Der Olavsweg

Olavsweg – der mittelalterliche Pilgerweg nach Trondheim

Von Oslo nach Trondheim führt mit dem Olavsweg die wichtigste Pilgerroute in Skandinavien.

Olavsweg - Der beliebte Pilgerweg nach Trondheim, Foto: David Tett
Olavsweg - Der beliebte Pilgerweg nach Trondheim, Foto: David Tett

Die Strecke führt durch wilde Bergregionen, passiert tiefe Wälder und winzige Ortschaften.

643 Kilometer lang ist der Olavsweg, der seit seiner Wiedereröffnung im Jahr 1997 die gleiche Bedeutung für christliche Pilger besitzt, wie der Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Benannt wurde der Pilgerpfad nach König Olav, der seit dem Jahr 1030 im Nidarosdom in Trondheim begraben liegt.

Auf den Spuren von König Olav

König Olav II. Haraldsson ging als Herrscher in die Geschichte ein, der Norwegen vereinte und die Wikinger zum Christentum bekehrte. Er starb im Jahr 1030 auf dem Schlachtfeld in der Nähe des kleinen Ortes Stiklestad. Die Schlacht von Stiklestad sollte die letzte bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Christen und Heiden werden. Obwohl der König auf dem Schlachtfeld fiel, erfüllte sich sein Traum von der Einheit Norwegens. Nach seinem Ableben wurde Olav heiliggesprochen und wird bis heute in ganz Skandinavien als wichtigster Heiliger verehrt.

Bis zur Reformation im 16. Jahrhundert pilgerten Millionen auf dem Olavweg zum Grabmal des Königs im Nidarosdom in Trondheim. Danach geriet der mittelalterliche Pilgerweg für Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst mit der Wiedereröffnung im Jahr 1997 und der Ernennung zum Europäischen Kulturweg im Jahr 2010 erlebte die mittelalterliche Pilgerroute eine spektakuläre Wiedergeburt.

Pilger auf dem Gudbrandsdalsleden, einem der sechs Olavswege, Foto: Kristina Bieda
Pilger auf dem Gudbrandsdalsleden, einem der sechs Olavswege, Foto: Kristina Bieda

Streckenverlauf der Olavsweges

Zahlreiche Pilgerwege führen in Norwegen zum Grabmal von König Olav. Die meisten Routen beginnen an den Fjorden an der Westküste Norwegens und führen durch dünn besiedelte Gebirgsregionen nach Trondheim. Der Streckenverlauf folgt alten Routen, die König Olav gemeinsam mit seinem Wikingerheer zu früheren Zeiten genommen hat.

Die Hauptstrecke beginnt in der norwegischen Hauptstadt Oslo und führt über die Olympiastadt Lillehammer und den Gebirgszug des Dovrefjell bis in das Stadtzentrum von Trondheim. Der Olavsweg verläuft hinter Lillehammer durch das Gudbrandstal, das mit einer Länge von 320 Kilometern das längste Tal Norwegens und seit dem Mittelalter eine bedeutende Nord-Süd-Verbindung in Norwegen ist. Auf Karten und Navigationsgeräte können die Pilger auf dem Olavsweg getrost verzichten. Kleine rote Holztafeln weisen den Weg und sorgen dafür, dass Wanderer den richtigen Kurs halten.

Baudenkmal am Pilgerpfad: Die Stabkirche von Ringebu

Stabkirchen haben für die Kulturgeschichte Norwegens eine große Bedeutung. Es waren die ersten Gotteshäuser, die in dem skandinavischen Land nach der Einführung des Christentums erbaut wurden. Eine wichtige Landmarke am Olavsweg ist die Stabkirche von Ringebu. Sie wurde um das Jahr 1220 errichtet und ist eine von landesweit noch etwa 30 erhaltenen Stabkirchen. Das Besondere an norwegischen Stabkirchen: Sie bestehen komplett aus Holz.

