Nordlichter-Touren in Schweden
Grünes Licht zieht sich über den Himmel, faltet sich, wird heller, verschwindet. Dann kommt es zurück. Stärker. Wer das zum ersten Mal sieht, vergisst für ein paar Sekunden das Atmen. Ich stand bei minus 22 Grad in Abisko und habe einfach nur nach oben gestarrt.
Nordlichter sehen kann man mit Glück auch allein. Aber eine geführte Tour erhöht die Chancen erheblich. Die Guides kennen die Wetterlagen, wissen, wo der Himmel frei ist, und fahren zur Not 50 Kilometer weiter, wenn vor Ort Wolken hängen. In Schweden hat sich rund um die Aurora Borealis eine ganze Tourbranche entwickelt. Von der einfachen Busfahrt bis zur mehrtägigen Expedition mit Hundeschlitten ist alles dabei.
Warum Schweden für Nordlichter?
Nordlichter sieht man in vielen Ländern. Norwegen, Finnland, Island, Kanada, Alaska. Warum also Schweden? Drei Gründe.
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Erstens: Abisko. Der Ort im äußersten Norden Schwedens gilt unter Wissenschaftlern als einer der besten Beobachtungspunkte weltweit. Das liegt an einem lokalen Wetterphänomen. Die Berge rund um den Torneträsk-See erzeugen eine Art Schneise in der Bewölkung. Während es in Kiruna, nur 100 Kilometer entfernt, bewölkt sein kann, ist der Himmel über Abisko oft klar. Statistisch gesehen hat man in Abisko an zwei von drei Nächten zwischen September und März freie Sicht.
Zweitens: Die Infrastruktur. Schweden hat ein gut ausgebautes Netz an Nordlichter-Touren. In Abisko, Kiruna, Jokkmokk und mehreren anderen Orten gibt es professionelle Anbieter mit jahrelanger Erfahrung. Man steht nicht allein in der Kälte und hofft. Jemand übernimmt die Planung.
Drittens: Die Erreichbarkeit. Kiruna hat einen Flughafen mit täglichen Verbindungen ab Stockholm. Abisko erreicht man mit dem Nachtzug von Stockholm in etwa 18 Stunden. Das klingt lang, lohnt sich aber. Aufwachen, aus dem Fenster schauen, und draußen liegt Schnee bis zum Horizont.
Die besten Orte für Nordlichter-Touren
Abisko und die Aurora Sky Station
Die Aurora Sky Station in Abisko ist der bekannteste Beobachtungsposten Schwedens. Sie liegt auf dem Nuolja-Berg, 900 Meter über dem Meeresspiegel. Man fährt mit dem Sessellift hinauf. Oben gibt es einen beheizten Raum mit Panoramafenstern und eine Aussichtsterrasse. Bei klarem Himmel sieht man das Polarlicht von hier fast jede Nacht zwischen Oktober und März.
Der Besuch kostet etwa 695 SEK pro Person (Stand 2025/26). Im Preis enthalten sind Sessellift, ein Guide, der die Aurora erklärt, und warme Getränke. Man sollte mindestens zwei Nächte in Abisko einplanen. Nicht weil eine Nacht nicht reicht, sondern weil Wolken dazwischenkommen können. Bei drei Nächten liegt die statistische Chance, Nordlichter zu sehen, bei über 90 Prozent.
Kiruna
Kiruna ist die nächstgelegene Stadt mit Flughafen und Infrastruktur. Hotels, Restaurants, Supermärkte -- alles da. Von Kiruna aus starten die meisten geführten Touren in die Umgebung. Die Guides fahren dorthin, wo der Himmel frei ist. Oft geht es an zugefrorene Seen, weil dort kein Licht von Siedlungen stört.
Kiruna selbst ist keine Stadt, in der man stundenlang durch die Straßen flaniert. Sie lebt vom Bergbau, ist funktional gebaut und wird gerade teilweise umgesiedelt, weil die LKAB-Erzmine sich ausdehnt. Aber als Basis für Nordlichter-Touren ist Kiruna ideal. Die Touren starten direkt vom Hotel.
