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Mit dem Auto nach Dänemark
Anreise, Maut und Tipps für die Autofahrt

Mit dem Auto nach Dänemark

11 Min. Lesezeit

Die Anreise mit dem Auto ist die beliebteste Art, nach Dänemark zu kommen. Rund 70 Prozent aller deutschen Urlaüber fahren mit dem eigenen Wagen. Das macht Sinn: Du bist flexibel, kannst so viel Gepäck mitnehmen wie du willst, und am Urlaubsort brauchst du sowieso ein Auto, wenn du ein Ferienhaus gebucht hast.

Es gibt drei Hauptrouten von Deutschland nach Dänemark. Welche für dich die beste ist, hängt von deinem Startort und deinem Ziel in Dänemark ab. In diesem Artikel erkläre ich alle drei Routen, die aktuellen Mautgebühren, die dänischen Verkehrsregeln und die besten Spartipps für die Anreise.

Die drei Hauptrouten

Von Deutschland nach Dänemark gibt es drei Wege: über den Landweg durch Schleswig-Holstein und dann über die Grenze bei Flensburg, per Fähre von Puttgarden nach Rødby (Lolland) oder über Schweden und die Øresund-Brücke. Jede Route hat Vor- und Nachteile.

Tipp: Berechne dein persönliches Reisebudget mit unserem Dänemark-Reisekostenrechner.

Die Wahl hängt von zwei Faktoren ab: Wo startest du, und wo willst du hin? Für die jütländische Westküste ist der Landweg am schnellsten. Für Kopenhagen und Seeland lohnt sich die Fähre oder der Umweg über Schweden. Hier die Details zu jeder Route.

Route 1: Über den Landweg durch Jütland

Die einfachste und günstigste Route. Du fährst über die A7 Richtung Flensburg und überquerst die deutsch-dänische Grenze. Dahinter wird die A7 zur dänischen Autobahn E45. Keine Fähre, keine Brückengebühr, einfach geradeaus fahren.

Dänische Autobahn E45 in Jütland bei gutem Wetter
Die E45 durchquert Jütland von Süd nach Nord (KI-generiert)

Von Hamburg bis zur dänischen Grenze sind es etwa 160 Kilometer, die Fahrt dauert knapp zwei Stunden. Von der Grenze bis Billund (Legoland) sind es weitere 170 Kilometer (ca. 1,5 Stunden), bis Ringkøbing an der Westküste 220 Kilometer (ca. 2 Stunden) und bis Skagen ganz im Norden 380 Kilometer (ca. 3,5 Stunden).

Die E45 ist gut ausgebaut, meistens zweispurig in jede Richtung. Der Verkehr fließt ruhig, Staus gibt es selten, außer im Bereich Aarhus zu Stoßzeiten. Die Autobahnen in Dänemark sind mautfrei. Du zahlst für diese Route also null Gebühren.

Wenn du weiter auf die Inseln Fünen oder Seeland willst, musst du die Storebælt-Brücke (Großer Belt) nehmen. Dafür fallen Gebühren an, mehr dazu im Abschnitt zu Brücken und Maut.

Direkt hinter der Grenze liegen die großen Grenzshops in Padborg und Kruså. Hier lohnt es sich, auf dem Rückweg zu stoppen und Bier, Süßigkeiten und andere Produkte günstig einzukaufen. Die Dänen selbst sind dort Stammkunden.

Route 2: Fähre Puttgarden-Rødby

Die klassische Route für alle, die nach Kopenhagen, Seeland oder auf die südlichen Inseln wollen. Die Fähre fährt von Puttgarden auf Fehmarn nach Rødby auf Lolland. Die Überfahrt dauert 45 Minuten, und die Fähren verkehren rund um die Uhr im 30-Minuten-Takt.

Scandlines-Fähre zwischen Puttgarden und Rødby auf offener See
Die Scandlines-Fähre verbindet Puttgarden mit Rødby in 45 Minuten (KI-generiert)

Die Fähre wird von Scandlines betrieben. Die Preise hängen von der Tageszeit und Buchungsart ab. Ein PKW bis 6 Meter Länge zahlt für die einfache Fahrt zwischen 350 und 600 DKK (47 bis 80 EUR). Online-Buchung im Voraus ist meistens günstiger als an der Kasse. Fahrer und Passagiere sind im Preis enthalten.

