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Währungen in Skandinavien
NOK, SEK, DKK, ISK, EUR und Kartenzahlung

Währungen in Skandinavien

12 Min. Lesezeit

Wer eine Reise durch Skandinavien plant, muss sich mit mindestens zwei, oft drei verschiedenen Währungen beschäftigen. Keines der skandinavischen Kernländer nutzt den Euro. Norwegen, Schweden, Dänemark und Island haben jeweils ihre eigene Krone. Nur Finnland hat 2002 den Euro eingeführt.

Die gute Nachricht: In allen skandinavischen Ländern kommt man mit Kreditkarte oder Debitkarte fast überall durch. Schweden ist sogar auf dem Weg zur bargeldlosen Gesellschaft. Trotzdem gibt es Unterschiede, Fallstricke und ein paar Tricks, mit denen man Wechselgebühren spart. In diesem Artikel erkläre ich alles, was du über die skandinavischen Währungen wissen musst.

Fünf Länder, vier Währungen

Hier der Überblick über die Währungen in der Region (Wechselkurse Stand April 2026, Schwankungen möglich):

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  • Norwegen: Norwegische Krone (NOK). 1 Euro = ca. 11,50 NOK
  • Schweden: Schwedische Krone (SEK). 1 Euro = ca. 11,30 SEK
  • Dänemark: Dänische Krone (DKK). 1 Euro = ca. 7,46 DKK (fester Wechselkurs, kaum Schwankungen)
  • Island: Isländische Krone (ISK). 1 Euro = ca. 150 ISK
  • Finnland: Euro (EUR). Kein Umrechnen nötig.

Die drei skandinavischen Kronen (NOK, SEK, DKK) klingen ähnlich, sind aber nicht austauschbar. In Norwegen kann man nicht mit schwedischen Kronen bezahlen und umgekehrt. Die Dänische Krone ist über einen Wechselkursmechanismus (ERM II) an den Euro gebunden und schwankt nur minimal. Die Norwegische und Schwedische Krone schwanken stärker und können sich innerhalb eines Jahres um 10 bis 15 Prozent verändern.

Verschiedene skandinavische Münzen und Banknoten auf einem Holztisch
Vier verschiedene Kronen für vier verschiedene Länder: Bargeld wird in Skandinavien immer seltener gebraucht. (KI-generiert)

Die Isländische Krone ist die kleinste der vier Währungen. Da 1 Euro etwa 150 ISK entspricht, bewegt man sich in Island schnell in Tausenderbereichen. Eine Mahlzeit im Restaurant kostet 3.000 bis 5.000 ISK, ein Hotelzimmer 20.000 bis 40.000 ISK. Das klingt nach viel, ist aber nur 20 bis 33 Euro bzw. 130 bis 265 Euro.

Norwegische Krone (NOK)

Die Norwegische Krone ist die Währung des teuersten skandinavischen Landes. Ein Kaffee in Oslo kostet 50 bis 65 NOK (4 bis 6 Euro), ein Mittagessen im Restaurant 200 bis 300 NOK (17 bis 26 Euro), ein Bier im Pub 90 bis 120 NOK (8 bis 10 Euro). Die Preise liegen etwa 30 bis 50 Prozent über dem deutschen Niveau.

Norwegen akzeptiert flächendeckend Kartenzahlung. Visa und Mastercard (Kredit- und Debitkarten) funktionieren praktisch überall: Supermärkte, Restaurants, Tankstellen, öffentliche Toiletten, sogar an vielen Straßenständen und auf Flohmärkten. Bargeld wird kaum noch genutzt. Manche Geschäfte und Cafés in Oslo und Bergen akzeptieren gar kein Bargeld mehr (kontantfritt).

Trotzdem empfehle ich, einen kleinen Betrag in NOK dabei zu haben (500 bis 1.000 NOK). In abgelegenen Gebieten, auf Berghütten oder bei kleinen Fähren kann es vorkommen, dass die Kartenlesegeräte nicht funktionieren. Am Geldautomaten (Minibank) bekommt man NOK mit der Debitkarte. Wechselstuben gibt es an den Flughäfen Oslo Gardermoen und Bergen Flesland, aber die Kurse dort sind ungünstig.

Schwedische Krone (SEK)

Schweden ist das bargeldloseste Land der Welt. Nur noch 8 Prozent aller Transaktionen werden mit Bargeld abgewickelt. In Stockholm gibt es Geschäfte, Restaurants und sogar Kirchen, die kein Bargeld mehr annehmen. Die Schweden zahlen fast alles mit der Karte oder mit Swish, einer mobilen Bezahl-App, die an die Handynummer gekoppelt ist. Swish funktioniert allerdings nur mit schwedischem Bankkonto, für Touristen also nicht nutzbar.

Die Preise in Schweden liegen etwas unter dem norwegischen Niveau, aber immer noch über dem deutschen. Ein Kaffee kostet 40 bis 55 SEK (3,50 bis 5 Euro), ein Mittagessen (Dagens lunch) 120 bis 160 SEK (10 bis 14 Euro), ein Bier im Pub 70 bis 90 SEK (6 bis 8 Euro). Das schwedische Mittagsangebot (Dagens lunch, montags bis freitags) ist der beste Trick, um in Schweden günstig essen zu gehen: Hauptgericht mit Salat, Brot und Kaffee für einen Festpreis.

