Opernfestspiele Savonlinna



Die Opernfestspiele Savonlinna – im Glanz des nordischen Bayreuths

Auf einer Kette von Inseln präsentiert sich mit Savonlinna das urbane Herz des Saimaa-Seengebietes. Seit Jahrzehnten verführt es seine Gäste mit Kultur, Geschichte und einem Hauch Moderne.

Burg Olavinlinna in Savonlinna, Finnland
Burg Olavinlinna in Savonlinna, Finnland

Bekannt ist das historische Savonlinna, in dem heute rund 28.000 Menschen leben, aufgrund der legendären Opernfestspiele, die jedes Jahr auf der Burg Olavinlinna ausgetragen werden. Längst wird das finnische Kleinod im gleichen Atemzug mit Salzburg und Bayreuth genannt. Die legendären Opernfestspiele haben Savonlinna den Beinamen nordisches Bayreuth vermittelt. Es ist die Klasse der Aufführungen und die Exzellenz der zahlreichen Künstler, die die Opernfestspiele zu einem Highlight besonderer Art machen. Heute gehören sie zu den international bedeutendsten Ereignissen im sommerlichen Finnland.

Seit mehr als 30 Jahren sind sie bereits Motor und zugleich Ausdruck der landesweiten Opernbegeisterung. Sie haben sich zum Sinnbild finnischer Opernkunst entwickelt und bestechen durch Exzellenz und Perfektion. In der Vergangenheit entwickelten sich die Opernfestspiele von Savonlinna immer wieder zum Sprungbrett für finnische Nachwuchskünstler, die ausgehend von den Spielen den Sprung auf die internationalen Bühnen schafften. Es sind aber auch die Kontraste zwischen den Besuchern, die die Opernfestspiele zum Erlebnis machen.

Das „Opernhaus“ von Savonlinna

Wenn die Opernfestspiele im Sommer ins finnische Savonlinna einladen, zeigen sich die ersten Gäste der abendlichen Aufführungen bereits tagsüber mit Autos, in denen Jackets und Anzüge zu sehen sind. Während diese auf ihren großen Auftritt am Abend warten, steigen deren Besitzer oft in kurzen Hosen und T-Shirts aus dem Wagen und genießen die Sonnenstunden an der Seepromenade der Stadt. Erst gegen 18 Uhr strömen sie feinbekleidet zur Burg Olavinlinna, die auf beeindruckende Art und Weise zum Opernhaus avancierte. Der Innenhof der Burg fasst rund 2500 Sitzplätze. Meist sind diese bereits Monate im Voraus ausgebucht. Wer am Abend noch eine Karte für die Aufführungen ergattern möchte, benötigt Glück.

Es sind nur einzelne Privatpersonen, die direkt vor der Veranstaltung versuchen, ihre Karten zu verkaufen. Preise von bis zu 200 Euro werden von den Wartenden gern in Kauf genommen. Jedes Jahr besuchen rund 60.000 Menschen die Opernfestspiele von Savonlinna. 20 Prozent sind ausländische Besucher und verbringen meist den gesamten Sommer in der Stadt, um die Aufführungen genießen zu können. Bereits Anfang Juli laden die ersten Aufführungen in das abendliche Savonlinna ein. Bis Anfang August sorgen die Festspiele für Highlights und zugleich unvergessliche Momente.

Auf den Spuren der Wurzeln

Viele Gäste, die erstmals die Opernfestspiele von Savonlinna besuchen, sehen in ihnen ein Ergebnis der vergangenen Jahre. Dass ihre Wurzeln jedoch bis in das Jahr 1912 zurückreichen, wo sie erstmals ausgetragen wurden, erfahren die Meisten erst bei einer Führung durch die Burg Olavinlinna. Von 1912 bis 1916 trat die bekannte finnische Operndiva Aino Acktè als Initiator der Festspiele auf. Sein Wunsch war es, die finnische Opernkunst einem breiteren Publikum nahe zu bringen.

Vor allem in den ersten Jahren wurden die Opernfestspiele immer wieder unterbrochen. So sorgten der Erste Weltkrieg und die im Jahr 1917 erfolgte Unabhängigkeitserklärung Finnlands zum vorzeitigen Ende. Aber auch die Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahre machte die Austragung der Opernfestspiele in Savonlinna unmöglich. Zu dieser Zeit waren die Aufführungen noch als Olavinlinna-Opernfestspiele bekannt.

