Camping in Island
Meeresrauschen im Hintergrund, dazwischen Pferde, Schafe und Vögel. Die Luft riecht salzig und ist ständig in Bewegung.
Island ist für Camper wie gemacht. Über 170 Campingplätze verteilen sich über die gesamte Insel, viele davon direkt an den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Ob mit Zelt oder Campervan: Hier findest du alles, was du für deinen Campingurlaub in Island wissen musst.
Camping im Zelt oder im Campervan?
Eigentlich ist das gar nicht so wichtig. Beides ist möglich, die Campingplätze sind sowohl auf Zelte als auch auf Vans eingestellt.
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Wer den Komfort des Campervans bevorzugt, kommt also in Island genauso auf seine Kosten wie die eher spartanisch eingerichteten Menschen mit ihrem Zelt. Aber es gibt ein paar Unterschiede.
Während du dein Zelt unter bestimmten Bedingungen überall aufstellen kannst, sollte der Campervan grundsätzlich einen Campingplatz anfahren. Einzige Ausnahme: Ein Grundstückseigentümer erlaubt ausdrücklich, dass auf seinem Privatgrund übernachtet wird.
Wildcampen mit Zelt ist unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. In bewohnten Gebieten entlang öffentlicher Straßen darfst du zelten,
- wenn du nicht länger als eine Nacht bleibst
- wenn du dein Zelt nicht auf kultiviertem Land aufstellst
- wenn sich kein Campingplatz in unmittelbarer Nähe befindet
- wenn der jeweilige Grundbesitzer es nicht ausdrücklich verbietet, etwa durch Schilder
Ähnlich sieht es an anderen Orten aus: In unbewohntem Gebiet an einer öffentlichen Straße ist Zelten grundsätzlich erlaubt. Solange du wirklich nur ein Zelt aufstellst (nicht mehrere), spricht nichts dagegen.
Abseits von öffentlichen Straßen ist das Zelten erlaubt, sofern es für das jeweilige Gebiet keine Sonderregelungen gibt. Das kannst du leicht im Rahmen der Urlaubsvorbereitungen herausfinden.
Eine Genehmigung brauchst du, wenn du in der Nähe von Gebäuden zeltest, mehr als eine Nacht am gleichen Ort bleibst, mehr als drei Zelte aufstellen willst oder das Land bewirtschaftet wird.
Wenn du mit dem Wohnmobil oder Campervan unterwegs bist und darin übernachten willst, brauchst du ebenfalls eine Genehmigung. Da Touristen immer mal wieder im Mietwagen übernachten, kontrollieren die isländischen Behörden das inzwischen recht konsequent.
Besser den Campingplatz anfahren
Island hat es in den letzten Jahren geschafft, eine absolut bewundernswerte Infrastruktur zu schaffen. Überall da, wo es auch nur im entferntesten etwas Interessantes zu sehen gibt, ist der nächste Campingplatz mit sanitären Anlagen und Küchen nicht weit.
Die Ausstattung ist dann um einiges komfortabler als mit reinem Zelt. Da Hotels in Island schnell bei 150 bis 250 Euro pro Nacht liegen, ist Camping eine sinnvolle Alternative. Morgens eine heiße Dusche, abends ein warmes Essen im Campingplatz-Restaurant: Das reicht für die meisten völlig aus.
Online findest du verschiedene Karten mit allen Campingplätzen. Wer noch nie auf Island gezeltet hat, wird angesichts der Preise vielleicht überrascht sein. Es ist eng geworden auf der Insel, und Wildcampen im Mietwagen wird konsequent kontrolliert.
Spontane Übernachtungsmöglichkeiten sind aber trotzdem möglich. Wenn du keinen Campingplatz in der Nähe findest, frag einfach beim nächsten Hof, ob du dein Zelt für eine Nacht aufstellen darfst. In der Regel sagen die Isländer ja.
Nicht alle Campingplätze in Island sind gleich gut ausgestattet. Was genau zur Verfügung steht, hängt vom jeweiligen Betreiber ab.
Manche haben heiße Duschen und Waschmaschinen, andere nur eine einfache Toilette. Strom gibt es nicht überall. Einheitliche Standards fehlen, die Betreiber entscheiden selbst über die Ausstattung.
Camping in einem Zelt oder Campervan?
Natürlich macht es einen Unterschied, ob du in einem Zelt im Wind liegst oder in einem gemütlichen Camper mit Heizung. Einen Van oder ein Wohnmobil in Island zu mieten, ist problemlos möglich.
Der Preis ist der Haken: Ein Campervan kostet 80 bis 200 Euro am Tag, abhängig von Ausstattung und Modell. In der Hochsaison sind die beliebtesten Modelle oft Monate im Voraus ausgebucht. Wer dagegen mit dem Zelt unterwegs ist, hat mehr Flexibilität und gibt deutlich weniger aus.
