Zum Hauptinhalt springen
Island Sehenswürdigkeiten
Highlights und Reisetipps für deine Island-Reise

Island Sehenswürdigkeiten

4 Min. Lesezeit

Island liegt mitten im Nordatlantik und hat gerade mal 380.000 Einwohner. Trotzdem zieht die Insel jedes Jahr über 2 Millionen Besucher an. Der Grund: Auf 103.000 Quadratkilometern gibt es Wasserfälle, Geysire, Gletscher, Vulkane und schwarze Sandstrände in einer Dichte, die es sonst nirgends auf der Welt gibt. Hier findest du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die du bei deiner Island-Reise nicht verpassen solltest.

Island erleben, Landschaft

Reykjavik: Das pulsierende Herz Islands

Starte deine Reise in Reykjavík, der nördlichsten Hauptstadt der Welt. Trotz nur 130.000 Einwohnern hat die Stadt eine lebendige Kunst- und Musikszene. Die Hallgrímskirkja ist mit 74,5 Metern das höchste Kirchengebäude Islands und du hast vom Turm aus einen weiten Blick über die Stadt und den Faxaflói-Fjord. Schlendere durch die Laugavegur, probiere fermentieren Hai (Hákarl) in einem der Restaurants und schau dir das Harpa-Konzerthaus an.

Der Goldene Kreis: Eine Reise durch Islands Naturwunder

Der Goldene Kreis ist eine rund 300 km lange Rundroute ab Reykjavík und an einem Tag machbar. Erste Station: der Þingvellir-Nationalpark, ein UNESCO-Welterbe. Hier driftet die nordamerikanische von der eurasischen Kontinentalplatte weg. Du kannst in der Silfra-Spalte sogar zwischen den Platten schnorcheln (Sichtweite: über 100 Meter).

Weiter geht es zum Geysir-Geothermalgebiet. Der Strokkur bricht alle 5 bis 10 Minuten aus und schießt dabei eine Wasserfontäne bis zu 30 Meter hoch. Letzter Halt: der Gullfoss, ein zweistufiger Wasserfall, der 32 Meter in die Tiefe stürzt. Im Winter friert er teilweise zu, was einen ganz eigenen Anblick ergibt.

Die Südküste: Schwarze Strände und Gletscherlagunen

Die Südküste gehört zu den beliebtesten Regionen für Tagestouren. Reynisfjara, der schwarze Sandstrand bei Vík, hat bizarre Basaltsäulen und starke Brandung. Achtung: Die Sneaker-Wellen hier sind gefährlich, halte Abstand zur Wasserlinie.

Weiter östlich liegt der Vatnajökull-Nationalpark mit dem größten Gletscher Europas (rund 7.900 km²). Eine Bootstour auf der Jökulsárlón-Gletscherlagune kostet ca. 6.500 ISK pro Person. Direkt daneben liegt der Diamond Beach, wo Eisbrocken am schwarzen Strand liegen.

Der Norden: Walbeobachtung und magische Wasserfälle

Nordisland ist deutlich weniger touristisch. Húsavík gilt als bester Ort für Walbeobachtung in Europa. Zwischen April und Oktober stehen die Chancen bei über 95 %, Buckelwale zu sehen. Eine Tour dauert rund 3 Stunden.

Am Mývatn-See (37 km²) gibt es dampfende Schlammquellen, das Lavafeld Dimmuborgir und die Mývatn Nature Baths als günstigere Alternative zur Blauen Lagune. Der Dettifoss, rund 45 km östlich, ist der leistungsstärkste Wasserfall Europas: 193 m³ Wasser pro Sekunde stürzen 44 Meter in die Tiefe.

Die Westfjorde: Unberührte Wildnis und Vogelkolonien

Die Westfjorde sind dünn besiedelt und nur über kurvige Schotterstraßen erreichbar. Genau das macht sie so reizvoll. Das Hornstrandir-Naturreservat ist seit den 1950er-Jahren unbewohnt und nur per Boot zugänglich. Hier leben Polarfüchse, die kaum Scheu vor Menschen haben.

Látrabjarg ist mit 14 km Länge die größte Vogelklippe Europas und der westlichste Punkt des Kontinents. Zwischen Mai und August brüten hier Papageientaucher, die du aus wenigen Metern Entfernung beobachten kannst. Der Dynjandi-Wasserfall (100 m hoch, stufenartig) ist ein weiteres Highlight der Region.

Die Halbinsel Snæfellsnes: „Island in Miniatur"

Snæfellsnes wird oft als „Island in Miniatur" bezeichnet, weil du auf der 90 km langen Halbinsel fast alle Landschaftstypen der Insel findest. Der Snæfellsjökull (1.446 m) ist Gletscher und Vulkan zugleich und wurde durch Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde" weltbekannt. An klaren Tagen siehst du ihn von Reykjavík aus über den Fjord.

Das Fischerdorf Arnarstapi hat einen Küstenwanderweg mit Basaltformationen und Brandungshöhlen. Kirkjufell bei Grundarfjörður ist der meistfotografierte Berg Islands. Und Djúpalónssandur, eine Bucht mit schwarzem Kiesel und alten Prüfsteinen der Fischer, gibt dir einen Eindruck von der rauen Küstenlandschaft.

Fazit

Island ist kompakt genug, um in 10 bis 14 Tagen die Ringstraße zu fahren und die wichtigsten Highlights mitzunehmen. Aber selbst nach mehreren Reisen bleibt immer noch etwas Neues. Die Westfjorde, das Hochland, die kleinen Halbinseln und abgelegenen Täler sind selbst bei Wiederholungsbesuchern noch Neuland. Plane deine Route gut, aber lass auch Platz für Spontanes. Denn oft sind es die unerwarteten Stopps am Straßenrand, die am meisten in Erinnerung bleiben.

Bild: TTstudio / depositphotos.com

Häufige Fragen zu Islands Sehenswürdigkeiten

Wie viele Tage braucht man für Island?

Für den Goldenen Kreis und die Südküste reichen 5 bis 7 Tage. Wer die Ringstraße komplett fahren will, sollte mindestens 10 Tage einplanen. Für die Westfjorde oder das Hochland brauchst du zusätzlich 3 bis 5 Tage extra.

Wann ist die beste Reisezeit für Island?

Juni bis August haben die längsten Tage (Mitternachtssonne) und die mildesten Temperaturen (10 bis 15 Grad). Für Nordlichter ist September bis März ideal. Die Nebensaison (Mai, September) hat weniger Touristen und oft günstigere Preise.

Brauche ich einen Mietwagen in Island?

Ja, für die meisten Sehenswürdigkeiten außerhalb von Reykjavík ist ein Mietwagen die beste Wahl. Für die Ringstraße reicht ein normaler PKW. Für das Hochland und F-Straßen brauchst du zwingend einen Allradwagen (4x4). Rechne mit ca. 60 bis 120 Euro pro Tag je nach Fahrzeugklasse.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026