Feste in Schweden
Feste in Schweden – ein Volk feiert
In Schweden feiert man seit Jahrhunderten und man feiert außergewöhnlich gern. Stehen im nordeuropäischen Land Feste vor der Tür, zieht es die Einheimischen auf die Straßen. Viele schwedische Feierlichkeiten werden akribisch genau geplant und bis ins letzte Detail vorbereitet.

Mittsommer in Schweden
Gefeiert wird in Schweden zudem mit Genuss. Jedes Fest hat seine ganz eigenen kulinarischen Spezialitäten, die den besonderen Charakter des Tages symbolisieren sollen. Die schwedischen Festessen sind nicht nur außergewöhnlich, sondern auch im Vergleich zur sonst so einfachen Hausmannskost sehr pompös. Während sich die Schweden zu Weihnachten auf die warme Stube freuen, genießt man während des Sommers die langen Tage. Alle Sommerfeste, die stattfinden, werden im Freien ausgetragen, meist auf Plätzen, die den Mittelpunkt inmitten eines Ortes präsentieren. Die warmen Sommertage und die Feierlichkeiten, die an diesen stattfinden, werden im Kreise der Familie genossen. Jung und Alt zieht es zum Grillen an den Strand oder auf die hauseigene Veranda.
Ostern in Schweden – ohne Osterhasen, aber mit dem Blocksberg
Auch wenn man Ostern in Schweden bis heute ohne Osterhasen feiert, gehört es zu den schönsten Festen des Jahres. Zu den Festtagen verkleiden sich die Kinder als Hexen. Bereits am Gründonnerstag ziehen sie mit einem Besen in der Hand und einem oft schaurigen Hexenkostüm von Tür zu Tür. Mit lustigen Sprüchen und kleinen Anekdoten sammeln sie Süßigkeiten und Geld. Der Besen der Paskkärringar, wie die Hexen in Schweden bezeichnet werden, soll an die einstige Geschichte erinnern. Überlieferungen zufolge sollen einst Hexen während der Ostertage mit dem Besen zum Blakulla, dem Blocksberg, geflogen sein. Auf diesem stellten sie sich dem Teufel. In der Geschichte verbanden die Schweden das Osterfest mit einer langen Fastenzeit. Auch wenn diese Tradition infolge der Reformation verlorengegangen ist und heute nur noch vereinzelt zu finden ist, werden während der Festtage semlor gereicht. Die süßen und gefüllten Krapfen gelten als sehr sättigend und halfen einst dabei die lange Fastenzeit zu überbrücken.
Mittsommer – der längste Tag im Jahr
Alljährlich feiert man in Schweden Mittsommer. Mit einem tosenden Fest genießt man den längsten Tag des Jahres und leitet die Sommersonnenwende ein. Mittsommer gilt als eines der wichtigsten Feste im Land und wird sowohl in den Städten als auch in den kleinen Dörfern gefeiert. Bevor die Feierlichkeiten beginnen, pflücken die Einheimischen Blumen und sammeln Birkengrün. Anschließend schmücken sie gemeinsam mit Freunden und Familie den Maibaum. Die Feierlichkeiten und das Aufstellen des Majstang werden von zahlreichen Volkstanzdarbietungen und Volksmusik begleitet.
Im Grünen oder im eigenen Sommerhaus treffen sich Familienmitglieder und Freunde zum kulinarischen Genuss. Gereicht werden schwedische Kartoffeln und verschiedenste Heringszubereitungen. Frische Erdbeeren, Bier und traditionell schwedischer Schnaps runden den Gaumenschmaus ab. Traditionell präsentiert sich die Mittsommernacht von einer magischen Seite. Der Legende zufolge kann man in dieser Nacht das romantische Violinenspiel vom Neck, einem schwedischen Wassergeist, erlernen. Zudem sollen nach schwedischer Tradition partnerlose Mädchen auf sieben verschiedenen Wiesen sieben unterschiedliche Blumen pflücken. Gebunden zu einem Strauß müssen diese unter das Kopfkissen gelegt werden. Während des Schlafens träumen sie schließlich von ihrem zukünftigen Mann.