Kontaktlose Kartenzahlung an einem Terminal in einem skandinavischen Geschäft
Kontaktlose Kartenzahlung ist in ganz Skandinavien der Standard, Bargeld wird immer seltener benötigt. (KI-generiert)

Ein Hinweis für Reisende: Schweden hat die 1- und 2-Öre-Münzen abgeschafft, die 5-Kronen-Münze ist die kleinste noch gebräuchliche. An Geldautomaten (Bankomat) kann man SEK abheben, aber in den Innenstädten von Stockholm und Göteborg gibt es immer weniger Automaten, weil die Nachfrage sinkt.

Dänische Krone (DKK)

Die Dänische Krone hat unter den skandinavischen Währungen eine Sonderstellung: Sie ist über das ERM-II-Abkommen fest an den Euro gekoppelt. Der Kurs schwankt nur in einem engen Band von +/- 2,25 Prozent um den Leitkurs von 7,46 DKK pro Euro. In der Praxis bewegt sich der Kurs kaum. Das macht die Umrechnung leicht: 7,50 DKK sind ungefähr 1 Euro.

Dänemark ist bei der Kartenzahlung ähnlich weit wie Schweden. Die Dänen nutzen MobilePay, eine App der dänischen Banken, die selbst für Zahlungen an Straßenständen und auf Flohmärkten verwendet wird. Touristen können MobilePay nicht nutzen, aber Visa und Mastercard werden überall akzeptiert. Selbst am Hotdog-Stand oder beim Fiskebil (Fischverkaufswagen) kann man mit Karte zahlen.

Die Preise in Dänemark liegen zwischen Schweden und Norwegen. Ein Kaffee in Kopenhagen kostet 40 bis 55 DKK (5 bis 7 Euro), ein Smørrebrød im Restaurant 80 bis 120 DKK (11 bis 16 Euro). Außerhalb von Kopenhagen sind die Preise oft 10 bis 20 Prozent niedriger.

Auf den Färöer-Inseln wird ebenfalls mit der Dänischen Krone bezahlt. Die Färöer geben aber eigene Banknoten heraus, die sich optisch von den dänischen unterscheiden. Färöische Banknoten werden in Dänemark nicht überall akzeptiert, dänische Banknoten dagegen auf den Färöern problemlos.

Isländische Krone (ISK)

Island hat die volatilste Währung unter den nordischen Ländern. Die Isländische Krone schwankte in den letzten Jahren stark: Vor der Finanzkrise 2008 war 1 Euro etwa 90 ISK wert, danach fiel die ISK auf über 180 ISK pro Euro. Inzwischen hat sich der Kurs bei 140 bis 155 ISK pro Euro eingependelt, aber Schwankungen von 5 bis 10 Prozent innerhalb weniger Monate sind normal.

Island ist das teuerste Land in der Region. Ein einfaches Mittagessen kostet 2.500 bis 4.000 ISK (17 bis 27 Euro), eine Nacht im Hotel 25.000 bis 50.000 ISK (165 bis 330 Euro), ein Liter Benzin 350 ISK (2,30 Euro). Lebensmittel im Supermarkt (Bónus ist die günstigste Kette) kosten 40 bis 60 Prozent mehr als in Deutschland.

Die Kartenzahlung funktioniert in Island sehr gut. Visa und Mastercard werden überall akzeptiert, auch an entlegenen Tankstellen und in kleinen Dörfern. An unbemannten Tankstellen braucht man eine Kreditkarte mit PIN (Debitkarten funktionieren dort nicht immer). Bargeld braucht man auf Island praktisch nicht, aber ein kleiner Vorrat (5.000 bis 10.000 ISK) kann für Notfälle hilfreich sein.

Isländische Kronen-Banknoten in verschiedenen Stückelungen
Isländische Banknoten zeigen Motive aus Natur und Kultur des Landes, werden aber immer seltener benutzt. (KI-generiert)

Kartenzahlung und mobile Bezahlsysteme

Skandinavien ist weltweit führend bei der bargeldlosen Bezahlung. In allen fünf Ländern kommt man mit einer Visa- oder Mastercard-Debitkarte durch den gesamten Urlaub, ohne einmal Bargeld anfassen zu müssen. Hier die wichtigsten Punkte:

Debitkarte vs. Kreditkarte: Beide funktionieren in Skandinavien. Debitkarten (Visa Debit, Mastercard Debit) werden genauso akzeptiert wie klassische Kreditkarten. Die alte EC-Karte (Girocard/Maestro) wird seit 2023 schrittweise abgeschafft und funktioniert in Skandinavien oft nicht mehr. Wer noch keine Visa- oder Mastercard-Debitkarte hat, sollte sich vor der Reise eine besorgen.

Kontaktloses Bezahlen: In allen skandinavischen Ländern ist kontaktloses Bezahlen (NFC, Karte ans Terminal halten) Standard. Apple Pay und Google Pay funktionieren ebenfalls. Für Beträge unter 25 Euro (oder dem jeweiligen Landesgegenwert) ist keine PIN-Eingabe nötig.

