Autofahren in Schweden
Inhaltsverzeichnis
- 1 Autofahren in Schweden, Wichtige Verkehrsregeln
- 2 Unterwegs im Stadtverkehr
- 3 Autofahren in Schweden, Führerschein und Alkohol
- 4 Sicherheitsmaßnahmen im schwedischen Straßenverkehr
- 5 Straßenverhältnisse in Schweden
- 6 Autofahren in Schweden, Tankstellen
- 7 Maut und Brückengebühren in Schweden
- 8 Autofahren in Schweden, Wichtige Notfallkontakte
- 9 Häufige Fragen zum Autofahren in Schweden
Wer Schweden richtig kennenlernen möchte, bereist das Land am besten mit dem Auto, so lassen sich weite Distanzen gut bewältigen und zugleich viele Eindrücke sammeln. Allerdings solltest du als Tourist nicht einfach ins Auto steigen und gedankenlos losfahren.
Nur weil Schweden ein EU-Mitgliedstaat ist und dort ebenfalls Rechtsverkehr wie in Deutschland herrscht, gilt es trotzdem gut vorbereitet zu sein. Gerade bei den Verkehrsregeln unterscheiden sich Schweden und Deutschland teilweise deutlich.

Autofahren in Schweden, Wichtige Verkehrsregeln
Als Schwedentourist muss man sich darüber im Klaren zu sein, dass andere Tempolimits gelten. Dies gilt besonders für die zulässige Höchstgeschwindigkeit. In Schweden ist bereits bei 110 km/h das Tempolimit erreicht. Diese Geschwindigkeit darf nur auf Autobahnen gefahren werden.
Tipp: Suche jetzt dein Ferienhaus in Schweden mit Verfügbarkeitscheck und Preisvergleich.
Auf Landstraßen kann die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 70 oder 90 km/h liegen, weshalb auf die Beschilderung genau geachtet werden sollte. In Schweden gibt es zahlreiche Verkehrskontrollen, auch in ländlichen Regionen wird eifrig kontrolliert.
Viele Touristen fragen sich, was es mit dem dicht gestrichelten Seitenstreifen auf den zahlreichen Landstraßen Schwedens auf sich hat. Dieser ist für Fußgänger sowie Fahrrad- und Mopedfahrer gedacht und sollte nicht befahren werden.
In Städten und Ortschaften ist die Situation ähnlich wie bei uns. Es dürfen je nach Beschilderung maximal 30 oder 50 km/h gefahren werden. In Wohngebieten gelten zumeist 30 km/h.
Diejenigen, die Schweden mit dem Caravan bereisen, dürfen prinzipiell nicht schneller als 80 km/h fahren. Dieses Tempolimit gilt für jedes Wohnwagengespann.
Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit werden von den schwedischen Gesetzeshütern nicht als Kavaliersdelikte abgetan. Selbst bei geringfügigen Überschreitungen ist die Polizei sehr penibel. Es drohen stattliche Bußgelder, wer auf Landstraßen oder Autobahnen lediglich 10 km/h zu schnell fährt, kann mit einem Bußgeld von umgerechnet mehr als 200 Euro rechnen. Außerdem schreckt die schwedische Polizei auch nicht vor der Beschlagnahmung von Fahrzeugen zurück.

Unterwegs im Stadtverkehr
Die Situation im Stadtverkehr ist ganz ähnlich wie in Deutschland. Im Kreisverkehr ist es beispielsweise so, dass die Fahrzeuge, die sich bereits im Kreisel befinden, Vorfahrt haben. Abweichungen sind möglich, allerdings sind diese an der Beschilderung zu erkennen.
In den schwedischen Großstädten sind viele Straßenbahnen unterwegs. Anders als in Deutschland haben die Straßenbahnen grundsätzlich Vorfahrt.
Im Ausland tendieren Autofahrer aus Deutschland manchmal dazu, an Zebrastreifen nicht zu halten. Doch auch hier ist die Situation wie in Deutschland. Fußgänger haben absoluten Vorrang, es gilt an Zebrastreifen unbedingt rechtzeitig zu halten.
