Weihnachtsdorf Rovaniemi



In der Nähe des Polarkreises, auf dem Berg Korvatunturi, da wohnt der Weihnachtsmann. Dieser Berg ähnelt ein wenig dem Ohr eines Hasen, deshalb wird er Ohrenberg genannt.

Da der Weihnachtsmann auf dem so merkwürdig geformten Berg wohnt, sagt man, dass er besonders gute Ohren hat und hören kann, ob die Kinder lieb sind und vor allem hört er, was sich die Kinder auf der ganzen Welt zu Weihnachten wünschen.

Zwar wohnt der Weihnachtsmann auf dem Korvatunturi, doch tagsüber ist er am Polarkreis, in der Nähe von Rovaniemi in Finnland. Dort schreibt er Briefe, dort hat er seine Werkstatt und viele Wichtel, die ihm helfen, die Geschenke für die Kinder herzustellen; von dort verschickt er Geschenke und Weihnachtsgrüße und dort können ihn Kinder und Erwachsene persönlich treffen.

Es ist kalt und klamm, circa minus fünf Grad, als wir im Weihnachtsdorf, ein paar Kilometer außerhalb von Rovaniemi ankommen. Busse und Autoschlangen haben wir erwartet, aber an diesem Freitag Nachmittag im Dezember ist der Besucherandrang überschaubar.

Als wir durch das kleine Dorf laufen und die elektrischen Schneetropfen bewundern, die an einer Tanne herunterfallen, fängt es an zu schneien. Wir hören leise Weihnachtsmusik. Perfekt, alles passt. Die kleinen Läden, in denen man Plüsch-Rentiere, warme Socken, Felle und Lederkleidung, Weihnachtsmann-DVD´s und Souvenirs aller Art kaufen kann, hüllt sich in einen weißen Schleier. Familien mit Kindern lassen sich von Rentierschlitten ziehen oder rasen mit einem aufblasbaren Gummiring die steilen Schneekurven hinunter. Wir halten uns nicht so lange auf, denn unser Ziel ist der ein paar Kilometer weiter gelegene Santa-Park.

Es ist zwei Uhr nachmittags, langsam wird es dunkel und die kleinen bunten Lichtskulpturen vor dem Eingang des Parks weisen uns den Weg. Hier ist mehr los, Busse aus Estland und Russland stehen auf dem Parkplatz, wir sehen Pkws aus Deutschland, noch mit Kanus auf dem Dach; wir hören Spanisch und Englisch, hier sind die Touristen und wollen den Weihnachtsmann treffen.

Der fast zweihundert Meter lange dunkle Tunnel führt uns auf den richtigen Weg. Dort unten schimmert etwas, da muss er sein, der Weihnachtsmann. Doch zuerst kommen wir an einem Rentier mit Schlitten vorbei.

Wir werden von einer Eisprinzessin begrüßt, die heiße und sogar kalte Getränke an der Eisbar ausschenkt und nie zu frieren scheint. In der Eisgallerie bestaunen wir die grazilen Eisskulpturen, im Elfen-Workshop dürfen wir unsere schönsten Weihnachtsdekorationen herstellen und auf der Bühne, bei dem kleinen Restaurant, dessen Lampen mit Rentierhorn dekoriert sind, sehen wir eine Show, in der sich Trolle und Wichtel um eine glitzernde Kugel streiten.

Es dauert noch ein wenig – wir schauen uns zuerst noch das Postbüro des Weihnachtsmannes an und lassen uns einen Stempel des Santa-Parks geben und dann endlich sehen wir ihn: den Weihnachtsmann.

Er sitzt in seinem Büro. Ein Mann mit einem riesigen weißen Rauschebart. Hinter ihm Regale voller Bücher. Man munkelt, dass er bis zu zehn Bücher gleichzeitig lesen, kann, aber nur im Sommer, wenn er Zeit dazu hat.

Er nickt, wir dürfen zu ihm…

Mit seiner freundlichen tiefen Stimme fragt er uns, wo wir herkommen, wie wir heißen und wir fühlen uns in die Zeit unserer Kindheit versetzt, als uns der Nikolaus fragte, ob wir auch brav gewesen sind. Wir bekommen eine Postkarte mit seinen Grüßen und werden mit ihm fotografiert.

Wir und der Weihnachtsmann – auf einem Foto.

