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Ersatzschlüssel vor der Skandinavienreise: Die Vorbereitung, an die kaum jemand denkt

Ersatzschlüssel vor der Skandinavienreise: Die Vorbereitung, an die kaum jemand denkt

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Die Fähre ist gebucht, das Auto gepackt, die Mückencreme liegt griffbereit. Wer nach Schweden oder Norwegen aufbricht, plant meist gründlich. Nur ein Punkt fehlt auf fast jeder Packliste: der eigene Haustürschlüssel. Drei Wochen Ferienhaus in Småland bieten reichlich Gelegenheiten, ihn zwischen Badesteg und Boot zu verlieren. Wer nach der Rückfahrt nachts vor der eigenen Tür steht, zahlt dem Schlüsselnotdienst für die Öffnung schnell 150 bis 300 Euro.

Die Absicherung dagegen kostet fast nichts, wenn sie vor der Abreise passiert. Der wichtigste Schritt: einen Ersatzschlüssel bei jemandem hinterlegen, der während der Reise erreichbar bleibt. Nachbarn, Familie oder die Person, die ohnehin den Briefkasten leert. Bei drei oder vier Wochen im Norden lohnt das doppelt.

Fehlt der Zweitschlüssel dafür, muss niemand extra in den Laden. Ein Türschlüssel nachmachen lassen geht komplett online: Schlüsselnummer oder ein Foto des Schlüssels übermitteln, ab 10,50 Euro bezahlen, nach ein bis drei Tagen liegt der Ersatz im Briefkasten. Das Original bleibt dabei zu Hause. Wer das eine Woche vor der Fähre erledigt, hat den Reserveschlüssel rechtzeitig beim Nachbarn.

Für den Schlüssel, der mitreist, haben sich ein paar Gewohnheiten bewährt. Auf der Fähre und im Flieger gehört er in die Jackentasche oder ins Handgepäck, nicht in den verstauten Koffer. Im Ferienhaus bekommt der Schlüsselbund einen festen Platz, am besten weit weg von Badesachen und Bootszubehör, denn die meisten Schlüssel verschwinden nicht unterwegs, sondern beim Ein- und Auspacken. Bei Roadtrips mit vielen Stationen hilft ein Bluetooth-Tracker am Bund, der den Schlüssel im Zweifel noch auf dem Campingplatz ortet, bevor es weitergeht.

Ausdünnen lohnt ebenfalls. Steht das eigene Auto am Fährhafen in Kiel, muss dessen Schlüssel mit, der Rest vom Schlüsselbrett nicht. Büro, Keller und Garage haben in Skandinavien nichts zu suchen. Je weniger am Ring hängt, desto kleiner der Schaden, falls doch etwas wegkommt. Eine Adresse gehört aus demselben Grund nicht an den Anhänger, ein gefundener Schlüssel ohne Namen ist für Fremde wertlos.

Passiert es trotzdem und es wurde kein Ersatz hinterlegt, hilft am Rückreisetag die Reihenfolge: erst Partner, Mitbewohner und Vermieter nach einem Schlüssel fragen, dann einen örtlichen Notdienst mit Festpreiszusage am Telefon beauftragen. Eine zugefallene Tür öffnet ein seriöser Betrieb tagsüber für rund 100 Euro.

Der Aufwand vorher liegt bei rund 15 Minuten und gut zehn Euro: Schlüssel bestellen, beim Nachbarn abgeben, fertig. Gemessen an einer nächtlichen Türöffnung nach 1.200 Kilometern Heimfahrt dürfte das die günstigste Reiseversicherung sein, die es für den Norden gibt.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.