Parkflächen sind in den Städten deutlich als solche markiert. Aufzupassen gilt es jedoch bei Linien in gelber Farbe. Gelbe Linien markieren Bereiche, in denen das Parken verboten ist. Dasselbe gilt für gezackte Linien.
Autofahren in Schweden, Führerschein und Alkohol
Da Schweden ein Mitgliedstaat der EU ist, müssen Schwedenbesucher nicht extra einen internationalen Führerschein beantragen. Sowohl der einheitliche europäische Führerschein als auch die alten deutschen Führerscheine sind in Schweden gültig.
Obwohl Alkohol in Schweden sehr teuer ist und die Verkehrspolizisten sehr penibel sind, gibt es in Schweden keine Null-Promille-Grenze. Tatsächlich ist das Fahren bis zu einem Blutalkoholpegel von 0,2 Promille gestattet. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass diese Grenze ungemein niedrig liegt. Wer getrunken hat, setzt sich daher besser nicht hinter das Steuer.
Werden Autofahrer in Schweden mit einem höheren Blutalkoholpegel erwischt, drohen drakonische Bußgelder. Anders als in Deutschland ist das Bußgeld an das Einkommen gekoppelt, ungefähr ein Monatslohn oder ein Monatsgehalt sind fällig. Außerdem werden langfristige Fahrverbote verhängt.
Sicherheitsmaßnahmen im schwedischen Straßenverkehr
Wer am schwedischen Straßenverkehr teilnimmt, muss grundsätzlich mit Licht fahren. Das Fahren ohne Abblendlicht ist nicht gestattet und wird per Bußgeld geahndet.
Kinder bis zu einem Alter von 7 Jahren müssen mit geeignetem Rückhaltesystem gesichert sein. Prinzipiell gilt eine Anschnallpflicht für alle Insassen. Kraftfahrer, die während dem Fahren zum Handy greifen und ohne Freisprecheinrichtung telefonieren, müssen ebenfalls ein Bußgeld entrichten.
Treffen deutsche Autofahrer mit ihren Fahrzeugen auf Bahnübergänge, sind sie häufig verunsichert, weil diese weiß blinken. Dieses Blinken signalisiert jedoch nur die Funktionsfähigkeit der Bahnübergangsanlage. Sollte ein Zug kommen, leuchtet ein rotes Signal auf, was letztlich zum Halten verpflichtet.
Bei Überlandfahrten gilt es unbedingt an das Thema Wildwechsel zu denken. Warnschilder mit Elchen dienen nicht der Belustigung, sondern weisen auf ein ernsthaftes Risiko hin. Es gilt konzentriert zu fahren und besonders vor schwer einsehbaren Kurven die Geschwindigkeit anzupassen.
Ist man nicht mit einem Mietwagen, sondern mit einem Pkw in Schweden unterwegs, gilt es das Bestehen eines Versicherungsschutzes nachzuweisen. Die grüne Versicherungskarte ist daher Pflicht.
Da sich die Mehrheit der Touristen lediglich für einige Tage einen Mietwagen ausleiht, ist die Wahl des Anbieters von entscheidender Bedeutung. Dies liegt einerseits an den Mietbedingungen und auf der anderen Seite an der Seriosität des Mietwagen-Anbieters. Prinzipiell ist jedem Schwedenbesucher zu empfehlen, sich in Bezug auf die Reiseplanung und Mietwagen-Buchung schon im Vorfeld über das Internet zu informieren.
Straßenverhältnisse in Schweden
Prinzipiell ist es um die Straßenverhältnisse in Schweden gut bestellt. Die Infrastruktur ist solide, erhöhte Vorsicht ist in erster Linie im Winter angebracht. Aufgrund des vermehrten Schneefalls und der niedrigen Temperaturen wird eine gute Winterausrüstung benötigt.