Mit dem Zelt kannst du, wie oben beschrieben, auch abseits der Campingplätze übernachten. Eine Nacht auf dem Campingplatz kostet 12 bis 15 Euro pro Person. Strom und Duschen kosten oft extra. Wer es günstiger will, holt sich eine Campingcard.
Diese Karte ist jeweils ein Land und einen Sommer lang gültig und kostet um die 150 Euro. Mit der Karte können zwei Erwachsene und bis zu vier eigene Kinder auf einem der Campingplätze bis zu 28 Nächte lang übernachten. Das ist sehr viel kostengünstiger.
Insbesondere die Gegenden rund um die touristischen Highlights sind natürlich recht engmaschig mit Campingplätzen durchzogen. Aber auch in eher abgelegenen Gegenden findet sich der ein oder andere wunderschöne Platz.
Ausrüstung für den Urlaub auf Island
Island ist im Winter sehr kalt, im Sommer aber durchaus mild. Allerdings nicht in der Nacht, da ist es empfindlich kalt. Ein dünner Hüttenschlafsack reicht auf Island nicht aus, auch im Sommer nicht.
Denn es wird nachts grundsätzlich nicht wärmer als 10° C, auch im Sommer. Ein wattierter Sommerschlafsack reicht aus. Im Winter darf es auch ein etwas massiverer Schlafsack sein. Dazu gehört ein kleines Power Tube.
Außerdem solltest Du immer einen kleinen Gasbrenner dabei haben, einen Campingkocher. Geschirr, Besteck und Dosenöffner dürfen in der Ausrüstung nicht fehlen.
Ein Windschutz hilft, dass Du auch wirklich zum Kochen kommst. Eine Taschenlampe ist ebenfalls sehr nützlich.
Wer mit Van oder Wohnwagen unterwegs ist, kann sich Schlafsack und Isomatte natürlich sparen. Gut ausgestattete Wohnwagen sind keine Seltenheit. Die Kosten für die Mietwagen sind allerdings etwas höher und saisonabhängig.
Bei einem Zeitraum von etwa 10 Tagen kann man mit Kosten von wenigstens 1800 Euro für einen gut eingerichteten Wohnwagen rechnen.
Die Kosten für den Platz auf dem Campingplatz liegen pro Nacht und Person bei etwa 1000 bis 2000 ISK. Ein Campingurlaub auf Island ist im Camper einfach angenehmer.
Worauf beim Camping in Island achten?
Schau dir vor dem Zelten immer den Wetterbericht an. Das Wetter in Island wechselt oft innerhalb weniger Stunden. Regen, Sturm und Sonnenschein am gleichen Tag sind normal.
Beim Umgang mit Gasbrenner und offener Flamme ist Vorsicht geboten. Gaskartuschen nicht an warmen Orten lagern. Im Zelt oder Camper zu kochen ist keine gute Idee, weil der Kocher Schadstoffe freisetzt.
Beachte immer die Windrichtung und -stärke. Funkenflug ist auf Island wegen des oft starken Windes ein echtes Sicherheitsrisiko.
Sommer oder Winter besser zum Camping?
Camping in Island liegt im Trend. Im Sommer (Juni bis August) sind die Temperaturen tagsüber bei 10 bis 15 Grad, nachts kann es auf 5 Grad fallen. Im Winter wird es deutlich kälter und viele Campingplätze schließen zwischen Oktober und Mai.
Die Sommermonate sind allerdings auch die teuerste Jahreszeit. Campingplätze in der Nähe beliebter Sehenswürdigkeiten sind dann oft voll, besonders ohne Reservierung.
Häufige Fragen zum Camping in Island
Darf ich in Island wild campen?
Mit dem Zelt ist Wildcampen unter Einschränkungen erlaubt: maximal eine Nacht am gleichen Ort, nicht auf bewirtschaftetem Land, kein Campingplatz in der Nähe, kein Verbot durch den Grundbesitzer. Mit Campervan oder Wohnmobil ist Wildcampen grundsätzlich verboten und wird kontrolliert.
Lohnt sich die Campingcard Island?
Die Campingcard kostet ca. 150 Euro und gilt einen Sommer lang für 28 Nächte für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder. Ab 10 Nächten auf Campingplätzen rechnet sich die Karte. Sie gilt auf rund 40 teilnehmenden Plätzen.
Was kostet ein Campervan in Island?
Ein kleiner Campervan kostet ab 80 Euro pro Tag, gut ausgestattete Modelle mit Heizung und Kochgelegenheit liegen bei 150 bis 200 Euro. In der Hochsaison (Juli/August) steigen die Preise nochmal deutlich. Buche am besten 3 bis 6 Monate im Voraus.
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Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026