Insel Flakstadøy

Die äußeren Inseln Norwegens gehören häufig zu den abgelegeneren, so ist das auch mit der Insel Flakstadøy. Sie gehört zu den Inseln des Lofotenarchipels und befindet sich fast gänzlich an der westlichen Spitze des Archipels.

Die Insel Flakstadøy liegt zwischen Vestvågøy im Osten und Moskenesøy im Westen, über Brücken und Tunnel ist die Insel aber jederzeit von beiden Seiten aus gut erreichbar.


Die Insel selbst wird durch die Fjorde gewissermaßen natürlich in drei Teile unterteilt, geprägt wird die Landschaft Flakstadøys vor allem durch die Berge und Hügel. Diese liefern nicht nur eine spektakuläre Ansicht, sondern lassen auch weit in die Ferne blicken.

Auch die Insel selbst kann von dem zentralen Massiv aus gut überblickt werden, was die märchenhaft gespaltene Landschaft nur noch klarer macht.
So ist Flakstadøy mit gerade einmal 110 Quadratkilometern Fläche keine riesige, aber eine abwechslungsreiche Insel mit hohen Gipfeln, harschen Klippen und sandigen Stränden.

Geografisches und Logistisches

Zentral im Land gelegen, am Teil der Nordsee, der auch als Europäisches Nordmeer bekannt ist, liegt das Lofotenarchipel. Eine Ansammlung verschieden großer Inseln, die sich von der Westküste des Festlands wie ein ausgestreckter Finger ins Nordmeer hinein erstrecken. Fast an der westlichen Spitze liegt hier nun die Insel Flakstadøy, Teil der Kommune Flakstad.

Die Gemeinde Flakstad auf Flakstadøy datiert hunderte Jahre zurück, heute jedoch ist Ramberg der größte Ort der Insel. Von Flakstads großer Zeit als Zentrum Flakstadøys ist noch die 1780 errichtete Kirche geblieben, die eine Kirche aus dem 15. Jahrhundert ersetzte.

Die Länge von 14 Kilometern und die Breite der Insel von 8 Kilometern lässt Flakstadøy bereits vergleichsweise klein erscheinen, noch weiter segmentiert wird das Eiland durch den Nusfjord und den Skjelfjord. Beide Fjorde führen weit in die Insel hinein und prägen die Landschaft Flakstadøys, durch die Einschnitte wirkt die Insel noch zerworfener.

An der nordwestlichen Küste um den Skjelfjord herum etwa besitzt Flakstadøy weite Sandstrände, die einen traumhaften Blick auf die umliegenden Berge offerieren. Am Vestfjord hingegen sind die Berge das dominante Merkmal der Landschaft, zerklüftet und felsig zeigt sich die Insel hier. Besonders an nebligen Tagen besitzt Flakstadøy den Charme einer Postkarte Norwegens.

Auf der Insel selbst sind es vor allem die Berge, die zu Erkundungen in Wanderschuhen einladen oder die einen traumhaft fernen Anblick unter dem glitzernden Licht der Sonne liefern. Der höchste Gipfel der Insel ist Stjerntinden mit 931 Metern über Normalnull. Eine Höhe, die in so relativ naher Distanz zur See natürlich besonders auffällig ist. Und mit den Bergen Stortinden, Bjørntinden und Stabben befindet Stjerntinden sich in hoher Gesellschaft.

Wanderwillige sollten sich jedoch gut vorbereiten, denn die Aufstiege sind durchaus anspruchsvoll, es gibt aber auch entspanntere Pfade. Direkt an der Küste befindet sich etwa der Fischerweg, der sein Ziel in Nusfjord findet und auch für weniger ambitionierte Wanderer problemlos begehbar ist. Je nach Wetterlage gestalten diese Wanderungen sich mal in himmlischer Ruhe und mal in der drohenden Kulisse dramatischer Wolken und Nebelschwaden; eine märchenhafte Kulisse bietet die Insel aber immer.

Einen besonders spektakulären Anblick bieten die Lofoten und natürlich auch Flakstadøy zwischen dem 27. Mai und dem 17. Juli – von der nordwestlichen Seite der Insel aus scheint die Mitternachtssonne besonders spektakulär auf das malerische Archipel in Norwegen.

Die Spuren der Zivilisation

Berge auf Flakstadøy
Berge auf Flakstadøy

Eine besonders schöne Geschichte gibt es zur Kirche Flakstads, die aus Bauholz errichtet wurde, das ein Sturm fort peitschte. Ursprünglich landete der havarierte Frachter in Fredvang und der Sturm wurde als Zeichen gedeutet, aus dem Holz eine Kirche zu bauen. Doch noch ehe die Kirche fertig gestellt werden konnte, schlug ein weiterer Sturm zu.
Das Holz trieb weiter bis nach Flakstad, an die Stelle, an der heute nun die neue Kirche aus 18. Jahrhundert steht. Einige Gehöfte befinden sich malerisch um die Kirche herum verstreut.

