Abisko

Nicht nur Großstädte wollen angesagt sein, auch in der Natur gibt es einen Kampf um die besten Plätze. Abisko in Schwedisch-Lappland ist ganz vorne mit dabei, wie die Zeitschrift NORR in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet.

Abisko
Abisko … Foto: Klaus Fengler

Abisko – Neuer Stern am Fotohimmel

Man sagt, dass viele der spannendsten Reiseziele von Hippies, Künstlern und/oder Homosexuellen entdeckt worden sind. Menschen, die außerhalb der gängigen Konventionen leben und sich von der breiten Masse abheben.

In der Outdoorbranche sind es oft die Fotografen, die neue Wege einschlagen. Sobald ihre Bilder in bestimmten Magazinen oder Kampagnen erscheinen, kommen die Touristen hinterher. Heutzutage kann man niemanden mehr damit beeindrucken, dass man zum Freeriden nach LaGrave, zum Surfen nach Bali oder zum Paddeln ins Yukon Territory fährt.

Doch wer dagegen Skitouren in den sogenannten Abiskoalpen vorzuweisen hat, kann auch eingefleischtesten Outdoorprofis begeistern. Im Sommer herrscht hier Hochbetrieb, da der legendäre Kungsleden, der König unter den Wanderwegen, in Abisko endet.

Abisko NationalparkAber den Winter hat das kleine Dorf verschlafen. Doch das scheint sich jetzt zu ändern. Im letzten Winter wurde Absiko nahezu von Fototeams überrannt. Große Marken wie The North Face und Hestra waren plötzlich auf den Geschmack der schwedischen Wildnis gekommen. Im April verlegte das Münchner Sporthaus Schuster seine jährliche Katalogproduktion vom Alpenrand nach Abisko. Der neue Katalog steht nun ganz im Zeichen der schwedischen Fjälls – inklusive Rentiere und Nordlicht. „Sowohl ich als auch der Fotograf waren schon öfters im nördlichen Teil von Skandinavien und wussten, dass die Umgebung hier perfekt zu unserem Profil passen würde. Sowohl die Natur als auch der skandinavische Geist. Viele skandinavische Outdoorhersteller hatten in den letzten Jahren großen Erfolg in Deutschland. Mit unseren Shootings hier schaffen wir eine ideale Verbindung zwischen den Produkten und ihrer ursprünglichen Umgebung”, sagt Rainer Angstl, Geschäftsführer von Schuster.

Warum gerade Abisko zurzeit so im Rampenlicht steht, ist schwer zu sagen. Die letzten Jahre war das norwegische Lyngen „the place to beâ€. Doch Abisko hat drei wichtige „Botschafter”, die die Region besonders auszeichnen.

Der schwedische Fotograf Lars Thulin ist eine Art Legende in der schwedischen Ski- und Outdoorszene. Er zog in jungen Jahren nach Riksgränsen nördlich von Abisko, und trug mit dazu bei, dass der nördlichste Skiort der Welt an der Grenze zu Norwegen zu Beginn der 90er Jahre internationale Berühmtheit erlangte. Seitdem sind Tausende von Lars Thulins Bildern publiziert worden. Heute wohnt er in Kiruna, verbringt aber einen Großteil seiner Zeit in den Fjälls rund um Abisko.

Abisko„In den letzten Jahren hat das Interesse an dieser Region im Ausland stark zugenommen. Ich glaube, dass das auf die spektakuläre Natur und die Einsamkeit zurückzuführen ist. Sieht man ein Bild von hier, dann weiß man instinktiv, dass man hier in der Wildnis ist. Auch das Licht spielt eine wichtige Rolle. Als Fotograf arbeitet man hier oben immer mit einem ganz speziellen Licht. Im Sommer scheint die Mitternachtssonne und im Winter das Nordlicht. Das gibt den Bildern, die hier entstehen einen ganz besonderen Charakter”, sagt Thulin.

Ein anderer wichtiger „Botschafter†ist die Abisko Mountain Lodge, die von Bergführer Dick Johansson und seiner Frau Mina Johannsson-Dahl betrieben wird – ein kleines Hotel mit einem Restaurant und allen möglichen Abenteuern gleich um die Ecke. Außer den immer zahlreicher werdenden internationalen Skigästen, steigen hier auch immer mehr Fotografen und Models ab, um in dem Hotel eine Art Basislager aufzuschlagen. Das schwedische Unternehmen Haglöfs gehört bereits zu den Stammgästen. „Der skandinavische Geist ist hier im Vergleich zu anderen Orten besonders stark. Deswegen haben wir hier schon mehrere Shootings und Events gemacht. Außerdem sind die Menschen hier sehr freundlich”, sagt der Deutschland-Chef von Haglöfs, Herbert Horelt.

Schneemobil auf dem vereisten Torneträsk
Schneemobil auf dem vereisten Torneträsk in Absiko, Schwedisch-Lappland, Foto: Henrik Trygg/imagebank.sweden.se

Der dritte „Botschafter” entzieht sich leicht – das Nordlicht.

Skifahrer, die aus südlicheren Gefilden nach Abisko kommen, sind vielleicht erst mal enttäuscht, wenn sie herausfinden, dass der Hausberg von Abisko nur einen Höhenunterschied von 500 Metern hat und die höheren Berge in der Umgebung entweder nur mit dem Helikopter oder mittels eines schweißtreibenden Aufstiegs auf Skiern zu erreichen sind. Aber nirgendwo sonst kann man so oft das Nordlicht sehen wie hier. Abisko gehört zu den „nordlichtsichersten” Orten auf der Welt (siehe NORR 4/2009) und alleine deswegen kommen immer mehr Besucher hierher.

Wenn das Polarlicht sich über dem gefrorenen Torneträsk und den Fjälls spiegelt, brechen auch die routiniertesten Outdoorprofis in kindliche Verzückung aus.

Text: Håkan Stenlund
Foto: Klaus Fengler

Und hier liegt Abisko:

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