Anders als in Deutschland ist das Fahren mit Winterreifen nicht an die Straßenverhältnisse gekoppelt. Stattdessen gelten Winterreifen von Anfang Dezember bis Ende März als verpflichtend. Außerdem müssen Autofahrer prinzipiell eine Schaufel sowie Frostschutz für das Wischwasser im Fahrzeug zusätzlich mitführen.
Autofahren in Schweden, Tankstellen
Wer in Schweden tanken will, sollte stets eine Kreditkarte (Mastercard oder Visa) mit sich führen, da immer weniger Tankstellen Bargeld akzeptieren. Auch EC- und Maestro-Karten funktionieren an schwedischen Tankstellen oftmals nicht.
Zudem gibt es in Schweden fast ausschließlich Tankstellen mit Selbstbedienung. Falls man doch einmal auf eine Tankstelle mit Personal trifft, muss sich der Fahrer auf einen höheren Preis pro Liter einstellen.
In Schweden gibt es ca. 3.000 Tankstellen. Die meisten davon befinden sich in den Ballungsgebieten. Wer also eine Reise in den Norden Schwedens oder in ländliche Regionen plant, sollte sich bewusst sein, dass es weniger Möglichkeiten zum Tanken gibt.
Maut und Brückengebühren in Schweden
In Schweden gibt es keine Autobahnmaut, allerdings fällt beispielsweise in den Großstädten Stockholm und Göteborg eine sogenannte City-Maut an. Diese ist jedoch nicht pauschal, sondern richtet sich nach der Uhrzeit und ist ausschließlich an Werktagen zu zahlen. Am Wochenende sowie an Feiertagen fällt diese Gebühr weg.
Wie ist die City-Maut zu zahlen? In Schweden gibt es keine Mautstellen, an denen du die Gebühr zahlen musst. Der Bezahlvorgang läuft folgendermaßen ab: Sobald ein mautpflichtiger Straßenabschnitt befahren wird, erfassen Kameras das Kennzeichen des Fahrzeugs. Die Daten werden nun an das schwedische Verkehrsamt weitergeleitet, wobei die Ein- sowie Ausfahrten aus einem Gebiet gesammelt werden. Am Ende des Monats erhalten die Fahrzeughalter eine Rechnung per Post, welche die Gesamthöhe der zu zahlenden Mautgebühr aufweist und beglichen werden kann.
Eine Brückengebühr fällt in Schweden an der Öresundbrücke, der Motala- sowie Sundsvallbrücke an. Anders als bei der City-Maut, muss hier die Gebühr jedoch an einer vorgesehenen Station gezahlt werden. In der Regel können Urlaüber mit Kreditkarte oder Bargeld zahlen.
Autofahren in Schweden, Wichtige Notfallkontakte
In Notfällen sind sowohl die Polizei als auch die Feuerwehr bzw. sämtliche Rettungskräfte über die einheitliche Nummer 112 zu erreichen.
Bei Pannen sind die „Assistancekåren" über die Rufnummer 020 912 912 sowie „FALCK" über 087 679 000 zu erreichen.
Häufige Fragen zum Autofahren in Schweden
Wie schnell darf man in Schweden fahren?
Auf Autobahnen maximal 110 km/h, auf Landstraßen 70 bis 90 km/h und innerorts 30 bis 50 km/h. Wohnwagengespanne dürfen höchstens 80 km/h fahren.
Braucht man in Schweden einen internationalen Führerschein?
Nein. Der EU-Führerschein und auch alte deutsche Führerscheine sind in Schweden gültig.
Gibt es in Schweden eine Mautpflicht?
Es gibt keine Autobahnmaut, aber eine City-Maut in Stockholm und Göteborg an Werktagen. Außerdem fallen Brückengebühren an der Öresundbrücke, Motala- und Sundsvallbrücke an.
Sergej Gerber
Ich bin absoluter Skandinavien-Fan und reise schon seit über 12 Jahren in die schönen Länder Skandinaviens. Hier teile ich meine Erfahrungen und Tipps zu den skandinavischen Ländern und der Ostsee-Region.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026