Gebühren: Hier liegt die größte Falle für deutsche Reisende. Viele deutsche Banken berechnen Auslandseinsatzgebühren von 1,5 bis 2 Prozent pro Kartenzahlung in Fremdwährung. Bei einer zweiwöchigen Reise mit 2.000 Euro Ausgaben sind das 30 bis 40 Euro an versteckten Gebühren. Reisekreditkarten von Anbietern wie DKB, Barclays oder C24 erheben keine Auslandseinsatzgebühren. Das ist die einfachste Art, Geld zu sparen.

Dynamische Währungsumrechnung (DCC): An Geldautomaten und Kartenterminals wird man oft gefragt, ob man in Euro oder in der Landeswährung bezahlen möchte. Die Antwort lautet immer: in der Landeswährung. Wer in Euro bezahlt, akzeptiert den Wechselkurs des Terminalanbieters, der typischerweise 3 bis 5 Prozent schlechter ist als der Bankenkurs.

Geld wechseln und Gebühren vermeiden

Falls du trotzdem Bargeld brauchst, hier die besten Optionen:

Geldautomaten vor Ort: Der beste Weg, an Bargeld zu kommen. Die Automaten geben die Landeswährung zum Bankenkurs aus. An den Flughäfen und in den Innenstädten gibt es ausreichend Automaten. Achte darauf, die Abrechnung in Landeswährung zu wählen (nicht in Euro). Mit einer gebührenfreien Reisekreditkarte zahlst du so nur den echten Wechselkurs ohne Aufschlag.

Wechselstuben: Gibt es an den großen Flughäfen (Forex Bank, X-change) und in den Innenstädten. Die Kurse sind deutlich schlechter als am Geldautomaten, oft 3 bis 8 Prozent Aufschlag plus eine fixe Gebühr von 3 bis 5 Euro. Nur im Notfall empfehlenswert.

In Deutschland vorab tauschen: Möglich bei Banken und Reisebanken (ReiseBank), aber die Kurse sind noch ungünstiger als an den Wechselstuben vor Ort. Zudem muss man das Bargeld dann durch den Urlaub tragen. Ich rate davon ab.

Geldautomat in einer skandinavischen Stadt mit Hinweisschild
Geldautomaten gibt es in allen skandinavischen Städten, sie sind der günstigste Weg zu Bargeld in Landeswährung. (KI-generiert)

Mein Tipp für eine Skandinavien-Rundreise durch mehrere Länder: Besorge dir vor der Reise eine Debitkarte ohne Auslandseinsatzgebühren. Zahle alles mit Karte, in der jeweiligen Landeswährung. Hebe an Geldautomaten nur kleine Beträge ab (500 bis 1.000 Einheiten der Landeswährung), falls du doch Bargeld brauchst. So sparst du gegenüber Wechselstuben und Hotelumtausch locker 50 bis 100 Euro auf einer zweiwöchigen Reise.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich in Skandinavien mit Euro bezahlen?

In Finnland ja, dort ist der Euro die Landeswährung. In den anderen Ländern wird Euro nur in Ausnahmefällen akzeptiert, zum Beispiel an manchen Fährterminals oder in Grenzstädten. Der Kurs ist dann schlecht und das Wechselgeld kommt in der Landeswährung zurück. In Norwegen, Schweden, Dänemark und Island solltest du immer in der Landeswährung bezahlen, idealerweise per Karte.

Funktioniert meine Girocard (EC-Karte) in Skandinavien?

Seit Mastercard das Maestro-System 2023 eingestellt hat, funktionieren viele deutsche Girocards in Skandinavien nicht mehr zuverlässig. Einige neuere Girocards haben eine V-Pay- oder Debit-Mastercard-Funktion, die in Skandinavien funktioniert. Am sichersten ist eine separate Visa- oder Mastercard-Debitkarte. Prüfe vor der Reise bei deiner Bank, ob deine Karte im Ausland einsetzbar ist.

Warum haben die skandinavischen Länder nicht den Euro eingeführt?

Norwegen und Island sind nicht EU-Mitglieder und kommen daher für den Euro nicht in Frage. Schweden ist EU-Mitglied, hat aber 2003 in einer Volksabstimmung den Euro abgelehnt (55,9 Prozent dagegen). Dänemark hat eine Euro-Opt-out-Klausel im EU-Vertrag und stimmte 2000 ebenfalls gegen den Euro. Finnland führte den Euro 2002 ein und ist damit das einzige nordische Euro-Land.

Was passiert mit übrig gebliebenem Bargeld nach der Reise?

Norwegische und dänische Kronen lassen sich bei deutschen Banken oder der ReiseBank zurücktauschen, allerdings zu einem schlechteren Kurs als beim Kauf. Isländische Kronen sind in Deutschland schwer umzutauschen. Am besten gibt man das Bargeld am Flughafen aus oder hebt von vornherein nur kleine Beträge ab. Münzen werden in Deutschland grundsätzlich nicht zurückgetauscht, nur Scheine.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026