Insel Ljusterö

Wer hätte vor wenigen Jahren gedacht, welche Kapriolen die Welt dieser Tage zu schlagen im Stande ist? Immer mehr Menschen zieht es daher im Urlaub verständlicherweise in eher ruhigere Fleckchen, fern vom Alltagsstress und hin zu den kleineren Wundern unserer Erde. Einen Rückzugsort für Ruhesuchenden findet der Urlauber auf der beschaulichen Insel Ljusterö im schwedischen Teil der Ostsee.

Im Herzen schwedischer Flora und Fauna

Die Insel Ljusterö liegt im sogenannten Stockholmer Schärengarten, in der Landessprache Stockholms skärgård genannt. Sie ist die größte Insel der gesamten Inselgruppe und liegt gerade einmal 60 Kilometer nordöstlich von der schwedischen Landeshauptstadt entfernt. Diese Nähe zur größten Stadt Schwedens erschafft aus dem Schärengarten und seinen einzelnen Inseln eine ideal zu erreichende Oase der Ruhe.

So kommst Du am einfachsten nach Ljusterö

Um nach Ljusterö zu kommen, stehen Urlaubern viele Optionen zur Verfügung. Zwischen Småskärsudden an der Nordküste der Insel fährt eine kurze und darüber hinaus kostenlose Autofähre zum Festland nach Östanå. Über diese können Gäste schnell und direkt zum drei Kilometer entfernten Zentrum der Insel, dem Ljusterö Marktplatz, gelangen. Dort befindet sich ferner die einzige Touristeninformation der Insel. Die Fähre bietet sich vor allem für jene Besucher an, die Ljusterö direkt per Bus aus Stockholm oder vom ungefähr eine Autostunde entfernten Flughafen Arlanda besuchen.


Alternativ dazu bieten sich zahlreiche Fähren aus der Hauptstadt an verschiedene Anlegestellen der Insel an, bei deren Fahrt der Reisende zugleich einen ersten Eindruck von der atemberaubenden Landschaft des Schärengartens bekommt. Diese besteht aus zahlreichen kleineren Inseln am Rand des schwedischen Festlands. Aufgrund des streng geregelten Bootsverkehrs entdecken aufmerksame Gäste teilweise kleinere Schutzgebiete, deren Zutritt meistens untersagt ist. Von dieser unberührten Natur profitiert selbstverständlich fernerhin Ljusterö.

Aufteilung der Insel

Das Innere der Insel besteht großteils aus landwirtschaftlichen Nutzflächen und dichten Waldgebieten. Es finden sich allerdings Erhebungen wie der Ljusterö Huvud, von dem man bei gutem Wetter bis nach Stockholm schauen kann. Überdies laden fünfzehn verschiedene Seen zum Baden oder Angeln auf der Insel ein. An der Küste andererseits finden Urlauber die typischen skandinavischen Buchten, bestehend aus einer Mischung aus zerklüfteten Felsen, Schilf- oder Waldufern. Und wer genau aufpasst, der entdeckt unter Umständen einen Elch oder Seeadler auf der Insel.

Die Insel Ljusterö ist kommunal in einen Nord- und einen Südteil aufgeteilt. Diese Trennung besitzt historische Gründe, bestand Ljusterö noch bis ins 19. Jahrhundert aus zwei Inseln. Erst geologische Verschiebungen der Landmassen verbanden beide Teile miteinander. Wirtschaftlich lebt die Insel neben dem Tourismus von der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei. Aufgrund der Lage zur einzigen Autofähre der Insel bildete sich im Zentrum nahe der Gemeinde Mellansjö ein Marktplatz, der die Touristeninformation beherbergt. Die anderen größeren Gemeinden wie Hummelmora, Laggarsvik und Kårnäs im Süden sowie Äsättra, Gärdsvik oder Östra Lagno im Norden und Osten der Insel liegen vorrangig direkt an der Küste.

Angesiedelt haben sich auf Ljusterö vor allem Kleinunternehmen, darunter selbstverständlich zahlreiche Anbieter von Unterkünften auf der Insel. Diese befinden sich entweder in Form von Ferienwohnungen und kleineren Pensionen in den Ortschaften oder als Gästehäuser oder Cottages verteilt an den Küstenlinien. Aufgrund der großen Angebotsvielfalt bietet sich die Insel als Ausflugsziel für Paare, Familien oder kleinere Gruppen an. Ein Blick auf diverse Anbieter im Internet lohnt sich für einen geeigneten Preisvergleich. Vor Ort hilft allerdings sicherlich die Touristeninformation Gästen auf der Suche nach einer geeigneten Herberge aus.

