Stabkirchen



Die schönsten Stabkirchen in Norwegen – beeindruckende Architektur erleben

Einfache Linien, nordische Traditionen und der Sinn für die Details machen aus den Stabkirchen architektonische Meisterwerke besonderer Art. Zierten sie einst weite Teile des Landes, gehören sie heute zu den norwegischen Perlen, die einzelne Regionen zum Mekka für Urlauber machen.

Stabkirchen in Norwegen
Stabkirchen in Norwegen

Einzelne Stabkirchen Norwegens konnten bis heute in einem hervorragenden Zustand erhalten werden und präsentieren sich mit einer Schönheit und Nostalgie, die ihres Gleichen sucht. Bekannt sind die Gotteshäuser auch als Mastenkirchen, die mit Blick auf ihre Größe und die wichtigsten Eigenschaften sehr unterschiedlich sind. Die Kirchen aus Holz wurden in Norwegen während der Übergangszeit von der heidnischen Religion zum aufstrebenden Christentum errichtet. Vor allem das 12. und 13. Jahrhundert wurden durch den Bau dieser Gotteshäuser geprägt.

Bereits auf den ersten Blick lässt sich mit dem Stabbau der wichtigste Charakterzug der Stabkirchen erkennen. Traditionell wurden die Wände der Kirchen aus senkrecht stehenden Stäben errichtet, die eine Ständerbauweise bilden. Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren Hand an den Stabkirchen angelegt. Durch kleine Baumaßnahmen versuchten die Einheimischen die traditionellen Gotteshäuser mit all ihrer Pracht zu erhalten.

Bis zur Reformationszeit gab es in Norwegen rund 750 Stabkirchen. Nahmen sie lange Zeit eine wichtige Bedeutung in der norwegischen Kirche ein, minimierte sich die Zahl der Bauwerke in den folgenden Jahrhunderten drastisch. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren nur noch rund 100 Stabkirchen im Land zu finden. Heute gibt es in ganz Skandinavien noch rund 30 dieser Gotteshäuser, wobei 28 in Norwegen zu finden sind. Sie sind die einzigen Bauwerke dieser Art, die sich ihren authentischen Charakter bewahren konnten. Bei ihnen konnte ein erheblicher Anteil an Bausubstanz, die aus dem Mittelalter stammt, am Leben erhalten werden.

Ein Blick in die Historie – die Entstehung der Stabkirchen

Gelten sie heute als touristisches Highlight, waren sie in der Vergangenheit ein wichtiger Bestandteil des Christentums in Nordeuropa. Die Ursprünge der Stabkirche lassen sich auf den Anfang des 11. Jahrhunderts zurückverfolgen. Zu dieser Zeit konnte sich das Christentum nach einer zweihundertjährigen Übergangszeit endgültig in Skandinavien etablieren. Die ersten Stabkirchen, die in Norwegen errichtet wurden, können kaum mit denen verglichen werden, die noch heute im Land zu finden sind. Sie waren einfache Gebäude mit Masten, die in der Erde eingegraben wurden. Aufgrund des ständigen Kontakts mit dem Boden verfaulten die Masten sehr schnell. Die Außenbeschalung wurde durch den häufigen Niederschlag, der zu den wichtigsten Merkmalen des nordischen Klima gehört, so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie verwitterte.

Da die ersten Stabkirchen sehr schnell dem Zahn der Zeit zum Opfer fielen, widmete man sich in den folgenden zweihundert Jahren der Weiterentwicklung der Bauweise. Auf diesem Weg entstand ein neuer Typus, der auf einen Steinsockel und einen Balkenrahmen zurückgriff. Der Balkenrahmen diente als Auflage für die Masten, die im inneren Grundbau eingesetzt wurden. Steinsockel, Balkenrahmen und ein zwiebelartiger Aufbau sorgten dafür, dass die Gotteshäuser der Feuchtigkeit besser standhalten konnten. Auf diesem Weg konnten die später errichteten Stabkirchen die Jahrhunderte überleben.

Noch immer lassen sich an den norwegischen Stabkirchen zahlreiche heidnische Elemente erkennen. Obwohl sie als Gotteshäuser bereits zwei Jahrhunderte nach Beginn der Christianisierung errichtet wurden, fanden Drachenköpfe und Odindarstellungen ihren Platz an den Bauten. Zweihundert Jahre lang konnten das Christentum und der nordische Glaube parallel zueinander existieren.