Jokkmokk
Jokkmokk liegt weiter südlich als Abisko, auf dem 66. Breitengrad, direkt am Polarkreis. Die Nordlichter sind hier etwas seltener, aber immer noch regelmäßig zu sehen. Der Vorteil: Jokkmokk ist ruhiger und weniger touristisch. Wer den berühmten samischen Wintermarkt Anfang Februar besucht, kann abends Nordlichter-Touren mit lokalen Guides buchen. Tagsüber samische Kultur, abends Polarlicht -- das geht nirgends besser zusammen als hier.
Porjus und Gällivare
Porjus ist ein winziger Ort am Lule älv mit vielleicht 300 Einwohnern. Genau deshalb ist er gut. Keine Straßenbeleuchtung, kein Lichtsmog. Nur Dunkelheit. Ein paar lokale Anbieter machen Touren mit dem Schneemobil auf den zugefrorenen See hinaus. Dort stellt man den Motor ab, legt den Kopf in den Nacken und wartet. In Gällivare, gut 80 Kilometer weiter nördlich, gibt es ähnliche Angebote, dazu den Hausberg Dundret mit freier Sicht in alle Richtungen.
Touren-Arten im Vergleich
Das Angebot reicht von der dreistündigen Abendtour bis zum mehrtägigen Abenteuer. Hier die gängigsten Varianten.
Geführte Wanderung
Die einfachste Form. Ein Guide führt eine kleine Gruppe zu Fuß oder auf Schneeschuhen an einen Aussichtspunkt abseits der Lichter. Dauer: zwei bis vier Stunden. Preis: 800 bis 1.500 SEK. Oft gibt es unterwegs heißen Beerensaft und Kekse. Der Vorteil: Man bewegt sich, friert weniger, und der Guide erzählt über die Physik der Nordlichter, samische Legenden und den Kp-Index. Diese Tour passt für Leute, die es unkompliziert mögen.
Hundeschlitten-Tour
Meine persönliche Empfehlung. Man sitzt oder steht auf dem Schlitten, sechs bis acht Huskys ziehen einen durch die stille Nacht. Kein Motorengeräusch, nur das Hecheln der Hunde und die Kufen auf dem Schnee. Irgendwann hält der Guide an, und man schaut hoch. Wenn die Lichter kommen, steht man mitten in der Wildnis. Kein anderer Mensch weit und breit.
Hundeschlitten-Touren dauern zwei bis fünf Stunden und kosten zwischen 2.000 und 4.500 SEK. Die teureren Varianten beinhalten ein Abendessen am Lagerfeuer. Anbieter gibt es in Kiruna, Jokkmokk und rund um Abisko. Vorab buchen ist Pflicht, die Plätze sind begrenzt.
Schneemobil-Tour
Mit dem Schneemobil kommt man schnell an entlegene Orte. Das ist praktisch, wenn der Himmel am Startpunkt bewölkt ist und man 30 oder 40 Kilometer weiter fahren muss. Die Touren gehen meist auf zugefrorene Seen, weil die weite, flache Eisfläche freie Sicht in alle Richtungen bietet.
Nachteil: Es ist laut. Zumindest, solange der Motor läuft. Die besseren Anbieter stellen die Motoren ab, wenn man am Ziel angekommen ist, verteilen Rentierfelle zum Draufsitzen und servieren warmen Kaffee. Dann wird es still. Preis: 1.800 bis 3.500 SEK. Man braucht einen gültigen Führerschein, wenn man selbst fahren will. Sonst sitzt man als Beifahrer hinten drauf.
Foto-Tour
Für alle, die brauchbare Bilder mit nach Hause bringen wollen. Ein Foto-Guide erklärt Kameraeinstellungen, hilft beim Stativ-Aufbau und kennt Vordergrund-Motive, die ein Nordlichtfoto erst richtig gut machen: Bäume, Hütten, spiegelnde Seen. Die Gruppen sind klein, vier bis sechs Personen.
Preis: 2.500 bis 5.000 SEK, je nach Dauer und Gruppengröße. In Abisko gibt es Foto-Touren von Lights Over Lapland und mehreren unabhängigen Fotografen. Eigene Kamera mitbringen -- eine Vollformat-DSLR oder spiegellose Kamera mit lichtstarkem Weitwinkel ist ideal. Smartphones schaffen Nordlichter nur bei sehr starker Aktivität.
