Gletscher und Vulkane



Island – Land aus Feuer und Eis

Island ist ein Land der Extreme. Nirgendwo sonst auf der Welt treffen die Elemente Feuer und Eis so eindrucksvoll aufeinander. Geologisch betrachtet ist Island viel jünger als die meisten anderen Länder der Welt – und immer noch formen Vulkane, Gletscher und die Drift der Kontinentalplatten das Land. Die atemberaubende Landschaft aus Gletschern und Vulkanen ist es auch, die jährlich zahlreiche Island-Besucher in ihren Bann zieht.

Ansicht des Myrdalsjokull Gletschers mit dem Katla Vulkan (rechts) und dem Eyjafjallajokull Gletscher.
Ansicht des Myrdalsjokull Gletschers mit dem Katla Vulkan (rechts) und dem Eyjafjallajokull Gletscher.

Es gibt viele Gründe, nach Island zu reisen. Ob nun die Kultur, das Meer oder die Pferde auf die Insel im Nordatlantik locken – die meisten Reisenden kommen auch wegen der rauen und ursprünglichen Landschaft, wegen der einmaligen Kombination aus Feuer und Eis. Es ist die Faszination der Kraft der Elemente, das „Sich-klein-fühlen“ inmitten atemberaubender Natur, die die Menschen während ihrer Reise zu Islands Gletschern und Vulkanen lockt.

Das Eis der Gletscher

  • Vatnajökull

Erstes Anlaufziel für Gletscherfans ist der Vatnajökull, zu deutsch „Wassergletscher“, im Südosten der Insel. Mit einer Fläche von ca. 8.100 Quadratkilometern ist er der größte Gletscher Islands und Europas und der drittgrößte Gletscher der Welt. Sein Eis misst in der Regel zwischen 400 und 600 Meter, an der dicksten Stelle bringt der Vatnajökull es auf 1.000 Meter. Betrachtet man den Gletscher vom Meeresspiegel aus, erstreckt sich sein Eis vom tiefsten Punkt an der Gletscherbasis in 300 Metern unter dem Meeresspiegel bis hin zum höchsten Punkt in 2.000 Metern Höhe.

Würde dieses Eis schmelzen, bräuchte Islands größter Fluss, der Ölfusá, mehr als 200 Jahre, um die gewaltigen Wassermassen, die der Gletscher speichert, ins Meer zu leiten. Dieser mächtige Eispanzer des Vatnajökull verbirgt Berge, Täler, Hochebenen und einige der größten und aktivsten Vulkane in Zentralisland. Der wohl bekannteste davon ist der Grímsvötn.

  • Langjökull

Islands zweitgrößter Gletscher ist der Langjökull, zu deutsch „Langer Gletscher“, im westlichen Teil des isländischen Hochlands. Seine Eismassen erstrecken sich über eine Fläche von etwa 900 Quadratkilometer und bedecken ebenfalls Vulkane, Berge und Täler. Mindestens zwei Vulkansysteme verbirgt der Langjökull: darunter das Hveravellir-System im Nordwesten und das Prestahnúkur-System im Südwesten.

  • Hofsjökull

Ebenfalls in Zentralisland liegt der fast kreisrunde Gletscher Hofsjökull. Er erstreckt sich über eine Fläche von 925 Quadratkilometer und misst an seiner höchsten Stelle 1.765 Meter. Wie auch die anderen bereits genannten Gletscher beherbergt auch der Hofsjökull vulkanische Systeme. Erst im Jahr 1983 entdeckte man unter seinem Eispanzer eine kesselförmige Struktur vulkanischen Ursprungs, die sogar auf Satellitenaufnahmen zu erkennen ist. Die von den Eismassen des Gletschers bedeckte Caldera ist etwa sechs bis sieben Kilometer breit und bis zu 650 Meter tief.

  • Mýrdalsjökull und Eyjafjallajökull

Der viertgrößte Gletscher in Island liegt ganz im Süden der Insel und trägt den Namen Mýrdalsjökull, zu deutsch „Moortalgletscher“. Bekannt ist er vor allem durch den Vulkan, den er bedeckt, den Katla. Der Gletscher misst etwa 590 Quadratkilometer und erreichte eine Höhe von 1.493 Metern. Bei schönem Wetter soll der Blick vom Gletscher zu den schönsten der Welt gehören.

Nur wenige Kilometer westlich des Mýrdalsjökull liegt einer der bekanntesten Gletscher Islands, der etwa 1.000 Meter hohe Eyjafjallajökull, zu deutsch „Inselberggletscher“. Er wurde durch den enormen Ausbruch des gleichnamigen Vulkans im März 2010 in der ganzen Welt bekannt und bedeckt eine Fläche von etwa 80 Quadratkilometern.