Entdeckerdrang auf Ljusterö und dem gesamten Schärengarten

Besucher der Insel Ljusterö finden in den verschiedenen Gemeinden eine Vielzahl gastronomischer Angebote. Alternativ dazu können sich Gäste eines Ferienhauses in verschiedenen Supermärkten selbst versorgen. Die Fortbewegung auf der Insel ist simpel, aber darüber hinaus vielfältig.

Mit der Linie 626 verkehrt ein regelmäßiger Bus auf der gesamten Insel. Spielt das Wetter allerdings mit, laden die ruhigen und großteils flachen Straßen und Wege zum Radfahren ein. Verleiher von Fahrrädern finden sich in vielen Ortschaften der Insel. Für einige Besucher dürften die zahlreichen Bootsanlegestellen samt Verleihern von Kajaks oder anderen Bootstypen von Interesse sein. Wo lässt sich die Landschaft einer Inselgruppe wie der Schärengarten besser erkunden, als vom Wasser direkt?

Auf Ljusterö finden sich allerdings weitere zahlreiche Ausflugsziele. Der obrig erwähnte Ausflugsberg Huvud befindet sich im Nordwesten der Insel und stellt mit 52 Metern über Normalnull die höchste Erhebung der Insel dar. Abseits des Blickes über die Landschaft finden Besucher hier zusätzlich die Überreste der Festung von Siarö. Die ehemaligen Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg befinden sich nahe des Huvud und auf der Spitze befinden sich noch immer inaktive Kanonen aus der Zeit. Die Bunker selbst liegen auf der Kyrkogårdsön und Touristen erhalten hier Führungen durch die Anlage. Beliebtes Ausflugsziel der Insel ist die einzige Kirche der Gemeinden von Ljusterö sowie das Heimat- und Bootsmuseum von Mellansjö. Unter den einheimischen Betrieben finden sich allerdings zusätzlich zahlreiche Kunsthandwerker, die ebenfalls einen Blick wert sind.

Für sportlich aktive Menschen bietet die Insel neben zahlreichen Wander- und Radstrecken eine ganze Reihe von Wassersportangeboten. Zum Baden laden die Seen und Küste der Insel selbstverständlich ebenfalls ein. Lediglich das Betreten verschiedener Inseln vor Ljusterö kann unter Umständen aus Gründen des Naturschutzes nicht gestattet werden. Dies fragen Besucher am besten vor Ort nach. Gemütlicher geht es im Nordwesten der Insel zu. Dort trainieren Gäste ihr Handicap auf dem großen Golfplatz der Insel, der über 18 Löcher verfügt.

Durch die lokale Nähe zu Stockholm sowie der Anbindung per Schiff oder mit dem Nahverkehr bietet sich ein Ausflug zur knapp 1,5 Millionen Einwohner fassenden Hauptstadt an. Gerade einmal 60 Kilometer trennen die Insel von Stockholm, wodurch Touristen viele Möglichkeiten offen stehen. Auf halber Strecke finden Interessierte außerdem ein besonderes Naturmerkmal. Die Grube Ytterby liegt auf der Insel Resarö und wurde 1989 von ASM International als „Historical Landmark“ eingestuft. Das stillgelegte Bergwerk war in der Vergangenheit Fundstätte der sogenannten Seltenen Erden. Dort fanden Bergarbeiter und Chemiker erstmals Gadolinium, Holmium und Thulium sowie Yttrium, Ytterbium, Terbium und Erbium, deren Namen sich vom Bergwerk ableitet. Heutzutage ist das Bergwerk vor allem bei Wanderungen eine beliebte Sehenswürdigkeit in den Schärengarten.

Die vielfältigen Möglichkeiten, die Ljusterö seinen Besuchern offenbart, sind eine Überlegung wert. Die Inselgruppe der Schärengarten bietet seinen Gästen eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, aber zugleich viel Ruhe und Entspannung. Und wer sich nicht komplett dem Trubel der weiten Welt entziehen will, findet in der nahen Landeshauptstadt Stockholm eine der eindrucksvollsten Städte Skandinaviens. Flexible Urlauber erleben Ljusterö und seine Umgebung in all seinen Facetten.