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Tierparks in Skandinavien
Elche, Eisbären, Moschusochsen und Wildparks inmitten nordischer Landschaften

Tierparks in Skandinavien

12 Min. Lesezeit

Skandinavien hat keine Mega-Zoos wie den Berliner Zoo oder den Zoo in Amsterdam. Was es stattdessen gibt, sind Tierparks, die sich auf nordische Tiere konzentrieren und oft mitten in der Landschaft liegen, die diese Tiere auch in freier Wildbahn bewohnen. Ein Elch im Gehege, hinter dem ein echter Wald steht. Ein Eisbär in einem Polar-Zoo, 200 Kilometer nördlich des Polarkreises. Ein Braunbär in einem finnischen Wildpark, durch dessen Zaun man auf genau die Art von Wald blickt, in dem seine wilden Verwandten leben.

Ich habe mit meiner Familie mehrere skandinavische Tierparks besucht. Was mich überrascht hat: Die Gehege sind in der Regel groß, die Anlagen gepflegt und die Tiere wirken weniger gestresst als in vielen mitteleuropäischen Zoos. Das liegt auch daran, dass die Parks weniger Besucher haben. Kolmården in Schweden ist der größte und bekannteste Zoo Nordeuropas, aber selbst dort gibt es an einem normalen Sommertag keine Schlangen von 45 Minuten vor dem Eingang.

Tierparks im Norden: Was sie besonders macht

Skandinavische Tierparks haben einen anderen Ansatz als die großen Zoos in Mitteleuropa. Statt möglichst viele exotische Arten auf engem Raum zu präsentieren, setzen viele Parks auf einheimische Tiere in naturnahen Gehegen. Der Polar Park in Nordnorwegen zeigt Wölfe, Luchse und Moschusochsen in Gehegen, die mehrere Hektar groß sind. Nordens Ark in Schweden ist ein Artenschutzzentrum, das bedrohte nordische Tierarten züchtet und auswildert.

Das bedeutet nicht, dass es keine Tierparks mit Löwen, Elefanten oder Giraffen gibt. Dänemark hat mit dem Aalborg Zoo und Givskud Zoo zwei Parks, die auch afrikanische und asiatische Tiere zeigen. Kolmården in Schweden hat eine Safaribahn, auf der man durch ein Gehege mit Giraffen und Nashörnern fährt. Aber der Schwerpunkt liegt auf dem Norden, und das macht den Besuch besonders.

Elch in einem weitläufigen Gehege eines skandinavischen Tierparks im Wald
Ein Elch in einem nordischen Wildpark: Große Gehege und natürliche Umgebung sind typisch für Skandinaviens Tierparks. (KI-generiert)

Viele skandinavische Tierparks verbinden den Zoobesuch mit Natur und Abenteuer. In Kolmården gibt es eine Seilbahn über die Gehege. Im Polar Park in Norwegen kann man mit Wölfen spazieren gehen. In Ranua in Finnland führt ein Waldpfad an den Gehegen vorbei, und im Winter kann man den Park bei Nordlicht besuchen. Das sind Erlebnisse, die über einen normalen Zoobesuch hinausgehen.

Schweden: Kolmården, Skansen und Nordens Ark

Kolmården liegt an der Küste südlich von Norrköping und ist der größte Tierpark in ganz Nordeuropa. Auf 150 Hektar leben über 750 Tiere aus aller Welt. Die Safaribahn (eine Seilbahn über die Freigehege) bietet Blicke auf Giraffen, Nashörner und Zebras aus der Vogelperspektive. Der Tigerbereich ist einer der größten in Europa, und die Delfinshow zieht täglich hunderte Besucher an, wobei der Park zunehmend auf edukativen Charakter setzt statt auf reine Unterhaltung.

Der Eintritt in Kolmården kostet 399 bis 549 SEK (35 bis 48 Euro) für Erwachsene, Kinder unter 3 Jahren sind frei. Es gibt einen angeschlossenen Ferienpark mit Hütten und Hotels, was den Besuch als Wochenendausflug attraktiv macht. Die Saison läuft von April bis Oktober, im Hochsommer ist der Park täglich geöffnet, in der Nebensaison an Wochenenden.