Erst 1967 erwachten die Opernfestspiele zu neuem Leben und entwickelten sich in den folgenden Jahren zum Magneten des Landes. Seit mehr als 40 Jahren finden sie regelmäßig statt und verzaubern Opernliebhaber aus aller Welt. In den vergangenen Jahrzehnten erwarb das finnische Savonlinna einen Ruf der kulturellen Attraktion. Es war ein Wiener Gesangsprofessor, der die Schönheit der finnischen Bühne entdeckte. Die szenetischen Möglichkeiten, die die Festung ermöglichte, faszinierten den Wiener wie seiner Zeit Aino Acktè. Mit Beethovens „Fidelio“ schaffte er einen Auftakt, der die Menschen begeisterte und bereits zu Beginn als durchschlagender Erfolg gefeiert wurde.

Als Hintergrund der Aufführung diente die finnische Studentenrevolution. Die Aufführungen forderten die Hochkultur dazu auf, ihren Elfenbeinturm zu verlassen und sich einem breiten Publikum zu präsentieren.

Mit der Ära Talvela zu neuem Glanz

Besonderen Glanz erhielten die Opernfestspiele von Savonlinna ab dem Jahr 1972. Der bedeutende finnische Bassist Martti Talvela, der von 1935 bis 1989 lebte, gründete einen Förderverein, der für die Austragung der Opernfestspiele verantwortlich war. In seiner dreißigjährigen Karriere stieg Talvela zum internationalen Star auf. Gefeiert wurde er nicht nur an der Metropolitan Opera in New York, sondern auch am Moskauer Bolschoi-Theater. Dem deutschsprachigen Publikum war er durch die Aufführungen an der Deutschen Oper Berlin bekannt. Zugleich machte sich Talvela bei den Bayreuther Festspielen einen Namen. Als König Marke begeisterte er in Wagners „Tristan und Isolde“ die Zuschauer. Im österreichischen Salzburg spielte er für sieben Jahre den Sarastro in Mozarts „Zauberflöte“. Bis heute sind seine Auftritte in Verdis „Don Carlos“ weltweit unvergessen.

Bei seiner Arbeit in Savonlinna wusste er, welche Bedeutung Uraufführungen für die Opernfestspiele hatten. Er sah sie als Grundlage für ein positives internationales Image an und stellte das damit verbundene finanzielle Risiko in den Schatten. Auf diesem Weg schloss er an die Arbeit von Aino Acktè an. Die finanziellen Probleme, die vor allem zu Beginn die Opernfestspiele von Savonlinna begleiteten, sind heute längst in Vergessenheit geraten. Rund 80 Prozent der Produktionskosten können durch den Verkauf von Eintrittskarten gedeckt werden. Die erste Oper, die durch Talvela ins Leben gerufen wurde, war „Der Reitersmann“ von Sallinen. Sie war ein Auftragswerk, das anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Burg aufgeführt wurde. Nach dem Erfolg gab Talvela zahlreiche weitere Opern in Auftrag.

Zum 30-jährigen Jubiläum der Festspiele führte der künstlerische Leiter Jorma Hynninen im Jahr 1997 die Uraufführung „Aleksis Kivi“ auf. Das Stück stammt aus der Feder von Einojuhani Rautavaara.

Zwischen Neuem und Klassikern

Die Opernfestspiele von Savonlinna genießen heute einen hervorragenden Ruf. Dabei sind es längst nicht mehr nur die Uraufführungen, die das Publikum begeistern und fesseln. In den vergangenen Jahren waren es auch die Klassiker, die den Glanz der Festspiele prägten. So gelang Martti Talvela mit Mozarts „Zauberflöte“ ein beeindruckendes Meistwerk, das noch heute gern als Glanzstück der Opernfestspiele von Savonlinna genannt wird. Aber auch Werke von Richard Wagner, zu denen allen voran „Tannhäuser“, „Tristan und Isolde“ und „Parsifal“ gehören, konnten während der Festspiele die Besucher faszinieren. Zu Highlights avancierten die Opern von Verdi, mit denen die Spiele bis heute in Verbindung gebracht werden. Stücke wie „Don Carlos“, „Aida“ und „Rigoletto“ begeisterten im finnischen Savonlinna die Massen.

