Ferienhaus in den Schären
Die Schären sind Schwedens ganz eigene Art von Küste. Statt einer durchgehenden Sandlinie liegen hier tausende Felseninseln vor dem Festland, mal kahl und windgeschliffen, mal bewaldet mit einer roten Hütte darauf. Ein Ferienhaus in den Schären bei Stockholm bedeutet Wasser vor der Tür, helle Sommernächte und eine Ruhe, die man an der Küste sonst selten findet. Der bekannteste Schärengarten liegt vor der Hauptstadt, aber auch die Westküste bei Bohuslän und die Ostsee haben ihre eigenen Inselwelten.
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Der Stockholmer Schärengarten
Vor Stockholm zieht sich mit rund 30.000 Inseln der größte Schärengarten Schwedens hin. Er reicht von den waldigen, gut erreichbaren Inseln nah an der Stadt bis zu den kahlen Felsen ganz außen, wo am Ende nur noch Wasser und Horizont bleiben. Wie weit du hinausfährst, entscheidet darüber, welche Art von Urlaub du bekommst.
Nah an Stockholm liegen Orte wie Grinda oder Vaxholm, die sich auch für einen Tagesausflug eignen. Weiter draußen wird es einsamer. Sandhamn ist ein alter Lotsenort und ein Treffpunkt für Segler, während sich auf Möja und Utö das Tempo spürbar verlangsamt. Wer die ganze Region einmal in Ruhe kennenlernen will, findet in unserer Reportage über die schwedischen Schärengärten die Hintergründe dazu.
Nicht jeder Schärengarten liegt vor der Hauptstadt. An der Westküste rund um Bohuslän sind die Inseln glatter und heller, weil der Granit dort anders verwittert. Entlang der Ostsee bei Kalmar und vor der übrigen Ostküste findest du weitere Schären, die oft ruhiger sind als die bekannten Ziele vor Stockholm.
Was ein Ferienhaus in den Schären ausmacht
Die Bandbreite ist groß. Am einfachen Ende stehen kleine Inselhütten, die du nur per Boot erreichst und bei denen du dein Trinkwasser selbst mitbringst. Am anderen Ende gibt es Häuser mit eigenem Steg, Sauna und Stromanschluss, die über eine Brücke oder eine regelmäßige Fähre angebunden sind. Dazwischen liegt so ziemlich alles.
Bevor du buchst, lohnt ein genauer Blick auf die Anreise. Steht in der Beschreibung, dass die Insel nur per Boot erreichbar ist, brauchst du entweder ein eigenes Boot, ein Wassertaxi oder die Fahrpläne der Schärenboote im Kopf. Häuser mit fester Anbindung sind bequemer, dafür bist du auf den stillen Inseln näher an dem, warum die meisten überhaupt in die Schären fahren. Wer offenes Wasser vor der Tür sucht, schaut sich unsere Auswahl an Ferienhäusern am Meer an.
Die Hauptsaison ist kurz und dreht sich um den Juli. Dann ist das Wasser am wärmsten und die Boote fahren am dichtesten. Im Mai und im September hast du die Felsen dagegen fast für dich, musst aber damit rechnen, dass manche Fährlinie und mancher Inselladen schon oder noch geschlossen hat.
Mit dem Schärenboot auf die Inseln
Das Rückgrat des Verkehrs auf dem Wasser ist Waxholmsbolaget, die Schärenreederei der Region Stockholm. Ihre weißen Boote fahren von der Stockholmer Innenstadt und von Stäket bei Vaxholm aus zu hunderten Anlegern, darunter Grinda, Sandhamn, Utö und Möja. Fahrkarten kaufst du an Bord oder vorab über die App der Reederei.
Die Fahrpläne wechseln mit der Saison, deshalb solltest du die Zeiten vor der Abreise prüfen. Im Sommer fahren viele Linien mehrmals täglich, im Winter oft nur ein paar Mal am Tag. Liegt dein Ferienhaus auf einer der äußeren Inseln, plane deinen Einkauf so, dass eine vergessene Packung Kaffee dich nicht eine halbe Tagesreise kostet.
Baden, Segeln und Angeln
Gebadet wird in den Schären selten am Sandstrand, sondern von den Felsen aus. Der Granit speichert die Sonne, sodass die glatten Platten am Nachmittag angenehm warm werden, und ins Wasser geht es oft steil und tief. Das klingt zunächst spröde, hat aber seinen Reiz, sobald du zum ersten Mal von einem warmen Felsen ins klare Ostseewasser springst.
Segeln gehört hier fest dazu. Zwischen den Inseln liegen geschützte Buchten und Naturhäfen, in denen abends die Boote festmachen. Auch ohne eigenes Segelboot kommst du aufs Wasser, denn in vielen Orten kannst du Kajaks oder kleine Motorboote leihen und selbst zwischen den Inseln umherfahren.
Geangelt wird in den Schären vor allem auf Hecht, Barsch und im Herbst auf Meerforelle. In den Küstengewässern rund um die Inseln ist das Angeln mit Handgerät meist frei, für Binnenseen auf den größeren Inseln kann dagegen ein fiskekort nötig sein. Wie du überhaupt in die Region kommst und was sonst noch zu einer Reise gehört, liest du in unserem großen Überblick zu Schweden.
Häufig gestellte Fragen
Wie komme ich in den Schären auf die Inseln?
Am einfachsten mit den Schärenbooten von Waxholmsbolaget, die von Stockholm und Vaxholm aus zu hunderten Anlegern fahren. Für abgelegene Inseln nutzt du ein eigenes Boot oder ein Wassertaxi. Manche Inseln wie Vaxholm oder Teile von Värmdö sind über Brücken auch mit dem Auto erreichbar.
Wann ist die beste Reisezeit für die Schären?
Der Juli bietet das wärmste Wasser und den dichtesten Bootsverkehr, ist dafür aber die belebteste Zeit. Im Mai und September ist es deutlich ruhiger und die Felsen gehören fast dir allein. Dann fahren allerdings weniger Fähren, und einzelne Läden auf den Inseln haben geschlossen.
Gibt es Ferienhäuser in den Schären, die man mit dem Auto erreicht?
Ja. Auf den inneren, über Brücken angebundenen Inseln wie Värmdö oder rund um Vaxholm fährst du direkt bis zum Haus. Häuser auf den äußeren Inseln sind meist nur per Boot erreichbar, was in der Beschreibung des Angebots vermerkt sein sollte.
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Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.