Wie der Weihnachtswichtel Tomte die schwedische Weihnachtszeit verzaubert 

In Schweden spielt der Wichtel Tomte in der Weihnachtszeit eine große Rolle. Die Begeisterung für die gutmütigen und gewitzten Weihnachtswichtel hat auch schon in Deutschland einige Familien angesteckt. Die süßen Wichtel machen jeden Tag zu etwas Besonderem und bringen viel Freude in die besinnliche Weihnachtszeit.  

Weihnachtszwerg
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Wenn der heilige Nikolaus auf den nordischen Gott Thor trifft

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der moderne Tomte, den man heute kennt, bekannt. Die berühmte schwedische Künstlerin Jenny Nyström zeichnete eine neue Art von Tomte und ließ sich dabei von dem heiligen Nikolaus inspirieren. 

Heute mischen sich nordische Mythologie und Bräuche mit der Nikolaustradition. Der gutmütige Wichtel, der zu Weihnachten auftritt, ist unter den Namen Tomte Nisse oder Jultomte bekannt. Nisse leitet sich von dem Wort Nikolaus ab. 

„Übrigens“: Dieser Weihnachtswichtel besitzt in Schweden keine Rentiere, wie man vielleicht vermutet hätte. Der Jultomte wird von zwei Böcken begleitet – angelehnt an den nordischen Gott Thor

Der aus Stroh gebundenen Ziegenbock, der Julbock, wurde durch IKEA in der Welt verbreitet. 

Rentiere an Weihnachten
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Süß und gerissen – Tomte der Weihnachtswichtel 

Der Tomte sorgt dafür, dass den Bewohnern seines Hauses Gutes widerfährt – vorausgesetzt die Menschen zeigen sich dankbar! 

Um Tomte gut zu stimmen, ist es besonders wichtig, an Weihnachten eine große Schüssel  Hafergrütze oder Milchreis für ihn bereitzustellen. Und das unbedingt mit einem Holzlöffel, den Wichtel mögen kein Metall!

Falls Tomte aber keinen Teller Grütze bekommt oder generell nicht gewürdigt wird, fängt er an, die Hausbewohner zu ärgern. Der Wichtel lässt besonders gerne Dinge wie Brillen oder Schlüssel verschwinden, um sie an ungewöhnlichen Orten plötzlich wieder auftauchen zu lassen. Man sollte sich also besser gut mit ihm stellen!

Jedes Haus hat seinen eigenen Wichtel. Sie sind tierlieb und wohnen traditionell in den Bauernhöfen im Stall oder auf dem Heuboden. Ansonsten leben sie aber auch unter dem Haus oder sogar in der Werkstatt. Die Wichtel sind nämlich sehr geschickt und vermutlich die Hersteller der Weihnachtsgeschenke. 

Vorweihnachtliche Traditionen – der Weihnachtswichtel als schwedischer Adventskalender

Eine Tradition, die die Vorweihnachtszeit in Schweden umso aufregender und besinnlicher macht, findet auch immer mehr Anklang in deutschen Haushalten. 

In Schweden zieht in der Vorweihnachtszeit der kleine Weihnachtswichtel ins Haus ein. Über der Fußleiste erscheint plötzlich eine magische Wichteltür, die Nissedør

Der Wichtel ist nachtaktiv und verliert seine Magie, wenn er erblickt wird. Über Nacht verzaubert er den Dezember aber mit kleinen Überraschungeneine Art Adventskalender also. 

Tomte verbreitet Weihnachtsfreude, hilft beim Dekorieren und Plätzchen backen. Er kann dabei auch kleine Streiche spielen, die die Kinder dann natürlich zum Lachen bringen.  

Um die Vorweihnachtszeit besonders zu machen und Tomte den Weihnachtswichtel zu integrieren, kann man seine Ankunft vorbereiten. Jeder kann sich das Ausmaß der Dekorationen und Aktivitäten natürlich selbst aussuchen.

Folgend sind ein paar zauberhafte Ideen aufgelistet, die den Kindern garantiert jeden Morgen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern:

Die magische Wichteltür – die Nissedør

Die grundlegendste Dekoration: Der Wichtel braucht natürlich eine kleine Haustür. 

Dazu kann man sich theoretisch Aufkleber im Internet bestellen, man kann die Tür aber auch einfach aus Pappe basteln. 

Für die Tür wählt man einen Platz irgendwo im Haus direkt über der Fußleiste. Wer noch weitere Dekoration hinzufügen möchte, sucht sich am besten einen Ort, an dem es nicht stört, wenn einige Dinge vor der kleinen Tür auf dem Boden rumstehen. 

Magische Wichteltür
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Dekoration für die Wichteltür 

Eine sehr süße Idee ist es, eine kleine Leiter an der Fußleiste unter der Tür anzubringen. Die kann man entweder ganz einfach mit ein paar Stücken Holz selbst basteln oder man schaut im Bastelladen oder beim Kinderspielzeug. 

