Das Bildungssystem in Norwegen

In Norwegen besteht für 6- bis 16-jährige Kinder eine zehnjährige Schulpflicht, die 1739 eingeführt wurde. Das Schuljahr beginnt im August und endet im Juni des darauffolgenden Jahres mit den großen Sommerferien, wie sie in Deutschland üblich sind.
Das Bildungssystem in Norwegen

Es gibt drei Stufen, in die das norwegische Schulsystem aufgeteilt ist: Grundschule, Sekundarstufe I und Gymnasiale Oberstufe.
Noten werden ab der achten Klasse vergeben. Die 6 ist die beste und die 1 die schlechteste Zensur.
Das Bildungssystem in Norwegen unterscheidet sich relativ stark vom Deutschen. Nachfolgend wird alles Wissenswerte erläutert.

Das norwegische Bildungssystem – was zeichnet es aus?

In Deutschland ist die Schulbildung in eine vierjährige Grundschulzeit unterteilt. Danach wählen die Kinder eine weiterführende Schule.

In Norwegen hingegen gehen sie bis zur 10. Klasse gemeinsam zur Schule und können nach der Grundschulzeit eine weiterführende Schule besuchen.

Eine Lehre oder Ausbildung können hier ebenso absolviert werden. Das norwegische Schulsystem wird in folgende Abschnitte unterteilt:

Grundschule (auf norwegisch Barneskole Klassen 1 bis 7)

Im ersten Schuljahr wird den Schülern das Wissen relativ sanft und auf spielerische Weise vermittelt.
Es geht darum, Grundkenntnisse in den Bereichen Schreiben, Lesen, Englisch und Mathematik zu erlernen.

Auch soziale Strukturen sind ein wichtiger Bestandteil. In den Schuljahren 2 bis 7 liegt der Schwerpunkt auf Norwegisch, Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Religion und Gymnastik.

Ab der 5. Klasse kommen Fächer wie Geschichte, Geografie und Sozialkunde hinzu. Bis zur 8. Klasse werden keine Noten vergeben.

Mittelschule oder Sekundarstufe (Ungdomsskole Klassen 8 bis 10)

Nun beginnt der Ernst des Schullebens: Die erste Benotung steht an. Sie entscheidet darüber, ob die Schüler berechtigt sind, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen. Die Noten reichen in Norwegen von 1 bis 6, aber andersherum als in Deutschland. Ab dem 8. Schuljahr gibt es zudem Wahlpflichtfächer (Valgfag) wie Deutsch, Französisch und Spanisch.

Sekundarstufe II / Gymnasiale Oberstufe (Videregående skole, dreijährige Ausbildung ähnlich zum Gymnasium in Deutschland)

Hierbei handelt es sich um eine dreijährige optionale Ausbildung, die nach dem Abschluss der 10. Klasse möglich ist und dem Gymnasium in Deutschland entspricht.

Die Sekundarstufe II hat folgende Hauptrichtungen: Es ist möglich, die Hochschulreife zu erwerben und betriebliche Berufsausbildung abzuschließen, wobei beide Richtungen miteinander kombiniert werden können.

Um an einer Hochschule oder Universität einen Studienplatz zu bekommen, wird die allgemeine Hochschulreife benötigt.
Nur die Berufsausbildung berechtigt nicht dazu. An staatlichen norwegischen Universitäten werden insbesondere theoretische Fächer gelehrt, beispielsweise Kunst, Natur- und Geisteswissenschaften.
Folgende Abschlüsse sind möglich:

  • nach drei Jahren Bachelor
  • nach fünf Jahren Master
  • nach acht Jahren Promotion

Spezialisierungen wie Jura, Psychologie oder Medizin werden an den Universitäten in eigenständigen Einrichtungen unterrichtet. Norwegen bietet bis hin zur Universität qualitativ hochwertige Bildung.

Dabei soll sie jedem erschwinglich zugänglich gemacht werden. In Norwegen haben rund 80% der Menschen eine Ausbildung absolviert, die über die 10-jährige Pflichtschule hinausgeht.

Mehr als 50% haben eine weiterführende Schule besucht und über 30% verfügen über eine Universitäts- oder Hochschulausbildung. Die Studierenden müssen jedes Semester eine niedrige Gebühr bezahlen.

Es gibt in Norwegen sieben, dem Staat unterstellte Universitäten und 27 Hochschulen. Daneben gibt es private Ausbildungsinstitutionen, die meist auf beliebte Fächer mit geringeren Aufnahmekapazitäten spezialisiert sind, zum Beispiel Marketing oder Business Management.

Zusammenfassung

Für die Kinder in Norwegen besteht ab der Einschulung mit 6 Jahren eine 10-jährige Schulpflicht. In Deutschland erhalten die Schüler bereits ab der dritten Klasse Noten. Dies geschieht in Norwegen erst ab der achten Klasse.

Sie sind bestrebt, eine „6“ zu bekommen, denn dies ist hier die beste Note. Nach der Grundschule folgen die Sekundarstufe I und Gymnasiale Oberstufe.

An den Universitäten sind verschiedene Abschlüsse möglich: Bachelor, Master oder Promotion. Dabei können sich die Schüler auf bestimmte Fächer spezialisieren. Auch die norwegischen Hochschulen bieten diesbezüglich ein sehr breites Spektrum an. Kennzeichnend für das norwegische Schulsystem ist das Streben nach Chancengleichheit.