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Wohnmobil mieten in Skandinavien
Anbieter-Vergleich, Preise und Tipps

Wohnmobil mieten in Skandinavien

14 Min. Lesezeit

Skandinavien mit dem Wohnmobil zu bereisen liegt nahe. Die Entfernungen sind groß, die Campingplätze gut ausgebaut und das Jedermannsrecht in Schweden, Norwegen und Finnland erlaubt das Übernachten in der Natur. Wer kein eigenes Wohnmobil besitzt, kann vor Ort eines mieten. Die Auswahl an Anbietern ist groß, die Preisunterschiede erheblich. Dieser Ratgeber vergleicht die wichtigsten Vermieter, erklärt die Kostenstruktur und gibt Tipps, wie man unnötige Ausgaben vermeidet.

Der Mietmarkt in Skandinavien hat sich in den letzten Jahren verändert. Neben den klassischen Vermietern wie McRent und Touring Cars gibt es inzwischen Sharing-Plattformen wie Camplify und PaulCamper, auf denen Privatpersonen ihre Fahrzeuge anbieten. Die Preise variieren je nach Saison, Fahrzeuggröße und Abholort deutlich. Eine dreiwöchige Tour im Hochsommer kann leicht 4.000 bis 6.000 Euro kosten, in der Nebensaison fährt man für die Hälfte.

Warum ein Wohnmobil in Skandinavien mieten?

Das eigene Wohnmobil aus Deutschland nach Skandinavien zu fahren kostet Fährgebühren, Mautkosten und viel Zeit auf der Autobahn. Wer in Oslo, Stockholm oder Helsinki ein Fahrzeug mietet, spart die Anreise und kann direkt losfahren. Die Fähre von Kiel nach Oslo dauert 20 Stunden und kostet für ein Wohnmobil ab 300 Euro einfache Strecke. Wer vor Ort mietet, fliegt in zwei Stunden hin und nimmt das Wohnmobil am Flughafen in Empfang.

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Ein weiterer Vorteil: Die Mietfahrzeuge sind meistens neuwertig. Die meisten Vermieter tauschen ihre Flotte alle zwei bis drei Jahre aus. Man bekommt ein Fahrzeug mit aktueller Technik, Klimaanlage und oft auch einer Rückfahrkamera, die auf den engen norwegischen Straßen Gold wert ist. Außerdem sind Winterreifen bei Wintermieten inklusive, und in Norwegen verlangen viele Tunnel und Straßen eine Autopass-Box, die manche Vermieter kostenlos bereitstellen.

Gemietetes Wohnmobil an einem norwegischen Fjord geparkt
Mit dem Miet-Wohnmobil direkt am Fjord stehen: in Norwegen keine Seltenheit (KI-generiert)

Die großen Anbieter im Vergleich

McRent: Der größte Wohnmobilvermieter Europas hat Stationen in Oslo, Bergen, Stockholm, Göteborg und Helsinki. Die Flotte besteht hauptsächlich aus Fahrzeugen von Sunlight und Carado (Knaus-Tabbert-Gruppe). Guter Zustand, solide Ausstattung, deutsche Buchungsplattform. Einwegmieten sind möglich, kosten aber Aufpreis (ab 300 Euro). Mindestmietalter: 21 Jahre. McRent verlangt eine Selbstbeteiligung von 1.000 bis 2.500 Euro, die man durch ein Zusatzpaket reduzieren kann.

Touring Cars: Ein skandinavischer Anbieter mit Sitz in Helsinki, der sich auf Nordeuropa spezialisiert hat. Stationen in Helsinki, Rovaniemi, Stockholm, Oslo und Tromsø. Die Fahrzeuge sind oft Fiat-Ducato-basierte Teilintegrierte. Touring Cars bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis in der Nebensaison. Im Hochsommer liegen die Preise auf McRent-Niveau. Vorteil: Die Station in Rovaniemi ermöglicht Lappland-Touren ohne lange Anfahrt.

Nordic Campers: Spezialisiert auf Island und Norwegen, mit einer wachsenden Flotte in Schweden. Die Fahrzeuge sind kompakter als bei McRent, oft Campervans auf VW Transporter- oder Mercedes-Vito-Basis. Für Paare ohne Kinder eine gute Wahl. Die Preise liegen in der Mittelklasse. Nordic Campers hat einen guten Ruf für Kundenservice und flexible Übergabezeiten.