Skansen in Stockholm ist kein reiner Tierpark, sondern ein Freilichtmuseum mit angegliedertem Zoo. Der Tierbereich zeigt ausschließlich nordische Tiere: Elche, Braunbären, Wölfe, Luchse, Vielfraße, Robben und Rentiere. Die Gehege sind in die hügelige Landschaft von Djurgården eingebettet, und man kann problemlos einen halben Tag mit dem Tierbereich verbringen. Eintritt: 220 SEK (19 Euro), Kinder unter 4 frei.

Seilbahn über dem Safarigehege in Kolmården mit Giraffen unter den Gondeln
Kolmården: Die Seilbahn führt über die Safarigehege und bietet Blicke auf Giraffen und Nashörner aus der Luft. (KI-generiert)

Nordens Ark liegt an der schwedischen Westküste bei Smögen und konzentriert sich auf den Artenschutz. Der Park züchtet bedrohte Tierarten wie den Schneeleoparden, den Roten Panda und den Eurasischen Luchs. Die Gehege sind großzügig angelegt, und die Informationstafeln sind ausführlich. Für Familien gibt es einen Bauernhof mit Streicheltieren. Eintritt: 250 SEK (22 Euro). Nordens Ark ist weniger ein Vergnügungspark als ein Ort, an dem man etwas über Artenschutz lernt, was die Betreiber auch bewusst so wollen.

Weitere schwedische Tierparks: Borås Djurpark (zweitgrößter Zoo Schwedens mit Safaribustouren), Parken Zoo in Eskilstuna (kleinerer Familienzoo) und Furuviksparken bei Gävle (Kombination aus Zoo und Vergnügungspark).

Dänemark: Aalborg Zoo und Givskud

Aalborg Zoo in Nordjütland ist der meistbesuchte Tierpark Dänemarks. Auf 8 Hektar leben rund 1.500 Tiere aus 126 Arten. Der Zoo hat sich in den letzten Jahren stark modernisiert und neue Themenbereiche eingerichtet: Afrika (Elefanten, Giraffen, Löwen), der arktische Bereich (Eisbären, Pinguine) und eine Tropenhalle. Der Eintritt liegt bei 249 DKK (33 Euro) für Erwachsene, Kinder ab 3 Jahren zahlen 159 DKK (21 Euro). Der Zoo liegt zentral in Aalborg und ist mit dem Bus gut erreichbar.

Givskud Zoo bei Vejle in Mitteljütland hat einen besonderen Ansatz: Man fährt mit dem eigenen Auto durch die Safarigehege. Löwen und Gorillas leben in großen Freigehegen, und die Route führt direkt an den Tieren vorbei. Die Fahrtstrecke ist 5 Kilometer lang. Wer kein Auto hat, kann den Safaribuservice nutzen. Neben der Autosafari gibt es einen begehbaren Bereich mit Spielplatz und Streichelzoo. Eintritt: 269 DKK (36 Euro).

Københavns Zoo (Kopenhagener Zoo) ist einer der ältesten Zoos Europas (gegründet 1859) und liegt im Stadtteil Frederiksberg. Er zeigt über 3.000 Tiere und hat mit dem Elefantenhaus (entworfen von Norman Foster) ein architektonisches Highlight. Eintritt: 265 DKK (35 Euro). Der Zoo liegt mitten in der Stadt und ist bequem mit der S-Bahn erreichbar.

Weitere dänische Tierparks: Ree Park Safari bei Ebeltoft (afrikanische Tiere, Safaribustouren), Odense Zoo (kompakter Familienzoo) und Knuthenborg Safari Park auf Lolland (größter Safaripark Nordeuropas mit Auto-Rundfahrt).

Norwegen: Namsskogan und Polar Park

Norwegen hat keine großen Zoos mit exotischen Tieren. Stattdessen gibt es Wildparks, die sich auf einheimische Arten konzentrieren, und genau das macht sie sehenswert.

Polar Park in Bardu, rund 200 Kilometer südlich von Tromsø, ist der nördlichste Tierpark der Welt. Er zeigt ausschließlich arktische Tiere: Wölfe und Luchse. Die Gehege sind riesig (das Wolfsgehege allein umfasst mehrere Hektar), und die Landschaft drumherum ist echte Nordnorwegen-Wildnis. Für einen Aufpreis kann man bei den Wölfen ins Gehege und sie aus nächster Nähe erleben. Eintritt: 295 NOK (25 Euro).