Mehrtägige Pakete
Wer mehrere Nächte bleibt, bucht am besten ein Paket. Die meisten Hotels in Kiruna und Abisko bieten Zwei- bis Vier-Nächte-Pakete an: Übernachtung, Frühstück, eine oder zwei geführte Abendtouren und manchmal eine Tagesaktivität wie Eisfischen oder ein Besuch bei einer Rentierfarm. Preise liegen bei 8.000 bis 15.000 SEK pro Person für drei Nächte. Das Icehotel in Jukkasjärvi hat eigene Nordlichter-Pakete, allerdings im oberen Preissegment.
Beste Reisezeit
Die Nordlichter-Saison in Schweden läuft von September bis März. Aber nicht jeder Monat ist gleich gut.
September und Oktober: Herbst in Lappland. Kein Schnee, mildere Temperaturen um minus 5 bis plus 5 Grad. Die Nächte werden schnell länger. Der Vorteil: Man kann Nordlichter über herbstlich gefärbtem Wald sehen. Der Nachteil: Mehr Bewölkung als im Winter.
November und Dezember: Es wird richtig dunkel. In Abisko geht die Sonne ab Dezember für mehrere Wochen nicht auf. Das heißt: Man hat den ganzen Tag Gelegenheit, Nordlichter zu sehen, nicht nur nachts. Die Kälte nimmt zu. Minus 15 bis minus 25 Grad sind normal. Ohne warme Kleidung hält man es keine halbe Stunde aus.
Januar und Februar: Meine bevorzugte Zeit. Die Tage werden ab Mitte Januar langsam wieder heller, aber es ist immer noch dunkel genug für Nordlichter. Februar hat statistisch die klarsten Nächte. Die Kälte ist stabil, der Schnee liegt fest und trocken. Gute Bedingungen für Hundeschlitten- und Schneemobil-Touren.
März: Die Tage sind schon deutlich länger, aber Nordlichter sind bis Ende März noch möglich. Der Vorteil im März: Man kann tagsüber die Landschaft genießen, Langlauf machen oder Schneeschuh-Touren gehen und abends trotzdem auf Nordlichtjagd. Viele Anbieter senken im März die Preise.
Kp-Index: Die Nordlichter-Vorhersage
Der Kp-Index misst die geomagnetische Aktivität auf einer Skala von 0 bis 9. Ab Kp 3 sind Nordlichter in Nordschweden mit bloßem Auge sichtbar. Ab Kp 5 werden sie sehr intensiv. Werte über 7 sind selten, bedeuten aber einen Ausbruch, den man weit nach Süden sehen kann. Die schwedische Wetterbehörde SMHI veröffentlicht eine Drei-Tage-Vorhersage. Die App "Aurora" zeigt Echtzeit-Daten.
Anbieter und Preise
Die Auswahl an Anbietern ist groß, und die Qualität schwankt. Hier die Anbieter, die ich kenne oder die mir von anderen Reisenden empfohlen wurden.
- Lights Over Lapland (Abisko): Spezialisiert auf Nordlichter-Fototouren. Kleine Gruppen, erfahrene Guides. Ab 1.895 SEK pro Person. Sehr guter Ruf.
- Abisko.net / STF Abisko Turiststation: Betreibt die Aurora Sky Station. Sessellift-Ticket plus Führung ab 695 SEK. Zuverlässig, gut organisiert.
- Kiruna Guidetur: Verschiedene Touren ab Kiruna: Schneemobil, Hundeschlitten, Wanderung. Ab 1.200 SEK. Flexibel bei Stornierungen.
- Jokkmopp Guiderna (Jokkmokk): Lokale Guides, oft samischer Herkunft. Kleine Gruppen, persönlich. Ab 1.000 SEK. Guter Geheimtipp.
- Icehotel (Jukkasjärvi): Eigene Nordlichter-Touren für Hotelgäste, kombiniert mit Übernachtung im Eishotel. Pakete ab 5.000 SEK pro Nacht. Hochpreisig, aber man schläft im Eis und sieht Nordlichter am selben Abend.
Generell gilt: Je kleiner die Gruppe, desto besser das Erlebnis, desto höher der Preis. Private Touren für zwei Personen kosten schnell 4.000 bis 8.000 SEK. Gruppentouren mit 10 bis 15 Teilnehmern sind ab 800 SEK zu haben, aber man steht dann mit einer größeren Gruppe zusammen.