Indie Campers: Ein portugiesischer Anbieter, der seit 2020 auch in Skandinavien aktiv ist. Stationen in Stockholm und Kopenhagen. Die Flotte besteht aus Campervans (Citroën Jumper, Fiat Ducato) und ist preislich am unteren Ende angesiedelt. Die Fahrzeuge sind einfacher ausgestattet als bei McRent, dafür günstiger. Keine Alkoven-Modelle, also weniger geeignet für Familien mit mehreren Kindern.

Privat-Plattformen (Camplify, PaulCamper, Goboony): Privatpersonen vermieten ihre Wohnmobile über Online-Plattformen. Die Preise liegen oft 20 bis 40 Prozent unter denen der kommerziellen Vermieter. Dafür sind die Fahrzeuge älter (3 bis 10 Jahre), die Abhol- und Rückgabezeiten weniger flexibel und die Versicherung weniger umfassend. In Schweden ist das Angebot am größten, in Norwegen und Finnland noch dünn.

Preise: Was ein Wohnmobil in Skandinavien kostet

Die Mietpreise schwanken stark nach Saison. Die Hochsaison dauert von Mitte Juni bis Mitte August. In diesem Zeitraum zahlt man für einen teilintegrierten Wohnmobil mit Platz für vier Personen 150 bis 220 Euro pro Tag. In der Nebensaison (September bis Mai) fallen die Preise auf 80 bis 130 Euro pro Tag. Campervans für zwei Personen sind günstiger: 90 bis 150 Euro in der Hochsaison, 60 bis 100 Euro in der Nebensaison.

Fahrzeugtyp Hochsaison/Tag Nebensaison/Tag 3 Wochen Hochsaison
Campervan (2 Pers.) 90 - 150 € 60 - 100 € 1.890 - 3.150 €
Teilintegriert (4 Pers.) 150 - 220 € 80 - 130 € 3.150 - 4.620 €
Alkoven (5-6 Pers.) 180 - 260 € 100 - 160 € 3.780 - 5.460 €
Privat (Plattform) 70 - 140 € 50 - 90 € 1.470 - 2.940 €

Dazu kommen Nebenkosten: Kilometer sind bei den meisten Anbietern unbegrenzt, aber einige berechnen ab einer bestimmten Tagespauschale (z.B. 300 km/Tag) Extrakosten von 0,20 bis 0,35 Euro pro Kilometer. Bettwäsche und Handtücher kosten 15 bis 30 Euro pro Set. Ein Kindersitz liegt bei 5 bis 10 Euro pro Tag. Die Endreinigung schlägt mit 100 bis 180 Euro zu Buche, außer man reinigt das Fahrzeug selbst.

Paar bucht ein Wohnmobil am Laptop für die Skandinavienreise
Frühbucher sparen bis zu 25 Prozent bei der Wohnmobilmiete (KI-generiert)

Versicherung und Selbstbeteiligung

Die Versicherung ist der wichtigste Posten, den viele Mieter unterschätzen. Jedes Mietfahrzeug hat eine Haftpflichtversicherung, die im Mietpreis enthalten ist. Die Selbstbeteiligung im Schadensfall liegt jedoch oft bei 1.000 bis 2.500 Euro. Das bedeutet: Bei einem Kratzer, einer Delle oder einem Steinschlag zahlt man bis zu dieser Summe selbst. Der Vermieter blockiert die Summe als Kaution auf der Kreditkarte.

Um die Selbstbeteiligung zu reduzieren, bieten alle Vermieter Zusatzpakete an. Bei McRent kostet das "Comfort-Paket" etwa 15 bis 25 Euro pro Tag und senkt die Selbstbeteiligung auf 300 bis 500 Euro. Manche Anbieter bieten eine Nullselbstbeteiligung für 25 bis 35 Euro pro Tag. Bei einer dreiwöchigen Reise sind das 525 bis 735 Euro zusätzlich. Die Alternative: Eine externe Wohnmobil-Versicherung über Anbieter wie Klugo oder Leistungsschutz24, die für 8 bis 12 Euro pro Tag die Selbstbeteiligung übernimmt.