Namsskogan Familiepark in Trøndelag ist ein Wildpark mit Elchen und Rentieren. Die Anlage liegt in einem bewaldeten Tal und hat einen natürlichen Charakter. Es gibt Wanderwege zwischen den Gehegen, einen Spielplatz und eine Grillhütte. Eintritt: 340 NOK (29 Euro). Der Park ist ganzjährig geöffnet und bietet im Winter Schneeschuhwanderungen und Tierfütterungen an.

Kristiansand Dyreparken ist der größte Tierpark Norwegens und der einzige mit einer größeren Sammlung exotischer Tiere. Er kombiniert Zoo und Wasserpark Themenbereich Kardemomme By (nach dem Kinderbuch von Thorbjørn Egner). Der Park ist besonders bei norwegischen Familien beliebt und kann im Sommer voll werden. Eintritt: ab 479 NOK (41 Euro).

Finnland: Ranua und Ähtäri

Ranua Wildlife Park liegt in Lappland, 80 Kilometer südlich von Rovaniemi. Der Park zeigt 50 arktische Tierarten auf einem 2,5 Kilometer langen Waldpfad. Das Highlight ist der Eisbär, einer der wenigen in finnischen Zoos. Daneben gibt es Braunbären und Polarfüchse-Eulen. Im Winter, wenn der Schnee meterhoch liegt, hat der Park seinen größten Reiz: Die Tiere im Schnee zu sehen, während das Nordlicht über dem Park flackert, ist ein Erlebnis, das man in keinem mitteleuropäischen Zoo bekommt. Eintritt: 22 Euro (Erwachsene), 18 Euro (Kinder).

Eisbär im Ranua Wildlife Park in Finnland im winterlichen Schnee
Ranua Wildlife Park in Finnland: Der Eisbär ist das Highlight des arktischen Tierparks in Lappland. (KI-generiert)

Ähtäri Zoo in Mittelfinnland ist der älteste Tierpark des Landes und war ab 2018 vorübergehend Heimat von zwei chinesischen Riesenpandas (Lumi und Pyry), die 2023 nach China zurückkehrten. Der Zoo zeigt weiterhin nordische Tiere und hat einen Schneeleoparden-Bereich. Die Anlage liegt in einem Waldgebiet und hat einen natürlichen Charakter. Eintritt: 25 Euro.

Korkeasaari Zoo in Helsinki liegt auf einer Insel und ist mit dem Boot oder einer Brücke erreichbar. Der Zoo zeigt 150 Tierarten und hat einen Schwerpunkt auf nordische Tiere (Bären, Schneeleoparden, Rentiere) sowie eine Tropenhalle. Eintritt: 22 Euro. Die Anreise per Boot vom Marktplatz macht den Besuch zu einem Tagesausflug mit maritimem Charakter.

Wildgehege und Elchparks

Neben den großen Tierparks gibt es in Skandinavien hunderte kleine Wildgehege und Elchparks. Diese sind oft privat betrieben und bieten die Möglichkeit, Tiere aus nächster Nähe zu erleben.

Elchparks in Schweden: Der Grönåsens Älgpark in Småland ist einer der bekanntesten. Man geht zu Fuß durch das Gehege und kann die Elche füttern und streicheln. Eintritt: 150 SEK (13 Euro). Ähnliche Parks gibt es in Dalarna und Västmanland. In der Saison (Mai bis Oktober) sind die Parks täglich geöffnet.

Moschusochsen in Norwegen: Im Dovrefjell-Nationalpark leben wilde Moschusochsen, die man auf geführten Wanderungen beobachten kann. Das ist kein Tierpark im eigentlichen Sinn, aber die Wahrscheinlichkeit, die Tiere zu sehen, liegt bei über 90 Prozent. Die Touren starten in Oppdal oder Hjerkinn und kosten 500 bis 800 NOK (43 bis 68 Euro) pro Person.

Rentierfarm in Finnland: In Lappland gibt es dutzende Rentierfarmen, die Besucher empfangen. Man lernt über die Rentierzucht der Sámi, füttert die Tiere und fährt im Winter mit dem Rentierschlitten. Die Kosten liegen bei 30 bis 80 Euro pro Person, je nach Anbieter und Programm. Ranua und Levi sind gute Ausgangspunkte.