Wichtig: Seriöse Anbieter geben keine Garantie, dass man Nordlichter sieht. Es hängt vom Wetter und der Sonnenaktivität ab. Manche Anbieter bieten bei Nicht-Sichtung eine zweite Tour kostenlos oder vergünstigt an. Danach fragen lohnt sich.
Richtig kleiden: Was man bei minus 20 Grad anziehen muss
Die Nordlichtjagd passiert nachts, draußen, bei Minusgraden. Wer sich falsch anzieht, friert nach 20 Minuten so stark, dass kein Polarlicht der Welt noch Freude macht. Ich habe das erlebt. Einmal, dann nie wieder.
Das Schichtprinzip funktioniert am besten:
- Basisschicht: Merinowolle am Körper. Keine Baumwolle, die wird nass und kühlt aus. Lange Unterhose und Langarmshirt aus Merino.
- Isolierschicht: Fleece oder Daune. Bei unter minus 15 Grad beides übereinander.
- Außenschicht: Wind- und wasserabweisende Jacke und Hose. Viele Anbieter verleihen arktische Overalls. Die sehen albern aus, halten aber warm.
- Füße: Dicke Wollsocken, warme Winterstiefel mit Isolierung. Normale Wanderschuhe reichen nicht. Bei minus 20 Grad werden die Zehen nach 30 Minuten taub.
- Hände: Dicke Fäustlinge über dünnen Innenhandschuhen. Fäustlinge halten wärmer als Fingerhandschuhe. Zum Fotografieren die Fäustlinge kurz ausziehen, Bild machen, wieder anziehen.
- Kopf: Mütze, die über die Ohren geht. Buff oder Schal für Gesicht und Hals. Bei extremer Kälte eine Sturmhaube.
Chemische Handwärmer und Zehenwärmer (Einmal-Wärmepads) sind eine gute Ergänzung. In Schweden gibt es die in jedem Sportgeschäft und oft auch an Tankstellen.
Nordlichter fotografieren: Einstellungen und Tipps
Nordlichter sehen und Nordlichter fotografieren sind zwei verschiedene Dinge. Mit dem bloßen Auge wirken schwache Nordlichter oft grau-grünlich. Die Kamera sieht mehr Farbe, weil sie länger belichtet. Starke Nordlichter hingegen leuchten so intensiv, dass man das Grün, Lila und Rosa klar erkennt. In beiden Fällen lohnt sich eine Kamera.
Was man braucht:
- Kamera: Spiegellose oder DSLR mit manuellen Einstellungen. Vollformat-Sensoren fangen mehr Licht ein, aber auch APS-C funktioniert.
- Objektiv: Weitwinkel mit großer Blende. 14 mm f/2.8 oder 20 mm f/1.8 sind ideal. Je lichtstärker, desto besser.
- Stativ: Zwingend nötig. Ohne Stativ werden Langzeitbelichtungen unscharf. Ein stabiles Reisestativ reicht.
- Ersatzakkus: Kälte tötet Akkus. Ein voller Akku hält bei minus 20 Grad vielleicht 45 Minuten. Zwei bis drei Ersatzakkus mitnehmen und in der Innentasche warm halten.
Kameraeinstellungen:
- Modus: Manuell (M)
- ISO: 1600 bis 6400, je nach Stärke der Aurora und Kamera-Rauschen
- Blende: So weit offen wie möglich (f/2.8, besser f/1.8 oder f/1.4)
- Belichtungszeit: 5 bis 15 Sekunden. Bei starker Aktivität kürzer (3-5 Sek.), sonst verschwimmen die Strukturen. Bei schwacher Aktivität bis 20 Sekunden.
- Fokus: Manuell auf unendlich stellen. Autofokus funktioniert in der Dunkelheit nicht zuverlässig. Am besten tagsüber einen entfernten Punkt fokussieren und die Einstellung mit Tape fixieren.
- Weißabgleich: 3500-4500 K oder "Tageslicht". Auto-Weißabgleich verschiebt die Farben oft ins Gelbliche.
Ein Tipp, den mir ein Guide in Abisko gegeben hat: Nicht nur nach oben fotografieren. Die besten Bilder haben einen Vordergrund. Ein Baum, eine Hütte, ein zugefrorener See, der das Licht spiegelt. Das gibt dem Bild Tiefe und Maßstab. Sonst sieht man nur grüne Streifen auf schwarzem Hintergrund.
