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Norwegen teurer, Schweden günstiger: was die Kronenkurse 2026 mit deinem Reisebudget machen

Norwegen teurer, Schweden günstiger: was die Kronenkurse 2026 mit deinem Reisebudget machen

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Wer im Januar eine Woche Norwegen gebucht hat und dieselbe Woche heute bucht, zahlt in Euro gerechnet rund neun Prozent mehr, ohne dass der Vermieter den Preis angehoben hätte. In Schweden ist es umgekehrt. Dahinter steckt keine Preiserhöhung, sondern der Wechselkurs.

Die Zahlen

Nach den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank kostete ein Euro am 2. Januar 2026 noch 11,80 norwegische Kronen. Am 22. September waren es 10,80. Für Reisende aus dem Euroraum heißt das: Derselbe Euro kauft gut acht Prozent weniger Kronen als zu Jahresbeginn. Umgekehrt gerechnet sind 1.000 norwegische Kronen von 84,76 Euro auf 92,58 Euro gestiegen, ein Plus von gut neun Prozent.

Bei der schwedischen Krone lief es andersherum. Am 2. Januar gab es 10,81 Kronen für den Euro, am 22. September 11,25. Wer heute in Schweden bezahlt, bekommt also etwa vier Prozent mehr für sein Geld als im Januar. 1.000 schwedische Kronen sind von 92,52 Euro auf 88,92 Euro gefallen.

Die dänische Krone spielt in dieser Rechnung keine Rolle. Sie ist über den europäischen Wechselkursmechanismus fest an den Euro gebunden und darf nur in einem schmalen Band schwanken. Anfang Januar standen 7,4694 Kronen je Euro auf der Tafel, im September 7,4756. Wer nach Dänemark fährt, kann Währungsfragen getrost ignorieren.

Warum die norwegische Krone anzieht

Der Grund liegt bei den Notenbanken. Die Norges Bank hat ihren Leitzins im Mai 2026 auf 4,25 Prozent angehoben, die erste Anhebung seit 2023, und ihn im August dort bestätigt. Hintergrund ist eine Inflation, die zuletzt um die 3,6 Prozent lag und hartnäckiger blieb als erwartet. Noch im Dezember hatte die Bank für 2026 Zinssenkungen in Aussicht gestellt und diesen Kurs dann kassiert.

Die schwedische Riksbank steht am anderen Ende. Nach mehreren Senkungen liegt ihr Leitzins bei 1,75 Prozent und wurde im September erneut bestätigt. Zwischen Oslo und Stockholm liegen damit zweieinhalb Prozentpunkte, und Kapital fließt dorthin, wo es mehr Zinsen gibt. Genau das treibt die norwegische Krone und bremst die schwedische.

Ein Vorbehalt gehört dazu: Wechselkurse sind keine Prognose. Die Norges Bank entscheidet am 24. September erneut über den Leitzins, und am Markt wird darüber gestritten, ob eine weitere Anhebung noch dieses Jahr kommt oder erst 2027. Die Zahlen oben sind der Stand vom 22. September 2026.

Was das konkret kostet

An einer Ferienhauswoche in Norwegen für 12.000 Kronen lässt sich der Effekt durchrechnen. Im Januar entsprach das 1.017 Euro, im September 1.111 Euro. Die Differenz von 94 Euro ist ungefähr eine Tankfüllung plus zwei Restaurantbesuche.

Bei kleineren Beträgen fällt es weniger auf, summiert sich aber über eine Reise. Ein Mittagessen für 250 Kronen kostete im Januar 21,19 Euro und im September 23,15 Euro. Eine Fährüberfahrt für 800 Kronen ist von 67,81 auf 74,07 Euro geklettert.

In Schweden läuft dieselbe Rechnung in die andere Richtung. Ein Ferienhaus für 9.000 Kronen kostete im Januar 832,68 Euro und im September 800,26 Euro.

Was sich daraus machen lässt

Der Umweg über Schweden lohnt sich für alle, die ohnehin flexibel sind. Wer Fjorde sehen will, kommt an Norwegen nicht vorbei, aber Wandern, Seen, Wälder und Schärenküste gibt es in Schweden zum aktuell besseren Kurs. Auch Ferienhäuser in Värmland oder Dalarna liegen preislich näher an Deutschland als alles, was in Norwegen angeboten wird.

Beim Bezahlen selbst gibt es eine Falle, die mehr kostet als der ganze Kursunterschied: die Abrechnung in Euro am Kartenterminal. Wenn das Gerät fragt, ob in Euro oder in Kronen abgerechnet werden soll, ist die Antwort immer Kronen. Bei der Abrechnung in Euro legt der Terminalbetreiber seinen eigenen Kurs zugrunde, und der liegt gern drei bis sechs Prozent neben dem Referenzkurs. Dieselbe Regel gilt am Geldautomaten.

Täglich Kurse verfolgen muss deshalb niemand. Wer aber zwei Angebote in zwei Ländern vergleicht, sollte kurz nachrechnen statt mit dem Kurs von vorletztem Jahr zu hantieren. Norwegen ist in Euro gerechnet gut neun Prozent teurer geworden, Schweden knapp vier Prozent günstiger. Dreizehn Prozentpunkte Abstand sind bei einer Familienreise schnell der Preis der Anreise.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.