Besucher füttern einen Elch in einem schwedischen Elchpark
Elchpark in Småland: In schwedischen Elchparks kommt man den Tieren ganz nah und darf sie oft sogar füttern. (KI-generiert)

Praktische Tipps für den Besuch

Beste Reisezeit: Die meisten Tierparks haben von April/Mai bis September/Oktober Hauptsaison. Kolmården und Kristiansand sind im Hochsommer (Juli) am vollsten. Wer Warteschlangen vermeiden will, kommt unter der Woche oder im Juni und August. Die Winterbesuche in Ranua und Polar Park haben ihren eigenen Reiz.

Preise: Skandinavische Tierparks sind nicht billig. Erwachsene zahlen 20 bis 50 Euro Eintritt, Kinder 15 bis 35 Euro. Familientickets gibt es in den meisten Parks. Essen im Park ist teuer (Burger und Pommes ab 120 SEK / 10 Euro), ein Picknick aus dem Supermarkt spart Geld. Parkplätze sind in der Regel kostenlos.

Anreise: Die meisten Tierparks liegen außerhalb der Städte und sind am besten mit dem Auto erreichbar. Kolmården hat einen Shuttlebus vom Bahnhof Norrköping. Korkeasaari in Helsinki erreicht man per Boot. Skansen in Stockholm ist mit der Straßenbahn erreichbar. Für die norwegischen Wildparks (Polar Park, Namsskogan) ist ein Mietwagen notwendig.

Kombination mit anderen Aktivitäten: Viele Tierparks lassen sich gut mit anderen Ausflügen verbinden. Kolmården liegt nahe der Schärenküste. Ranua ist 80 Kilometer von Rovaniemi entfernt (Weihnachtsmanndorf). Givskud ist ein Tagesausflug von der dänischen Nordseeküste. Polar Park lässt sich mit einem Nordlicht-Trip nach Tromsø verbinden.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Tierpark in Skandinavien ist der beste für Familien?

Kolmården in Schweden bietet die größte Vielfalt: Safariseilbahn, Delfinshow, über 750 Tiere und einen angeschlossenen Ferienpark. Für kleinere Kinder sind Kristiansand Dyreparken (Norwegen) mit dem Themenbereich Kardemomme By und Skansen in Stockholm mit seinen nordischen Tieren gute Alternativen. In Dänemark ist Givskud Zoo mit der Auto-Safari ein Erlebnis für die ganze Familie.

Kann man in Skandinavien Elche in freier Wildbahn sehen?

Ja, besonders in Schweden und Finnland. In Schweden leben rund 300.000 Elche, und in ländlichen Gebieten (Småland, Dalarna, Norrbotten) sieht man sie regelmäßig am Straßenrand, vor allem in der Dämmerung. Wer sichergehen will, besucht einen Elchpark oder bucht eine geführte Elchsafari. In Norwegen gibt es Elche vor allem im Inland, in Finnland in den Wäldern Mittelfinnlands.

Sind skandinavische Tierparks im Winter geöffnet?

Einige ja. Der Ranua Wildlife Park in Finnland ist ganzjährig geöffnet und im Winter besonders lohnenswert (Tiere im Schnee, Nordlicht). Der Polar Park in Norwegen hat auch Winteröffnungszeiten und bietet dann Wolfsbegegnungen und Nordlichtabende an. Skansen in Stockholm hat im Winter eingeschränkte Öffnungszeiten. Die großen dänischen Zoos (Aalborg, Kopenhagen) sind ebenfalls ganzjährig geöffnet. Kolmården schließt dagegen im Winter.

Was kosten Tierparks in Skandinavien?

Die Eintrittspreise liegen für Erwachsene zwischen 20 und 50 Euro, für Kinder zwischen 15 und 35 Euro. Kolmården ist mit 35 bis 48 Euro am teuersten, kleinere Wildparks wie Grönåsens Älgpark kosten nur 13 Euro. Familientickets sind in den meisten Parks erhältlich und sparen 10 bis 20 Prozent. Dazu kommen Kosten für Essen (Burger ab 10 Euro), Souvenirs und eventuell Parkgebühren.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026