Architektur im nordischen Stil

Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass die norwegischen Stabkirchen nur wenig mit dem in Kontinentaleuropa präsenten Steinbau gemein haben. Sie präsentieren sich als eigenständige Entwicklung, die in ihren wichtigsten Elementen an den Schiffbau der Wikinger angelehnt sind. Die Statik der Stabkirchen ähnelt in weiten Zügen dem Skelettbau. Hervorstechend sind die sehr hohen Dachstühle, die meist bereits aus der Ferne zu sehen sind.

Die Architektur der Gotteshäuser unterlag im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Veränderungen und Weiterentwicklungen, sodass sehr verschiedene Formen entstanden. Weit verbreitet waren die einschiffigen Stabkirchen, bei denen Stäbe ausschließlich an den Ecken der Außenwände zu finden waren. Bei allen Formen bildet ein viereckiger fester Holzrahmen das Grundgerüst der Stabkirchen. Er wurde auf einem Steinsockel positioniert. Der Sockel bietet bei den bis heute erhaltenen Bauwerken Schutz vor Wasserschäden.

Die Borgund Stavkirke – eine der schönsten norwegischen Stabkirchen

Zu den schönsten und zugleich am besten erhaltenen Stabkirchen Norwegens gehört die Borgund Stavkirke. Sie gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Laerdal und ist die einzige Stabkirche des Landes, die seit dem Mittelalter nicht verändert wurde. Noch heute präsentiert sich die Borgund Stavkirke mit einer sehr komplexen Architektur, die durch die Liebe zum Detail bestimmt wird. Das Gotteshaus wurde dem Apostel Andreas gewidmet und stammt aus der Zeit um 1150. Alle Bestandteile des Gotteshauses bestehen aus Holz.

Im Inneren der Borgund Stavkirke trifft man noch heute auf eine sehr schlichte Einrichtung. So wurde bei dem Bau sowohl auf Kirchenstühle als auch auf Dekorationen verzichtet. Das Licht kann nur durch einzelne kleine Öffnungen in den Wänden in das Innere der Kirche dringen. Ein etwas jüngerer Bestandteil zeigt sich mit der Kanzel. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und befindet sich noch immer in einem überraschend guten Zustand.

Die Fassade der Borgund Stavkirke wird durch Schnitzereien und drachenähnliche Tiere geprägt, die sich im Kampf um Leben und Tod befinden. Aber auch die Drachenköpfe und Runen sind deutlich zu erkennen und verleihen dem architektonischen Meisterwerk einen unverwechselbaren Charakter. Zur Borgund Stavkirke gehört ein freistehender Turm, in dem sich eine mittelalterliche Glocke befindet. Das Mittelschiff des Gotteshauses wird von Andreaskreuzen umgeben.

Sehenswert ist vor allem die Westfassade der Kirche. Das Äußere ist reich geschmückt und präsentiert sich mit aufwendigen und zugleich sehr umfangreichen Verzierungen. Am romanischen Westportal zeigen die Dekorationen kletterpflanzenartige Ornamente und zahlreiche Drachenkämpfe. Der Altar der Borgund Stavkirke beheimatet ein Bild aus dem Jahr 1654. An die Ursprünge der Bauweise erinnern noch heute die Fenster, die sich als einfache, runde Öffnungen zu erkennen geben. Beeindruckend präsentiert sich das Kirchenschiff. Das Dach wird von zwölf Pfosten getragen, die um den Mittelteil des Schiffs angeordnet sind. Die gigantischen Pfosten verschwinden im Halbdunkel des Dachs. So wirkt der Raum weitaus höher als er eigentlich ist. Die Dächer der Borgund Stavkirke sind noch heute mit Kiefernschindeln gedeckt.

Die Ringebu Stavkirke – eine Mischung aus Ursprüngen und Veränderungen

Das kleine Dorf Ringebu liegt am bekannten Fluss Gudbrandsdalslågen. Lange Zeit war der Ort im Tourismus unbekannt. Nur durch die Ringebu Stavkirke konnte sich das Dorf zu einer Perle der Region entwickeln, die heute gern von Urlaubern besucht wird. Die Ringebu Stavkirke stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist somit etwas jünger als viele andere Stabkirchen Norwegens. Zwischen 1630 und 1631 wurde sie durch Werner Olsen umgebaut und erweitert.

Olsen ist bis heute dafür bekannt, dass er Hand an den traditionellen Gotteshäusern anlegte. Das Portal der Ringebu Stavkirke wird von zahlreichen Drachenmotiven geziert, die noch aus den Anfängen der Bauzeit stammen. Moderne Spuren findet man beim Blick auf das Altarbild und die Kanzel. Beide Elemente sind barock und somit weitaus jünger. Die Ringebu Stavkirke liegt rund einen Kilometer vom Ortszentrum entfernt und kann zwischen Mai und August täglich besichtigt werden.