Allzu viel Wert sollten Besucher allerdings nicht auf die Legende der Kirche geben, es gibt in Norwegen gleich mehrere Kirchen, die aufgrund von ebenso göttlichen Fügungen ihren Standort erhielten.
Zu den weiteren von Menschenhand geschaffenen Sehenswürdigkeiten zählt ein Denkmal in Indre Skelfjord. Dieses gedenkt der Seefahrer aus den Jahren 1800-1930, die nicht zurück auf die Insel fanden.

Ein Blick in die melancholische und raue Seite des Insellebens, nur wenige Fischer sind auf dem Friedhof der Insel begraben, ein Blick in die Nordsee offenbart die trügerische Weite und die verlockende Ferne zum Sonnenuntergang hin.
Wer es weniger hügelig mag und seinen Urlaub lieber am Strand verbringt, der kann den Sandstrand von Flakstad genießen und auf die Nordsee hinaus blicken.

Der Hauptort der Insel Ramberg liegt weit im Norden Flakstadøy und nur unweit des Sandstrandes in Flakstad, etwa 350 Einwohner leben in Ramberg. Das Örtchen ist auch Verwaltungssitz der Kommune Flakstad. Hier gibt es neben der Bücherei auch einen Supermarkt und einen Jugendclub, in dem ab und an Filme gezeigt werden. Auch die Schule der Insel befindet sich in Ramberg und für Karten und Briefe gibt es auch eine Poststelle als Verbindung in die Heimat.

Die Insel Flakstadøy als Urlaubsdomizil

So paradiesisch die Insel ist, so sehr lockt sie natürlich für einen entspannten Aufenthalt und eine Erholungsreise in den hohen Norden. Erreichbar ist Flakstadøy durch die E10, welche nicht nur die Insel selbst verbindet, sondern auch über die benachbarten Inseln des Archipels führt – perfekt also für eine Rundreise entlang der Lofoten.

Bei einer Anfahrt vom Osten her führt die Straße auf die Insel durch den erst 1990 erbauten Nappstraum Tunnel, weiter nach Westen verbindet die E10 Flakstadøy und Moskenesøy über die Hängebrücke Krâkern bru. Entsprechend ist eine Anfahrt mit dem Pkw die bequemste Methode, etwas Zeit auf Flakstadøy zu verbringen.

Der nächstgelegene Flughafen Leknes liegt auf Vestvågøy und die E10 ist von Leknes aus problemlos erreichbar, so dass auch die Anreise mit dem Flugzeug von Deutschland aus leicht möglich ist.
Hotels wie das Nusfjord Rorbuer, die Herberge Solbakken, Gjestegård oder die Lofoten Cottages gibt es vor allem in den Ortschaften Ramberg und Nusfjord.

Große Hotelanlagen sucht man auf Flakstadøy natürlich vergebens, dafür bieten die kleineren Häuser ihren ganz eigenen, authentischen Charme und lassen Urlauber wirklich tief in das Erlebnis des Archipels abtauchen.
Insgesamt ist die Insel Flakstadøy nicht nur abgelegen und spärlich besiedelt (gerade einmal knapp über 1.000 Menschen leben hier), sondern auch vom Tourismus recht abgeschieden. Das prädestiniert Flakstadøy für einsame Wanderungen in die Natur, zum Schlendern und zum Träumen.

Wenn es so etwas wie eine touristische Hochburg auf Flakstadøy gibt, dann ist das Nusfjord, ein Hafenort, der einen entspannten Rückzug von der Natur bietet. Ein Museum und ein Café laden dazu ein, einige müßige Stunden abseits von Wind und Wetter zu verbringen und den Bötchen dabei zuzusehen wie sie in der Brandung wippen.

Das Paradies der Nordmänner

Die Insel Flakstadøy zeigt, wie vielseitig, wie abwechslungsreich und wie spektakulär die Nordsee sein kann. Mit ihrer landschaftlichen Vielfalt, zerklüfteten Bergen, sandigen Stränden und der norwegischen Gastfreundschaft ist diese Insel weit hin zur Spitze der Lofoten ein wahrhaftes Idyll.

Von Holzstegen an den Anlegern über einen launischen Kaffee am sandigen Strand unter der Mitternachtssonne bis hin zu den Nebelschwaden, die die felsigen Antlitze von Stabben und Stjerntinden in gräuliche Schleier hüllen ist die Insel Flakstadøy wahrlich ein Paradies.