Ein Troll überreicht es uns und wir sind stolz und glücklich, denn wir haben den echten Weihnachtsmann in Finnland, am Polarkreis getroffen!

Nach unserem Besuch fahren wir noch mit einer kleinen Bahn durch die verschiedenen Jahreszeiten in Finnland. Wir sehen sprechende Blumen und Tiere und kommen schließlich ins Allerheiligste, in die Wichtelwerkstatt.

Dort wird gemalt und gehämmert, gesungen und musiziert. Die Wichtel haben alle Hände voll zu tun, denn bald ist Weihnachten und die Kinder wohnen ja in aller Herren Länder. Die Geschenke müssen verpackt und verschickt werden. Wichtel müssen handwerklich sehr geschickt sein, aber sie müssen sich auch gut in Erdkunde auskennen. Denn die Geschenke gehen ja nicht nur nach Deutschland, sondern nach Polen und Italien, nach Frankreich und England …

Als wir durch den dunklen Tunnel wieder nach draußen kommen, ist es stockdunkel. Nur die kleinen Lichterpyramiden weisen uns den Weg zum Parkplatz und zum Auto.

Wir fahren in die Stadt, nach Rovaniemi. Jetzt ist es Freitagabend und wir begegnen den vielen Bussen, die vom Flughafen in die Stadt fahren. Morgen wird es im Santa-Park und im Weihnachtsdorf sicher voller sein.

Stimmt dann noch das Wetter, dann kann nichts mehr schief gehen. Am schönsten ist es, wenn es leicht schneit, es ist minus fünf bis minus zehn Grad und trocken. Dann kann man ohne zu frieren einige Stunden draußen durch die Marktstände schlendern und sich von all den wunderbaren Angeboten verführen lassen.

Wir laufen durch den Weihnachtsmarkt, der in der Fußgängerzone aufgebaut ist. Es ist ein kleiner Markt mit wenigen, aber schönen Gegenständen: Da gibt es Babyschuhe aus Leder, eine Krippe aus Rinde und Holz mit kleinen Rentieren oder bunte Vogelhäuschen. Wir bekommen “glög” angeboten, den finnischen Glühwein ohne Alkohol, dafür aber mit Rosinen. Wir essen eine Grillwurst, die man ohne Brot serviert bekommt, und lassen uns den eisigen Wind um die Nase pfeifen. Der Schnee hat die Stadt in ein weißes Licht getaucht. Es ist kalt in Rovaniemi, aber das muss auch so sein, denn den Weihnachtsmann sollte man nur bei Minusgraden besuchen.

Wir treffen ein junges Pärchen aus Italien; die beiden frieren genauso wie wir. “Wir sind aus Italien geflüchtet”, sagen sie. “Morgen werden wir uns ein Auto mieten und die Gegend anschauen und danach machen wir eine Scootertour.” Ja, man sollte nicht nur einen Tag einplanen, wenn man den Weihnachtsmann besuchen will. Rovaniemi hat noch viel mehr zu bieten: Scooter- und Rentierschlittenfahrten, Eisfischen, Hundeschlittenfahrten, ein Besuch im Arktikum, dem Museum Rovaniemis, Shopping bei Marimekko oder ein leckeres Rentiersteak mit Preiselbeeren, das hat was.

Wir lassen den Tag im Café ausklingen. Um uns herum wird nur Finnisch gesprochen, wie wohltuend, wenn man nichts versteht. Es ist erholsam in Rovaniemi, trotz Weihnachtszeit spürt man hier keinen Stress. Die Menschen sind freundlich, sie sprechen einen auf Englisch an, wir reden, wenn wir Lust haben, und lauschen dem fremden finnischen Klang, wenn wir schweigen wollen.

Während der Markttage hört man auf der Straße die unterschiedlichsten Sprachen: Samisch und Schwedisch natürlich, aber auch Norwegisch, Deutsch, Holländisch, Französisch oder Englisch. Die Touristen kommen aus aller Herren Länder, denn dieser Markt ist ein ganz spezieller.

Text: Hiltrud Baier, Copyright der Bilder: Rainer Ripper

Produkte rund um die Finnische Weihnachten:

Schauen Sie mal, wo Rovaniemi liegt:



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Informationen:

Das Weihnachtsdorf hat das ganze Jahr über geöffnet. Der Santa-Park ist nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. Die Öffnungszeiten findet man unter: www.santapark.com

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