Krebsessen – ein Fest mit rituellem Eifer
Im August findet mit dem Krebsessen ein Fest statt, das man in Schweden mit rituellem Eifer begeht. Bereits seit dem 19. Jahrhundert wird das Fest gefeiert. Die Ursprünge des Krebsessen lassen sich auf die einstigen Fangbeschränkungen zurückführen, die für schwedische Flusskrebse galten. Aufgrund der geringen Bestände durften Fischer ausschließlich im Herbst in der Zeit von zwei Monaten die beliebten Flusskrebse fangen. Nachdem durch den starken Fang die Krebsbestände in Schweden nahezu komplett ausgerottet waren, musste man Tiere aus der Türkei, Spanien und den USA importieren. Schließlich setzte man Krebse aus den USA in den schwedischen Gewässern aus. Durch die gute Akklimatisierung vermehrten sich die US-amerikanischen Krebse schnell und die Bestände gewannen an Größe. An diesen Erfolg wird bis heute mit dem Krebsessen im August erinnert.
Beim traditionellen Kräftskiva werden Papierlampions aufgehängt. Die Feiernden setzen sich lustige Papierhütchen auf. Damit nach Lust und Laune gespeist werden kann, werden kleine Lätzchen umgebunden. Die Krebse werden nach schwedischer Tradition mit viel Dill gekocht. Zu ihnen wird Aquavit gereicht. Begleitet werden das Essen und die Stunden in gemütlicher Runde durch zahlreiche Lieder und verschiedenste Trinksprüche.
Eines der größten und bekanntesten Krebsessen findet alljährlich in Malmö statt. Die südschwedische Stadt lädt im Rahmen vom Malmöfestivalen zum öffentlichen Krebsessen auf dem Markt ein.
Luciafest – der Lichtblick während des Winters
Während man im Sommer die Mittsommernacht feiert, präsentiert sich mit dem traditionellen Luciafest im dunklen Dezember ein kleiner Lichtblick. Am 13. Dezember sorgt die weiß gewandte Lucia, die einen Lichterkranz auf dem Kopf trägt, für angenehm helle Stunden. Die Heilige Lucia bringt bis heute in den schwedischen Familien die Lussekatter. Das traditionelle Hefegebäck wird mit Safran gewürzt. Rosinen sorgen für eine angenehme Süße und das besondere Geschmackserlebnis. In vielen Familien wird zu den Lussekatter bis heute der Glögg serviert. Das Heißgetränk ist dem in Deutschland bekannten Glühwein sehr ähnlich und besticht durch einen angenehm fruchtigen Geschmack. Da das Luciafest im Kreise der Familie gefeiert wird, ist der Glögg meist alkoholfrei und wird von Hand zubereitet. In ihm finden sich neben zahlreichen Rosinen Mandeln, die zu den wichtigsten Zutaten der schwedischen Backkunst gehören.
Anschließend begibt sich die Heilige Lucia auf eine Reise durch die Schulen und öffentlichen Einrichtungen der Orte. Dabei wird sie von einem sehr abwechslungsreichen, nicht zuletzt auch amüsanten Gefolge begleitet. Zu ihrem Gefolge gehören ein Wichtel, der eine Laterne trägt, Jungfrauen und die Sternbuben. Die Stjärngrossar tragen Spitzhüte auf dem Kopf und werden vom traditionellen Gewand geschmückt. Gemeinsam mit ihrem Gefolge präsentiert sich Lucia als Chor in den Straßen. Gesungen wird das traditionelle Lucia-Lied, das in den schwedischen Straßen und Häusern Adventsstimmung einziehen lässt.
Schwedische Weihnacht – das wichtigste Fest des Jahres
Noch heute ist Weihnachten das wichtigste Fest in Schweden. Es wird im Kreise der Familie gefeiert. Auch wenn es dem deutschen Weihnachtsfest sehr ähnlich ist, ist die Stimmung eine andere. So feiert man Weihnachten in Schweden weniger besinnlich als vielmehr sinnenfroh. Der wichtigste Feiertag ist der Heilige Abend, der im Zeichen der Familie steht. Die Weihnachtsvorbereitungen beginnen in Schweden bereits im November. An den letzten Novembertagen werden Geschäfte und Häuser weihnachtlich geschmückt. Allerorts verbreiten Kerzen eine angenehme Atmosphäre. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt im nordeuropäischen Land die langersehnte Weihnachtszeit. Nach dem Besuch der Kirche wird in den Familien die erste Kerze angezündet.