Rund drei Stunden Fußmarsch entfernt befindet sich eine alte Herberge, die seit 700 Jahren existiert und bereits im Mittelalter von den Pilgern als Nachtlager genutzt wurde. Luxus gibt es in dieser und den zahlreichen weiteren Pilger-Herbergen am Olavsweg nicht. Ein einfaches Bett mit Matratze und Decken und ein Dach über dem Kopf müssen ausreichen, bevor die Tour am kommenden Morgen fortgesetzt wird.

Der Olavsweg im Dovrefjell-Gebirge

Hinter dem Gudbrandstal führt der Olavsweg unter steilen Anstiegen in das Dovrefjell-Gebirge. Alten Überlieferungen zufolge musste König Olav in der rauen Berglandschaft einen Schneesturm abwenden, den ihm ein Riese geschickt hatte. Das Vorhaben gelang und der Riese verwandelte sich in Stein. Die kräftezehrende Durchquerung der Berglandschaft dauert rund drei Tage. Unterwegs warten fantastische Aussichten auf die spärlich bewachsenen Bergkuppen. Auf einer Höhe von 1.200 Metern erreicht der Pilgerweg seinen höchsten Punkt.

Im Dovrefjell folgt der Olavsweg dem alten Kongevegen. Der alte Königsweg war im Mittelalter eine wichtige Verbindung zwischen Trondheim und Oslo. Eine alte Pilgerherberge und Übernachtungsmöglichkeit ist der Hof Fokstugu. Die Raststation ist das höchstgelegene Gehöft Norwegens. Neben knorrigen Holzhäusern befinden sich einige neuere Gebäude auf dem Areal und ein ausgedienter Schafstall wurde zur Kapelle umgebaut. Im Gebirge führt der Olavsweg durch den Dovrefjell-Nationalpark, der als Rückzugsort für die letzten knapp 4.000 Europäischen Bergrentiere dient.

Die letzten Etappen nach Trondheim

Nach dem Dovrefjell-Gebirge führt der Olavsweg durch ein wildes Tal, das der Fluss Driva in das Felsgestein gegraben hat. Wasserfälle stürzen in Kaskaden von den Hängen und der Pilgerpfad führt durch lichte Kiefern- und Birkenwälder in halber Höhe am Flussufer entlang. Auf den letzten Etappen wird die Landschaft grüner und bewirtschaftete Weiden und Felder wechseln sich mit tiefgrünen Nadelwäldern ab. Einsamkeit und Stille herrschen in den Moorgebieten und Sümpfen, die auf den letzten Etappen durchquert werden. Teilweise müssen Stege aus Holzbohlen genutzt werden, um trockenen Fußes durch die Feuchtgebiete zu gelangen.

Mit der Überquerung einer letzten Hügelkuppe öffnet sich der Blick auf den Trondheim-Fjord. Das Ziel der Pilgerreise ist zu diesem Zeitpunkt zum Greifen nahe. Mit dem Fluss Gaula muss ein letztes natürliches Hindernis überwunden werden. Eine Brücke gibt es nicht. Zur Überfahrt steht ein Fährmann bereit, der die Pilger mit seinem Holzboot zum anderen Ufer übersetzt. Nach der letzten Hügelkuppe ist das Ziel der Wanderung auf dem Olavsweg erreicht. Der Kirchturm des Nidarosdoms ist bereits aus großer Entfernung zu erkennen. Das mächtige Gotteshaus ist das größte Kirchengebäude Norwegens und die Westfassade ziert neben weiteren Heiligen eine Steinskulptur des Heiligen Olavs.

Am Nidarosdom in Trondheim endet die Pilgerreise auf dem Olavsweg. Sie folgte den Spuren des Wikingerkönigs, der das Königreich Norwegen einte, sich zum Christentum bekannte und als der bedeutendste Heilige Skandinaviens verehrt wird.

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