Danach sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Der Wichtel kann seinen Garten beispielsweise nach und nach mit anderer Miniatur-Deko schmücken: kleine Bäumchen und Geschenke, Schlitten, Schnee oder ein kleiner weihnachtlicher Kranz an der Tür. 

Man kann entweder täglich etwas hinzufügen oder tauscht die Dekoration alle paar Tage ganz aus und erstellt so kleine Szenarien

Ein Briefkasten zur Kommunikation 

Kommuniziert wird über Briefe. Tomte zeigt sich ja schließlich nicht. Er kann die Kinder so aber zum Beispiel um einen Gefallen bitten und überrascht sie danach mit einer Leckerei oder einer vorbereiteten Aktivität. 

Spuren des Weihnachtswichtels 

Der Wichtel kann auch Schneespuren in der Wohnung hinterlassen, Glitzer verteilen, Plätzchenkrümel oder Nussschalen verlieren. 

Nach und nach kann Tomte auch zum Beispiel die Fenster dekorieren – aber langsam, der kleine Wichtel schafft natürlich nicht alle auf einmal! 

DIY mit Kindern – ganz leicht den eigenen Weihnachtswichtel basteln 

Eine weiter Idee für die Vorweihnachtszeit ist es, mit den Kindern einen Weihnachtswichtel zu basteln. Das kann man ganz leicht mit wenigen Materialien schaffen. 

Weihnachtswichtel basteln
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Man benötigt

  • Eine (flauschige) Socke mit schönem Muster als Mütze
  • Eine einfarbige Socke für den Körper
  • Eine Perlonsocke für die Nase (oder hautfarbener Stoff)
  • Fellimitat/Füllwatte/Wattepad als Bart
  • Eine Schere
  • Haushaltsgummis/Schnur/Wolle
  • Kleine Plastiktütchen
  • Reis/Sand/etc. als Füllmaterial
  • Heißklebepistole

Als Erstes legt man sich die Socke für den Körper bereit. Nun füllt man Reis in ein Tütchen und stopft es in die Socke. Die Socke bindet man mit einem Gummi oder einer Schnur zusammen und formt sie zu einem Ball. Der überstehende Teil der Socke muss nicht abgeschnitten werden, der verschwindet nachher unter der Mütze.

Nun füllt man den Perlonstrumpf mit einer kleinen Tüte mit ein wenig Reis, bindet den Strumpf zu und schneidet den überstehenden Teil des Strumpfes ab – das ist die Nase.

Die Nase bindet man an das obere Ende der Körpersocke, alternativ kann man sie dort festkleben.

Anschließend schneidet man einen Bart aus dem Fellimitat oder der Watte aus, am besten einen Halbkreis oder ein Dreieck. Dieser wird unter die Nase, um das obere Ende des Bauchs gelegt und dort festgeklebt.

Als Nächstes wird die Mütze gebastelt. Die einfarbige Socke krempelt man einmal am Schaft ein paar Zentimeter um, sodass es wie ein Krempel einer Mütze aussieht. Man kann nun selbst entscheiden, wie lang die Mütze werden soll. An der Stelle bindet man die Mütze mit einer Schnur fest ab. 

Ungefähr zwei Zentimeter über dieser abgeschnürten Stelle schneidet man den geschlossenen Teil der Socke ab – so entsteht ein kleiner Bommel

Die Mütze kann man jetzt leicht über den Überschuss der Körpersocke ziehen, sodass die Mütze die Nase leicht bedeckt.

Sobald einem die Position gefällt, kann man die Mütze festkleben. 

Fertig ist der selbst gebastelte Weihnachtswichtel!

Fazit

Die schwedische Tradition des Tomte Weihnachtswichtels ist eine zauberhafte Tradition und auch in Deutschland eine schöne Abwechslung zum traditionellen Adventskalender. Die Wichtel bringen garantiert eine Menge Freunde und Spaß und ein bisschen nordischen Flair in die Vorweihnachtszeit. 

Zwei Weihnachtswichtel auf Baumscheibe
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Die häufigsten Fragen von Reisenden

Wer ist der Tomte Weihnachtswichtel?

In Schweden gibt es die Tradition, dass jedes Haus seinen Wichtel hat. Zu Weihnachten begegnet man dem gutmütigen Jultomte, dem schwedischen Weihnachtsmann oder dem gewitzten Hauswichtel. Dieser ist vor allem in der Vorweihnachtszeit aktiv, spielt Streiche und überrascht mit kleinen Geschenken.

Gibt es in Schweden den Weihnachtsmann?

In Schweden gibt es die Tradition des Jultomtes oder des Tomte-Nisses. Nisse leitet sich von Nikolaus ab. Dieser ist, begleitet von seinen zwei Böcken, für die Geschenke zuständig.

Was sind schwedische Traditionen zu Weihnachten?

Dem Weihnachtswichtel wird ein Teller Grütze rausgestellt, sonst spielt dieser den Hausbewohnern nämlich Streiche. An Heiligabend gibt es einen reichlich gedeckten Tisch, das Julbord, mit vielen schwedischen Spezialitäten. Es werden Julklapp-Reime aufgesagt, außerdem tanzen die Schweden um den Weihnachtsbaum.