Die verbleibenden Tage werden für die Weihnachtsvorbereitungen genutzt. Der traditionelle Julkuchen und die bekannten Lussekatter verbreiten im Haus ein weihnachtliches Aroma. Dem Glauben nach werden die Menschen bei den zahlreichen Weihnachtsvorbereitungen durch die Tomtes unterstützt. Die guten Hauswichtel werden am Heiligen Abend mit einem traditionellen Milchbrei für ihre Hilfe belohnt. Der Milchbrei wird von den Familien vor die Tür gestellt. Auch wenn die Tomtes bis heute noch niemand gesehen hat, dürfen sie am Heiligen Abend nicht vergessen werden. Wer es versäumt, den Milchbrei vor die Tür zu stellen, wird im neuen Jahr mit Unglück bestraft.
Für Bescherung ist in Schweden der Jultomte zuständig. Er ist der gute Wichtel, der in der heimischen Scheune lebt und über die Familie wacht. Mittelpunkt des schwedischen Weihnachtsfestes ist der Weihnachtsbaum. Er wird bereits einige Tage vor dem Fest ins Haus gebracht und feierlich geschmückt. Kerzen, Kugeln und Lametta zieren seine Äste und verbreiten weihnachtliche Stimmung. Alternativ wird zu Strohfiguren, Fähnchen und zahlreichen Girlanden gegriffen. Traditionell wird der Weihnachtsbaum mitten im Zimmer aufgestellt.
Für kulinarischen Genuss sorgt das traditionelle Weihnachtsessen, zu dem Wurst und Schinken ebenso gereicht werden wie Sülze und Hering. Grütze in den verschiedensten Formen und die bekannte Julkorv, eine Art Bratwurst, runden das Weihnachtsessen ab. Zum reichhaltigen Buffet wird das Julmust gereicht. Bei diesem kann es sich um eine besondere Limonade oder auch um das Weihnachtsbier handeln. Nach dem Essen erfolgt die Bescherung durch den Jultomte. Traditionell bleiben sowohl die Fenster als auch die Türen zum Heiligen Abend in Schweden geöffnet. So haben Freunde und Nachbarn die Möglichkeit kleine Geschenke in die Wohnstuben zu werfen.
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Silvester in Schweden – der tosende Jahreswechsel
Ausgelassen und oftmals außergewöhnlich tosend feiern die Schweden den Jahreswechsel. Während die Weihnachtstage im Kreise der Familie verbracht werden, feiert man Silvester mit Freunden und Bekannten. Angestoßen wird üblicherweise mit Sekt. In vielen Regionen Schwedens gehört ein farbenfrohes Feuerwerk ebenso zu Silvester wie ein abwechslungsreiches Festessen. Gereicht werden Hummer und Austern und zahlreiche andere internationale Köstlichkeiten. Ein wichtiger Bestandteil des Jahreswechsels sind die Neujahrsversprechen, die im Freundeskreis gesammelt werden. Die Schweden genießen Silvester in feiner Kleidung zuhause oder in einem abwechslungsreich geschmückten Restaurant.
Der schwedische Nationalfeiertag
Kulinarische Spezialitäten und eine gesunde Dosis Nationalstolz sind am 6. Juni vorherrschend in Schweden. Alljährlich wird an diesem Tag der schwedische Nationalfeiertag begangen. Er gehört zu den wichtigsten Feierlichkeiten eines Jahres und wird im Kreise der Familie oder mit Freunden gefeiert. An diesem Tag wird allerorts die schwedische Nationalflagge gehisst. Zum Nationalfeiertag nehmen die Dampfboote erstmals ihre Fahrt auf. Auch sie werden mit schwedischen Flaggen und zahlreichen bunten Accessoires geschmückt. Auf vielen Booten wird ausgelassen getanzt.
Die öffentlichen Feierlichkeiten werden zum Nationalfeiertag von traditionell schwedischer Musik begleitet. Gereicht werden die bekanntesten schwedischen Speisen, zu denen zahlreiche Heringsvarianten ebenso gezählt werden müssen wie die traditionellen Kartoffelgerichte. Besonders große Feierlichkeiten begleiten den Nationalfeiertag in den schwedischen Städten.
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