Skandinavisches Design

Design aus SkandinavienUnter Skandinavischem Design versteht man hauptsächlich Produkte, die in den 1950er Jahren in den Ländern Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland entstanden sind. Sie zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie funktional und gleichzeitig formschön sind.

Die Urväter des Skandinavischen Designs sind Alvar Aalto, ein finnischer Architekt und Designer, der u.a. für seine Aalto Vase bekannt wurde und der Däne Arne Jacobsen. Auch Jacobsen war Architekt und gleichzeitig Designer. Jacobsens berühmteste Erfindung ist das Ei, ein Sessel, der keine Geraden hat, sondern nur aus Kurven besteht.

Die Idee des Skandinavischen Designs ist, dass die Gegenstände, die wir im alltäglichen Gebrauch benützen, formschön und zugleich praktisch sein sollen. Gleichzeitig sollen sie für die breite Masse erschwinglich sein. Ikea ist die bei uns wohl bekannteste Marke, die diesem Prinzip entspricht.

Aber neben Ikea mit seiner schon Kult gewordenen Bücherregal-Serie Billy gibt es viele andere Anbieter aus Skandinavien. Unter den unzähligen Firmen können wir hier nur eine kleine Auswahl nennen:

Skandinavisches Design aus Schweden

Skandinavisches Design von MarimekkoKennen Sie noch das Kombi-Coupé von Volvo P1800 ES? Zwischen 1971 und 1973 hat Volvo dieses Auto produziert. In Deutschland erhielt es wegen seiner Form den Spitznamen „Schneewittchensarg“. Die Vorgabe war damals, ein Auto zu designen, in das mühelos eine Golfausrüstung passen sollte. Und so entstand ein Wagen mit einer originellen Dachkonstruktion und vor allem mit viel Glas, das heute als Oldtimer hoch gehandelt wird.

Schweden ist schon seit Jahrhunderten als das “Glasreich” bekannt und so gibt es auch heute noch einige Glasbläserfabriken wie Kosta Boda (bereits 1742 gegründet) oder Orrefors in Småland. Hier werden wundschöne mundgeblasene Kristallgläser hergestellt, die immer wieder mit neuen Kreationen überraschen.

Schwedische Mode ist ein Begriff, den viele mit der Modekette H & M verbinden. Aber es gibt noch viel mehr: Filippa K, Gudrun Sjöden oder die bekannte Modekette Indiska, die schon 1901 gegründet wurde. Dort verkauft man farbenfrohe Kleidung und Accessoires, die auch für schmale Geldbeutel erschwinglich sind. Indiska gibt es in SchwedenFinnland und Norwegen

Sie kennen sicher die kleinen dreieckigen Michtüten. Dies ist eine Erfindung der schwedischen Firma Tetra Pak. Seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhundert produziert von Tetra Pak, sind sie heute Standard in vielen Ländern.

Skandinavisches Design aus Norwegen

Neben den wunderschönen, gestrickten Norwegerpullis (Dale), die in vielen verschiedenen Firmen hergestellt werden, gibt es eine norwegische Firma, die fast jede deutsche Familie kennt: Stokke. Mit ihrem Kinderstuhl Tripp-Trapp hat sie in den siebziger Jahren Furore gemacht. Der Tripp-Trapp ist ein nicht billiger, aber ausgezeichnet verarbeiteter Kinderhochstuhl. 2003 wurde der Xplory-Kinderwagen der Firma Stokke mit dem Award for Design Excellence ausgezeichnet.

Eine kleine, aber feine Firma, die seine Produkte vor allem im Norden vertreibt, ist CTT Micro As. Sie hat mit Pinell ein portables Internetradio kreiert, das vor allem durch sein schlichtes Design und die perfekte Klangqualität hervorstechen.

Skandinavisches Design aus Dänemark

In Dänemark stehen die Marken Rosendahl, Holmegaard oder Royal Copenhagen für Qualität im Bereich Gebrauchs-Porzellan. Bodum ist die Marke, die wir mit exzellenten Kaffeeutensilien verbinden. Pressstempelkanne nennt man Bodums Kaffeekanne, die auch in deutschen Haushalten viel vertreten ist. Die Firma Bodum wurde 1944 in Kopenhagen gegründet, heute ist sie in der Schweiz ansässig.

Bang & Olufsen ist ein dänischer Unterhaltungselektronikhersteller, der auch in Deutschland viele Läden unterhält. “Weniger ist mehr” ist das Motto der Firma, die sehr an den Bauhaus-Stil erinnert. Einige Geräte der Firma sind im Museum of Modern Art in New York ausgestellt.

Skandinavisches Design aus Finnland

Denken wir an Finnland, dann kommen uns sofort Namen wie Marimekko oder iittala in den Sinn. Helsinki, eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt, ist 2012 Welthauptstadt des Designs. Und so zeigen finnische Künstler ihr Können in vielen Ausstellungen und Events.

Seit kurzem kann man in Helsinki auch im GLO Art Hotel übernachten, das über 170 Zimmer verfügt und in den historischen Mauern eines alten Schlosses mit innovativem Innendesign ausgestattet ist.

Design aus Island

Seit einiger Zeit wird sogar das kleine Island als Designland entdeckt. 2011 war Island das Messethema auf der Frankfurter Buchmesse und so fanden in diesem Zusammenhang zwei Ausstellungen zu isländischem Design statt.

Die Hochschule für Design in Reykjavik sorgt für den Nachwuchs. Dort kann man neben Theater, Musik und Tanz auch Design studieren. Und so werden wir neben dem traditionellen Islandpulli und der Halsketten aus poliertem Lavastein sicher bald originelle Designerstücke aus Island zu sehen bekommen.

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