Immer wieder gastierten ausländische Opernhäuser bei den Festspielen und präsentierten eigene Aufführungen. Nicht zuletzt durch sie gewannen die Opernfestspiele von Savonlinna internationalen Ruhm. Es ist vor allem die Kulisse, die die Aufführungen zum Genuss für die Zuschauer macht. Noch heute präsentiert die Burg Olavinlinna die Züge der Historie und gilt auch bei hohen Staatsbesuchen als die Perle der Region.

Die Burg Olavinlinna – ein Zeugnis der Geschichte

Wer die Opernfestspiele von Savonlinna besucht, bekommt die Gelegenheit die Burg Olavinlinna mit all ihrer Schönheit zu entdecken. Sie gehört nicht nur zu den schönsten Veranstaltungsorten der Welt, sondern zugleich zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der finnischen Stadt. Heute ist sie die wohl am besten erhaltene Burg in Skandinavien. Bereits aus der Ferne sind ihre Größe und das imposante Gesicht zu sehen. So thront sie auf einer kleinen Insel, die über eine Brücke über die bekannte Bucht Kyrönsalmi erreicht werden kann. Einst wurde die Festung nach dem norwegischen Heiligen Olof benannt. Er lebte während des 11. Jahrhunderts und nimmt in der skandinavischen Geschichte immer wieder eine Schlüsselposition ein.

Gegründet wurde die Burg im Jahr 1475 durch den Vyborger Schlosshauptmann Erik Axelsson Tott. Nachdem die Festung den Nordischen Krieg weitestgehend unversehrt überstehen konnte, wurde sie im Jahr 1743 den Russen zugesprochen. Mehrmals verstärkten sie die Burg und vermittelten ihr somit weit mehr Größe als sie ursprünglich besaß.

Die Burg Olavinlinna kann ausschließlich durch ein Torgewölbe betreten werden, dass sich an der Westseite der Festung befindet. Durch das Gewölbe gelangen Besucher in den imposanten Innenhof, der der älteste Teil der Burg ist. Trotz der zahlreichen Restaurationen und Renovierungen ist es gelungen das historische Flair der Festung am Leben zu erhalten. Im Inneren befinden sich mehrere Säle, die ein unvergleichbares Ambiente bieten. Heute werden sie oft für Kongresse und Festlichkeiten genutzt. Aus der Vergangenheit stammen die drei dicken Rundtürme, die bereits aus der Ferne auf die Burg Olavinlinna hinweisen. Der sogenannte Kirchenturm beheimatet im dritten Stockwerk eine kleine Kapelle. In ihr werden heute Andachten gehalten. Zugleich ist sie ein einzigartiges Parkett für Hochzeiten.

Einen beeindruckenden Ausblick und ein einzigartiges Ambiente bietet das kleine Sommercafé, das in der Dicken Bastion untergebracht wurde. Besucher der Burg Olavinlinna sollten einen Blick durch die gut erhalten Schießscharten und Luken werfen. Sie bietet einen atemberaubenden Blick auf die Umgebung und zeichnen ein landschaftliches Bild, das einzigartig ist. In der Burg findet sich zudem ein kleines Museum, das über die Geschichte der Festung informiert. Zu den Highlights gehört eine beeindruckende Sammlung orthodoxer Kirchenschätze Bis heute ist es nur möglich die Burg im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Die Führung nimmt rund eine Stunde Zeit in Anspruch und bietet zahlreiche Informationen und spannende Geschichten.

Abseits der Opernfestspiele und Burg Olavinlinna präsentiert sich das finnische Savonlinna mit einer Schönheit, die beispiellos ist. Überall finden sich historische Gebäude und Relikte der Vergangenheit. Gemeinsam ermöglichen sie einen beeindruckenden Blick in die vergangenen Jahrhunderte. Es sind die Spuren der Vergangenheit, die Savonlinna zu einem Ziel mit Charakter und Charme machen.



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