Achtung: Die meisten Versicherungen decken Schäden am Dach und Unterboden nicht ab. Wer in Norwegen unter niedrigen Brücken durchfährt oder auf Schotterpisten den Unterboden aufsetzt, bleibt auf den Kosten sitzen. Auch Reifenschäden sind meist ausgeschlossen. Auf den norwegischen Panoramastraßen und den schwedischen Schotterstraßen in Lappland sollte man deshalb besonders vorsichtig fahren.

Einwegmieten: In Oslo abholen, in Stockholm abgeben

Einwegmieten sind die eleganteste Lösung für eine Skandinavien-Rundreise. Man holt das Wohnmobil in einer Stadt ab und gibt es in einer anderen zurück. Typische Strecken: Oslo nach Bergen, Stockholm nach Tromsø oder Helsinki nach Rovaniemi. Der Aufpreis für Einwegmieten liegt bei 250 bis 600 Euro, abhängig von der Entfernung zwischen den Stationen.

McRent und Touring Cars bieten die meisten Einwegoptionen innerhalb Skandinaviens. Grenzüberschreitende Einwegmieten (z.B. Norwegen nach Schweden) sind bei manchen Anbietern möglich, kosten aber mehr. Indie Campers erlaubt Einwegmieten innerhalb eines Landes, grenzüberschreitend wird es komplizierter. Bei privaten Plattformen sind Einwegmieten selten möglich.

Wohnmobil auf einer Küstenstraße in Skandinavien
Einwegmieten ermöglichen flexible Routen ohne Rückfahrt zum Startpunkt (KI-generiert)

Tipp: Manche Vermieter bieten Überführungsfahrten an, bei denen man ein Wohnmobil kostenlos oder stark vergünstigt von Station A nach Station B bringt. Das passiert meistens am Saisonende (September/Oktober), wenn Fahrzeuge aus dem Norden zurück nach Süden müssen. Auf den Websites der Vermieter oder bei CamperDays nach "Relocation" oder "Transfer" suchen.

Fahrzeugtypen: Vom Campervan bis zum Alkoven

Campervan: Kompakte Fahrzeuge auf Basis eines Kastenwagens (VW Crafter, Fiat Ducato, Mercedes Sprinter). Länge 5,5 bis 6,5 Meter, Stehhöhe im Innenraum, Kochzeile, Kühlschrank, oft eine Nasszelle (Dusche/WC-Kombination). Platz für zwei Erwachsene, manchmal mit Aufstelldach für ein drittes Bett. Vorteil: Lässt sich wie ein großes Auto fahren. Passt in normale Parkbuchten und durch enge Tunnel. Für Paare ohne Kinder die beste Wahl.

Teilintegrierter: Das Fahrerhaus geht nahtlos in den Wohnbereich über. Länge 6,5 bis 7,5 Meter. Mehr Platz als im Campervan, mit separater Dusche, größerer Küche und einem Hubbett über dem Fahrerhaus. Platz für vier Personen. Die meistgemietete Kategorie in Skandinavien. Nachteil: Enge norwegische Straßen und Tunnel können mit über 7 Metern zur Herausforderung werden.

Alkoven: Das klassische Familien-Wohnmobil mit der charakteristischen "Nase" über dem Fahrerhaus, in der ein Doppelbett untergebracht ist. Länge 7 bis 7,5 Meter, Platz für fünf bis sechs Personen. Ideal für Familien mit Kindern. Nachteil: Höher als teilintegrierte Modelle (ca. 3,10 Meter), was bei niedrigen Tunneln in Norwegen problematisch werden kann. Höherer Spritverbrauch durch den Windwiderstand.

Für Skandinavien empfehlen die meisten erfahrenen Reisenden Fahrzeuge unter 7 Metern Länge. Auf den Lofoten, an den Fjordstraßen und auf den schwedischen Waldstraßen in Lappland wird es mit größeren Fahrzeugen eng. Die norwegische Straßenverwaltung warnt bei einigen Tunnel- und Fährstrecken vor Fahrzeugen über 7,5 Meter.

Praktische Tipps für die Miete

Früh buchen. Für die Hochsaison (Juli/August) sollte man sechs bis neun Monate im Voraus reservieren. Beliebte Routen wie die Lofoten oder das Nordkap sind im Sommer schnell ausgebucht. Frühbucher-Rabatte liegen bei 10 bis 25 Prozent.