Die Gletscher erkunden

Insgesamt gibt es 13 größere Gletscher (ab einer Fläche von 11 Quadratkilometern) in Island, sie bedecken etwa 10 Prozent der Gesamtfläche der Insel. Alle erwähnten und auch einige der unerwähnt gebliebenen Gletscher kann man während einer Islandreise hautnah erleben. Auf dem Vatnajökull werden beispielsweise regelmäßige Eiswanderungen mit Eisklettern angeboten, den Langjökull kann man mit dem Schneemobil erkunden, den Mýrdalsjökull mit dem Hundeschlitten überqueren. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Reiseveranstalter nach entsprechenden Angeboten, Gletschertouren können oft aber auch direkt an der Gletscherinformation oder in den Touristenbüros in Island gebucht werden.

Das Feuer der Vulkane

  • Hekla

Der Hekla ist einer der berühmtesten Vulkane der Welt. Schon seit Jahrhunderten aktiv, brach der Hekla im 20. Jahrhundert bereits fünf Mal aus – das letzte Mal im Jahr 2000. Bei Ausbrüchen des Hekla entstehen fluorhaltige Aschepartikel, die bei Schafen, die mit der Asche bedecktes Gras aufnehmen, zu Vergiftungen führen können. Im Jahr 1783 starben nach einem Ausbruch des Hekla etwa 79 Prozent der isländischen Schafe, vermutlich an den Folgen einer Fluorvergiftung. Gegenwärtig macht der Hekla den Forschern an der Universität Reykjavik aufgrund einer Beule und „rumpelnden“ Geräuschen im Berg Sorgen. Ein Ausbruch des berüchtigten Vulkans könnte demnach kurz bevor stehen.

  • Grimsvötn

Der inzwischen ebenfalls weltweit bekannte Vulkan Grimsvötn ist einer der aktivsten Vulkane Islands und liegt unter dem Vatnajökull-Gletscher. Zuletzt brach er im Mai 2011 aus, seine Aschewolke stieg bis zu 5.500 Meter in die Atmosphäre, der Flugverkehr war für einige Zeit beeinträchtigt.

  • Katla

Der Katla wird von den Eismassen des Mýrdalsjökull-Gletscher bedeckt und bricht etwa alle 40 bis 60 Jahre aus, die letzte Eruption wurde im Jahr 1918 aufgezeichnet. Der Katla ist vermutlich der größte aktive Vulkan der nördlichen Halbkugel und gilt als einer der mächtigsten Vulkane überhaupt, seine Ausbrüche haben oft verheerende Folgen.

  • Eyjafjallajökull

Der Name Eyjafjallajökull bezeichnet nicht nur den Gletscher und das Bergmassiv, sondern auch den Vulkan, der zuletzt im März 2010 mit einem großen Ausbruch von sich Reden machte. Aufgrund der riesigen Aschewolke war der Flugverkehr in Europa tagelang beeinträchtigt, viele Reisende saßen lange Zeit auf Flughäfen fest. Trotz der jüngsten Eruption gehört der Eyjafjallajökull nicht zu den aktivsten Vulkanen Islands, vor 2011 bis zurück zur Landnahme Islands im Jahr 870 n. Chr. sind nur vier weitere Ausbrüche bekannt.

  • Fimmvörðuháls

Wer Lavaströme und Eruptionen hautnah erleben will, für den ist die Fimmvörðuháls-Tour genau das richtige. Die acht bis zwölf Stunden lange Wanderung führt zwischen den beiden Gletschern Mýrdalsjökull und Eyjafjallajökull durch die Berge. Entsprechend ruppig kann das Wetter werden und plötzliche Wetterwechsel sind keine Seltenheit. Etwa 1.000 Höhenmeter müssen auf der ca. 20 Kilometer langen Wanderung bewältigt werden, doch der Blick auf glühend rote Lavaströme und kleinere Eruptionen entlohnt für die Mühen.

Insgesamt gibt es etwa 31 aktive Vulkansysteme in Island, deren Vulkane mehr oder weniger regelmäßig ausbrechen. Eine geführte Tour zu einem aktiven Vulkan, zu glühender Lava und schmelzendem Eis ist ein unvergessliches Erlebnis für jeden Island-Reisenden und sollte auf jeden Fall auf dem Programm stehen. Auskünfte für Touren geben die Touristenbüros und Reiseveranstalter.

Text: Anne Röhling



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