Von Rødby nach Kopenhagen sind es 180 Kilometer, etwa 1,5 Stunden Fahrzeit. Die Strecke führt über Lolland, Falster und Seeland. Auf dieser Route brauchst du keine Brückengebühren, die Brücken zwischen den Inseln sind mautfrei.

Ab voraussichtlich 2029 wird der Fehmarnbelt-Tunnel die Fähre ersetzen. Der 18 Kilometer lange Tunnel verbindet dann Fehmarn direkt mit Lolland, die Fahrzeit verkürzt sich auf 10 Minuten. Bis dahin bleibt die Fähre die einzige Option auf dieser Route.

Eine Alternative ist die Fähre Rostock-Gedser (Scandlines). Die Überfahrt dauert 1 Stunde 45 Minuten und kostet etwas mehr. Für Reisende aus Berlin oder dem Osten Deutschlands spart sie aber Autobahnkilometer.

Route 3: Über die Øresund-Brücke

Die dritte Option führt über Schweden. Du fährst durch Schleswig-Holstein und dann entweder per Fähre von Puttgarden nach Rødby (wie Route 2), weiter nach Malmö und über die Øresund-Brücke nach Kopenhagen. Oder du fährst durch ganz Schweden über die E4 und dann über die Brücke.

Die Øresund-Brücke verbindet Malmö (Schweden) mit Kopenhagen. Die Überfahrt dauert 10 Minuten und kostet 395 DKK (53 EUR) für einen PKW. Diese Route macht Sinn, wenn du ohnehin aus Schweden kommst oder einen Abstecher nach Malmö einplanen willst.

Für die meisten deutschen Urlaüber ist die Øresund-Route teurer als die Fähre. Du zahlst sowohl die Fähre nach Rødby als auch die Brücke. Das lohnt sich nur, wenn du Schweden mit Dänemark kombinieren willst.

Brücken und Mautkosten

Dänemark hat keine allgemeine Autobahnmaut. Du zahlst nur für zwei Brücken: die Storebælt-Brücke (Großer Belt) und die Øresund-Brücke. Alle anderen Straßen und Brücken sind kostenlos.

Storebælt-Brücke über den Großen Belt bei Sonnenuntergang
Die Storebælt-Brücke verbindet Jütland/Fünen mit Seeland (KI-generiert)

Brückengebühren 2026 (PKW, einfache Fahrt)

  • Storebælt-Brücke: 260 DKK (ca. 35 EUR) ohne BroPas, 155 DKK (ca. 21 EUR) mit BroPas
  • Øresund-Brücke: 395 DKK (ca. 53 EUR) ohne ØresundBizz, 275 DKK (ca. 37 EUR) mit ØresundBizz
  • BroPas Jahresgebühr: 79 DKK (ca. 11 EUR)
  • ØresundBizz Jahresgebühr: 0 DKK (kostenlos)

Die Storebælt-Brücke brauchst du, wenn du von Jütland oder Fünen nach Seeland (Kopenhagen) fahren willst. Die Brücke ist 18 Kilometer lang und die Überfahrt dauert etwa 12 Minuten. Die Zahlung erfolgt an der Mautstelle auf der Seeland-Seite. Du kannst bar, mit Karte oder per automatischer Erfassung (BroPas/BizzKonto) zahlen.

Die BroPas kostet 79 DKK pro Jahr und senkt den Einzelpreis von 260 auf 155 DKK. Wenn du hin und zurück über die Brücke fährst, sparst du also 210 DKK (ca. 28 EUR) minus 79 DKK Jahresgebühr = 131 DKK (ca. 18 EUR) netto. Ab der zweiten Reise pro Jahr lohnt es sich noch deutlicher. Du beantragst die BroPas online auf der Website von Storebælt und bekommst sie per Post.

Die Øresund-Brücke verbindet Dänemark mit Schweden. Mit einem ØresundBizz-Transponder (kostenlos) zahlst du 275 statt 395 DKK. Wer regelmäßig die Brücke nutzt, kann ein Pendler-Abonnement für 530 DKK (ca. 71 EUR) pro Monat abschließen. Für Urlaüber reicht der normale Tarif.