Auf eigene Faust: Nordlichter ohne Tour
Man muss keine Tour buchen. Wer ein Auto hat und bereit ist, abends rauszufahren, kann Nordlichter auch selbst finden. Das spart Geld und gibt Flexibilität.
Was man braucht: Ein Auto mit Winterreifen (in Schweden Pflicht von Oktober bis April), eine Nordlichter-App für die Vorhersage, eine Thermoskanne mit heißem Tee und die richtige Kleidung. Dann fährt man abends raus, weg von Straßenlaternen und Siedlungen. Ein zugefrorener See oder ein Parkplatz am Waldrand reicht.
Die Grundregel: Dunkelheit und freie Sicht nach Norden. Je weniger Lichtverschmutzung, desto besser. Außerhalb der Städte in Lappland ist die Lichtverschmutzung praktisch null. Man stellt das Auto ab, steigt aus, und der Himmel ist voller Sterne. Wenn dann noch die Aurora kommt, hat man die Bühne für sich.
Mein Tipp für Selbstfahrer: Die Straße E10 zwischen Kiruna und Abisko führt am Torneträsk-See entlang. Auf der Nordseite des Sees gibt es mehrere Parkbuchten mit freier Sicht über das Wasser. Hier habe ich einige meiner besten Nordlichter gesehen, ganz ohne Guide und ohne Tourgruppe. Allerdings: Bei minus 25 Grad allein am Straßenrand zu stehen, erfordert Vorbereitung. Vollgetankt losfahren, Handy geladen, und jemandem Bescheid sagen, wohin man fährt.
In Abisko selbst ist auch ohne Tour viel möglich. Die Uferpromenade am Torneträsk bietet freie Sicht. Und der Abisko Nationalpark hat ausgeschilderte Winterwege, die man mit Stirnlampe auch abends begehen kann.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, Nordlichter zu sehen?
In Abisko liegt die Chance bei klarem Himmel bei fast 100 Prozent. Über eine Aufenthaltsdauer von drei Nächten liegt die statistische Sichtungsrate bei über 90 Prozent. In Kiruna und Jokkmokk etwas niedriger, da dort mehr Bewölkung vorkommt. Eine Garantie gibt es nie.
Kann man Nordlichter mit dem Smartphone fotografieren?
Neuere iPhones (ab iPhone 14 Pro) und Samsung-Flaggschiffe schaffen bei starker Aktivität brauchbare Fotos im Nachtmodus. Bei schwachen Nordlichtern reicht die Sensorempfindlichkeit nicht. Für wirklich gute Bilder braucht man eine richtige Kamera mit Stativ und manuellem Modus.
Wann starten die Touren und wie lange dauern sie?
Die meisten Touren starten zwischen 20:00 und 21:00 Uhr und dauern drei bis fünf Stunden. Manche Fototouren gehen bis ein oder zwei Uhr nachts. Im Dezember, wenn es ganztägig dunkel ist, gibt es auch Nachmittagstouren ab 14:00 Uhr.
Sind Nordlichter-Touren für Kinder geeignet?
Bedingt. Kinder frieren schneller und werden müde. Für kürzere Touren (zwei bis drei Stunden) mit warmem Getränk und Pausen ist das ab sechs bis acht Jahren machbar. Mehrstündige Schneemobil- oder Hundeschlittentouren bei extremer Kälte sind eher für Jugendliche und Erwachsene.
Was passiert, wenn es bewölkt ist?
Seriöse Anbieter beobachten die Wettervorhersage und fahren dorthin, wo der Himmel frei ist. Das kann bedeuten, dass man 50 bis 100 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt landet. Bei komplett geschlossener Wolkendecke sagen gute Anbieter die Tour ab und bieten einen Ersatztermin oder Rückerstattung an.
Wann muss man eine Nordlichter-Tour buchen?
In der Hochsaison (Januar bis März) mindestens zwei bis vier Wochen im Voraus. Hundeschlittentouren und Foto-Touren mit kleinen Gruppen sind oft Wochen vor dem Termin ausgebucht. In der Nebensaison (September, Oktober, November) geht es auch kurzfristiger.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026