Vergleichsportale nutzen. CamperDays und motorhome republic vergleichen die Preise mehrerer Anbieter. Oft findet man dort günstigere Pakete als direkt beim Vermieter, weil die Portale Sonderkonditionen aushandeln. Den Endpreis immer mit allen Extras (Versicherung, Bettwäsche, Reinigung) durchrechnen.

Kreditkarte mitbringen. Alle Vermieter verlangen eine Kreditkarte (keine Debitkarte) für die Kaution. Die Blockierung liegt bei 1.000 bis 2.500 Euro. Prüfen, ob das Kreditkartenlimit ausreicht. Am besten eine Kreditkarte ohne Auslandsgebühren nutzen.

Fahrzeugübergabe bei einem Wohnmobilvermieter in Skandinavien
Bei der Fahrzeugübergabe jeden vorhandenen Schaden dokumentieren (KI-generiert)

Fahrzeug bei Übernahme genau prüfen. Jeden vorhandenen Kratzer, jede Delle und jeden Riss fotografieren und ins Übergabeprotokoll eintragen lassen. Das schützt vor unberechtigten Schadensforderungen bei der Rückgabe. Auch den Zustand von Reifen und Markise prüfen. Besonders bei privat gemieteten Fahrzeugen ist eine gründliche Dokumentation wichtig.

Gasflaschen und Entsorgung. Mietfahrzeuge werden mit gefüllten Gasflaschen übergeben. In Skandinavien gibt es unterschiedliche Gasflaschen-Systeme (Norwegen nutzt AGA, Schweden Primagaz). Nachfüllen kann je nach Land kompliziert werden. Für zwei bis drei Wochen reicht eine Füllung meistens aus. Ver- und Entsorgungsstationen (Frischwasser, Grauwasser, Schwarzwasser) findet man auf fast jedem Campingplatz und vielen Tankstellen entlang der Hauptrouten.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter darf man ein Wohnmobil in Skandinavien mieten?

Die meisten Vermieter verlangen ein Mindestalter von 21 Jahren und mindestens ein Jahr Führerscheinbesitz. Einige Anbieter setzen die Grenze bei 23 oder 25 Jahren an. Ein normaler PKW-Führerschein (Klasse B) reicht für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, was alle gängigen Miet-Wohnmobile abdeckt.

Lohnt sich eine Wohnmobilmiete vor Ort oder ist das eigene Fahrzeug günstiger?

Das hängt von der Reisedauer ab. Für zwei bis drei Wochen ist die Miete vor Ort meistens günstiger, wenn man Fährkosten und Verschleiß für die Anfahrt aus Deutschland einrechnet. Ab vier Wochen wird das eigene Fahrzeug wirtschaftlicher, weil die Tagesmietpreise dann stärker ins Gewicht fallen. Hinzu kommt: Flug nach Skandinavien plus Mietwohnmobil spart zwei bis drei Reisetage gegenüber der Anfahrt über Land.

Kann man mit dem Miet-Wohnmobil auf die Fähre?

Ja, das ist kein Problem. Die skandinavischen Fähren (Fjordüberquerungen, Küstenfähren) nehmen Wohnmobile regulär mit. Die Preise richten sich nach der Fahrzeuglänge. Vorher die maximale Höhe und Länge des Mietfahrzeugs notieren, da einige Fähren Beschränkungen haben. Für die Hurtigruten oder die Strecke Hirtshals-Kristiansand rechtzeitig reservieren, besonders im Sommer.

Welcher Anbieter ist der beste für eine Norwegen-Rundreise?

Für eine Rundreise nur in Norwegen sind McRent (Stationen Oslo und Bergen) und Nordic Campers (spezialisiert auf Skandinavien) die zuverlässigsten Optionen. Wer eine Tour von Oslo nach Tromsø plant, sollte die Einwegmiete bei Touring Cars prüfen, da dieser Anbieter die meisten norwegischen Stationen hat. Für reines Budget-Reisen ist Indie Campers eine Alternative, allerdings mit einfacherer Ausstattung.

Sergej Gerber

Sergej Gerber

Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026