Verkehrsregeln in Dänemark

Die dänischen Verkehrsregeln unterscheiden sich in einigen Punkten von den deutschen. Hier die wichtigsten Unterschiede:

Tempolimits: Innerorts 50 km/h, Landstraße 80 km/h, Autobahn 130 km/h. Auf manchen Autobahnabschnitten gelten 110 km/h, achte auf die Schilder. Im Bereich von Schulen und Wohngebieten sind oft 40 km/h vorgeschrieben.

Licht am Tag: In Dänemark musst du auch tagsüber mit eingeschaltetem Abblendlicht fahren. Das gilt ganzjährig und für alle Fahrzeuge. Die meisten modernen Autos haben Tagfahrlicht, das reicht aus. Wer ohne Licht fährt, riskiert ein Bußgeld von 1.000 DKK (134 EUR).

Promillegrenze: 0,5 Promille, genau wie in Deutschland. Die Strafen sind allerdings deutlich härter. Wer mit über 0,5 Promille erwischt wird, zahlt eine Geldstrafe, die sich nach dem Nettoeinkommen richtet. Der Führerschein kann vor Ort eingezogen werden.

Bußgelder: Dänische Bußgelder sind höher als in Deutschland. Geschwindigkeitsüberschreitungen kosten ab 1.000 DKK (134 EUR). Bei mehr als 30 km/h zu schnell wird es richtig teuer: 3.000 DKK (402 EUR) aufwärts. Seit 2021 kann bei extremen Verstößen sogar das Auto beschlagnahmt werden.

Kreisverkehr: In Dänemark hat der Verkehr im Kreisverkehr Vorfahrt. Das ist wie in Deutschland. Blinke beim Verlassen des Kreisverkehrs rechts. Viele Dänen tun das nicht, aber die Regel gilt.

Warndreieck und Verbandskasten: Beides ist Pflicht. Dazu eine Warnweste für den Fahrer. Kontrolliert wird selten, aber im Falle eines Unfalls brauchst du die Ausrüstung.

Tanken und Parken

Moderne Tankstelle in Dänemark mit Preisanzeige
Tankstellen sind in Dänemark gut verteilt, die Preise etwas höher als in Deutschland (KI-generiert)

Benzin kostet in Dänemark 13 bis 15 DKK pro Liter (1,74 bis 2,01 EUR), Diesel 11 bis 13 DKK (1,47 bis 1,74 EUR). Das ist 10 bis 15 Cent pro Liter mehr als in Deutschland. Tanke also in Deutschland voll, bevor du die Grenze überquerst.

In Dänemark gibt es zwei Arten von Tankstellen: bemannte mit Shop und unbemannte Automatentankstellen. Die Automatentankstellen (oft von Uno-X, F24 oder Circle K) sind günstiger, meistens 30 bis 50 Øre pro Liter (4 bis 7 Cent). Du brauchst eine Kreditkarte oder Debitkarte mit PIN. Manche Automaten akzeptieren nur dänische Tankkarten, die meisten funktionieren aber auch mit deutschen Visa- und Mastercard-Karten.

Ein Hinweis zu Elektroautos: Dänemark baut sein Ladenetz schnell aus. Entlang der Autobahnen gibt es alle 50 bis 80 Kilometer Schnellladestationen. Die Kosten liegen bei 3 bis 5 DKK (0,40 bis 0,67 EUR) pro kWh. An den Ferienhäusern gibt es meistens keine eigene Wallbox, aber viele Ferienhausgebiete haben öffentliche Ladepunkte in der Nähe.

Parken

In den Ferienorten ist das Parken meistens kostenlos. Am Ferienhaus hast du sowieso deinen eigenen Parkplatz. In den Städten wird es anders. Kopenhagen, Aarhus und Odense haben Parkzonen mit unterschiedlichen Preisen.

Parkuhr und Parkzone in einer dänischen Stadt
In dänischen Städten gibt es farbige Parkzonen mit unterschiedlichen Tarifen (KI-generiert)

In Kopenhagen gibt es rote, grüne und blaue Zonen. Die rote Zone (Innenstadt) kostet 43 DKK (5,76 EUR) pro Stunde, die grüne Zone 30 DKK (4,02 EUR) und die blaue Zone 17 DKK (2,28 EUR). Bezahlt wird per App (EasyPark oder ParkMan) oder am Automaten. Am Wochenende und abends nach 17 Uhr ist in vielen Zonen kostenloses Parken möglich.

