlights (Blaue Lagune, Gunnuhver, Brücke zwischen den Kontinenten, Seltún) sollte man mindestens einen vollen Tag einplanen. Wer auch die Küste, den Leuchtturm und die neuen Lavafelder erkunden möchte, braucht zwei Tage. Ein Besuch der Blauen Lagune allein dauert mindestens zwei bis drei Stunden.

Kosten: Die meisten Sehenswürdigkeiten auf Reykjanes sind kostenlos zugänglich. Parkgebühren fallen an Seltún (500 ISK / rund 3 EUR) und am Reykjanesviti-Leuchtturm (keine Gebühr) an. Die Blaue Lagune kostet ab 75 EUR. Geführte Vulkan-Wanderungen zu den neuen Lavafeldern werden ab etwa 15.000 ISK (rund 95 EUR) pro Person angeboten und sind empfehlenswert, da man ohne Guide nicht an alle Stellen herankommt.

Sicherheit: Die vulkanische Aktivität auf Reykjanes ist real und ernst zu nehmen. Gesperrte Gebiete dürfen nicht betreten werden. Vulkanische Gase (vor allem Schwefeldioxid) können in der Nähe aktiver Eruptionsstellen gesundheitsschädlich sein. Bei erhöhter seismischer Aktivität sollte man sich auf Durchsagen und Anweisungen der Behörden einstellen. Die App "112 Iceland" bietet Echtzeit-Warnungen und sollte auf jedem Handy installiert sein.

Unterkünfte: In Keflavík, Reykjanesbær und Garður gibt es Hotels und Gästehäuser in verschiedenen Preisklassen. Ein Doppelzimmer kostet je nach Saison zwischen 15.000 und 40.000 ISK (rund 95 bis 255 EUR) pro Nacht. Die Blaue Lagune hat ein eigenes Luxushotel (Retreat at Blue Lagoon) mit Preisen ab etwa 600 EUR pro Nacht. Alternativ kann man Reykjanes problemlos als Tagesausflug von Reykjavík aus erkunden.

Häufige Fragen

Ist es sicher, Reykjanes zu besuchen?

Ja, solange man die Sperrzonen respektiert und sich an die Anweisungen der Behörden hält. Die touristische Infrastruktur (Blaue Lagune, Gunnuhver, Leuchtturm, Brücke) liegt außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone. Vor der Reise sollte man allerdings den aktuellen Status auf vedur.is und almannavarnir.is prüfen.

Kann man die frischen Lavafelder besichtigen?

Das hängt von der aktuellen Situation ab. Nach dem Ende einer Eruption werden manche Gebiete nach einiger Zeit für Besucher freigegeben. Geführte Wanderungen zu den Lavafeldern von Fagradalsfjall und Geldingadalur werden regelmäßig angeboten und sind der sicherste Weg, die neue Lava zu erleben.

Lohnt sich ein Besuch der Blauen Lagune?

Das ist Geschmackssache. Die Anlage ist professionell, das Wasser anders als alles andere und die Lage im Lavafeld stark. Allerdings sind die Preise hoch und es ist oft voll. Wer ein ruhigeres Erlebnis sucht, kann alternativ die Sky Lagoon in Reykjavík oder die Mývatn Nature Baths im Norden besuchen.

Wie viel Zeit braucht man für Reykjanes?

Ein voller Tag reicht für die Hauptsehenswürdigkeiten. Wer die Halbinsel gründlich erkunden möchte, sollte zwei Tage einplanen. Viele Reisende kombinieren Reykjanes mit dem An- oder Abreisetag, da der Flughafen direkt auf der Halbinsel liegt.

Was wurde aus der Stadt Grindavík?

Grindavík wurde im November 2023 evakuiert, nachdem sich ein Magmagang unter dem Ort geöffnet hatte. Die Situation hat sich seitdem weiterentwickelt, und Teile der Stadt sind zeitweise wieder zugänglich. Der aktuelle Status ändert sich jedoch regelmäßig. Für Touristen gibt es in Grindavík aktuell nichts zu sehen, und man sollte die Anweisungen der Behörden befolgen.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026