In luftiger Höhe – die Urnes Stavkirke

Die Urnes Stavkirke wird zu Recht als die Königin der norwegischen Stabkirchen bezeichnet. Gelegen in Vestlandet präsentiert sich mit ihr ein UNESCO Weltkulturerbe. Sie ist die älteste Stabkirche des Landes und wurde einst in luftigen Höhen errichtet. Neben Roros und den Alta-Felsmalereien gehört sie zu den wichtigsten historischen Reminiszenzen des Landes. Der Bau der Urnes Stavkirke erstreckte sich über mehrere Jahre von 1130 bis etwa 1150. Für den Bau wurden Balken verwendet, die zu einer früheren Kirche an diesem Ort gehörten. Diese soll sich im 11. Jahrhundert an dem Platz befunden haben.

Das Highlight der Urnes Stavkirke ist das Nordportal. Es stammt wie die Balken aus einem älteren Gebäude und gehört zu den wichtigsten Erinnerungsstücken an die Vergangenheit. Das Nordportal beheimatet Schnitzereien, die an den Streit zwischen Gut und Böse erinnern. Auf den Bildern kämpfen verschiedene Tiere gegen Schlangen. Zu späterer Zeit schafften es Tierornamente dieser Art zu weltbekanntem Ruhm und machten sich als Urnes Stil einen Namen. Am Altar der Urnes Stavkirke finden sich noch heute zwei Leuchter. Sie bestehen aus Metall und Email und wurden im 12. Jahrhundert im französischen Limoges angefertigt. Die Lage über dem bekannten Lustrafjord vermittelt der Urnes Stavkirke eine einzigartige Position, die einen unverwechselbaren Blick über die Umgebung ermöglicht.

Im bekannten Numedal, das von einer einzigartigen Landschaft geprägt wird, zeigt sich mit der Uvdal Stavkirke eine weitere bekannte norwegische Stabkirche. Sie stammt aus dem Jahr 1175 und wurde an einem Ort errichtet, an dem sich bereits zuvor eine noch ältere Kirche befand.

Eine wahre Augenweide ist die Heddal Stavkirke

Sie gehört zu den Hauptattraktionen des gleichnamigen Ortes und wurde 1242 errichtet. Heute ist sie überwiegend als hölzerne Kathedrale bekannt. Dass dieser Beiname gerechtfertigt ist, zeigt ein Blick auf die Größe des Gotteshauses. Die Heddal Stavkirke wird von drei Türmen und insgesamt 64 verschiedenen Dachflächen geprägt. Sie gehört zu den größten mittelalterlichen Kirchen in Norwegen und beheimatet drei Schiffe. Zu den Besonderheiten der Heddal Stavkirke gehören der Portikus und ein Apsis. Im Inneren der Stabkirche stößt man auf einen geschnitzten Bischofsstuhl. Die Wandmalereien im Kircheninneren stammen wie das Altarbild aus dem 17. Jahrhundert. Bis heute handelt es sich bei der Heddal Stavkirke um die Hauptkirche des Bezirks.

Alle Stabkirchen in Norwegen jetzt vollständig renoviert

Die Stabkirchen des Landes sind Norwegens bedeutendster Beitrag zur Weltarchitektur. Von den ehemals mehr als tausend Kirchengebäuden, die zu Beginn der Christianisierung des Landes vor allem in den westnorwegischen Fjordregionen und den großen Tälern im Osten errichtet wurden, sind heute nur noch 28 Exemplare erhalten. Um diesen größten architektonischen Schatz des Landes vor möglichem Verfall zu schützen und für kommende Generationen zu erhalten, hat der norwegische Staat seit 2001 in eine umfassende Sanierung investiert. Jetzt wurde das so genannte „Stavkirke“-Programm unter Regie der norwegischen Denkmalschutzbehörde Riksantikvaren mit einem Volumen von rund 14 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen.

Die handwerklichen Aufgaben bei der Restaurierung der ausschließlich aus Holz gebauten Stabkirchen, errichtet zwischen 1150 und 1350, waren anspruchsvoll. So musste zum Beispiel die kleinste Kirche des Landes in Undredal am Aurlandfjord für den Bau neuer Grundmauern komplett um 30 Zentimeter angehoben werden. Die zum UNESCO Welterbe zählende Stabkirche in Borgund, unweit von Lærdal am inneren Sognefjord gelegen, erhielt rund 8.000 neue hölzerne Dachschindeln. Bei der Rødven-Kirche in der Region Møre og Romsdal musste aufgrund von Rattenschäden sogar die gesamte Turmkonstruktion abgenommen werden

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