Auf den kleineren Parkplätzen in Dänemark brauchst du oft eine Parkscheibe. Diese legst du sichtbar hinter die Windschutzscheibe. Die Parkscheibe bekommst du kostenlos an Tankstellen oder Touristeninformationen. Wer ohne Parkscheibe steht, riskiert ein Knöllchen von 510 DKK (68 EUR).

Spartipps für die Anreise

Mit ein paar Tricks lässt sich bei der Anreise ordentlich sparen:

BroPas beantragen: Wenn du die Storebælt-Brücke überquerst, spart die BroPas über 100 DKK pro Fahrt. Die Jahresgebühr von 79 DKK ist schon bei einer Hin- und Rückfahrt amortisiert.

Fähre frühbuchen: Scandlines-Tickets sind online vorab günstiger als an der Kasse. Flexible Tickets kosten mehr, aber Festpreis-Tickets für bestimmte Abfahrten sind oft 30 bis 40 Prozent billiger. Buche mindestens zwei Wochen vorher.

Abfahrtszeiten vergleichen: Fähren am frühen Morgen (vor 7 Uhr) und spätabends (nach 21 Uhr) sind oft günstiger als Fahrten zur Mittagszeit. Wer um 5 Uhr morgens losfährt, spart manchmal 100 DKK.

In Deutschland volltanken: Bei einem 60-Liter-Tank und 15 Cent Preisunterschied pro Liter sparst du 9 EUR pro Tankfüllung. Bei einer zweiwöchigen Reise und zwei Tankstopps in Dänemark summiert sich das.

Grenzshops nutzen: Die Grenzshops in Padborg und Kruså bieten Bier, Wein, Süßigkeiten und Softdrinks zu dänischen Grenzshop-Preisen, die deutlich unter den normalen dänischen Supermarktpreisen liegen. Auf dem Rückweg einen Stopp einplanen.

Samstag anreisen: Ferienhäuser haben Samstag als Wechseltag. Wenn du samstags anreist und samstags abreist, vermeidest du den Ansturm am Freitagnachmittag. Außerdem sind die Autobahnen in Dänemark samstags leerer als freitags.

Wer mehr über die Kosten vor Ort erfahren will, findet in meinem Artikel zu den Kosten in Dänemark alle Details zu Lebensmitteln, Restaurants und Aktivitäten.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Fahrt von Hamburg nach Dänemark?

Von Hamburg bis zur dänischen Grenze bei Flensburg sind es knapp 2 Stunden. Bis zur Westküste (Søndervig) dauert es insgesamt etwa 5 Stunden, bis Kopenhagen über die Fähre oder den Landweg etwa 5 bis 6 Stunden.

Gibt es eine Autobahnmaut in Dänemark?

Nein, die Autobahnen in Dänemark sind mautfrei. Du zahlst nur Gebühren für die Storebælt-Brücke (260 DKK / 35 EUR) und die Øresund-Brücke (395 DKK / 53 EUR).

Wie schnell darf man auf dänischen Autobahnen fahren?

Das Tempolimit auf dänischen Autobahnen beträgt 130 km/h, auf manchen Abschnitten 110 km/h. Innerorts gelten 50 km/h, auf Landstraßen 80 km/h. Geschwindigkeitskontrollen gibt es regelmäßig, und die Bußgelder sind deutlich höher als in Deutschland.

Braucht man eine Vignette für Dänemark?

Nein. Dänemark hat keine Vignetten-Pflicht für PKW. Nur LKW über 12 Tonnen brauchen eine Eurovignette. Für PKW und Wohnmobile unter 3,5 Tonnen fallen keine Mautgebühren auf den Autobahnen an.

Muss man in Dänemark tagsüber mit Licht fahren?

Ja, in Dänemark gilt eine ganzjährige Lichtpflicht. Du musst auch am Tag mit Abblendlicht oder Tagfahrlicht fahren. Bei Verstoß droht ein Bußgeld von 1.000 DKK (ca. 134 EUR).

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Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026