Die größte Seenplatte Europas



Die größte Seenplatte Europas und der Saimaasee

Bekannt als Land der tausend Seen präsentiert sich Finnland mit zahlreichen Seen, die mit unterschiedlicher Größe und landschaftlichen Facetten die Menschen begeistern. Überall im Land stößt man auf Seen, die beeindruckender kaum sein könnte und die von einer ursprünglichen Natur geprägt werden.

Die finnische Seenplatte
Die finnische Seenplatte

Ein Highlight besonderer Art ist die finnische Seenplatte. Mit ihr präsentiert sich die größte Seenplatte Europas. Sie beheimatet einen beispiellosen Wirrwarr von Seen, bewaldeten Inseln, Buchten und kleinen Halbinseln. Kaum ein Landschaftszug ist für Finnland charakteristischer wie die Seenplatte. Hier finden sich die Synonyme, die mit dem nordeuropäischen Land in Verbindung gebracht werden. Die zahlreichen Seen werden durch Kanäle oder natürliche Abflüsse verbunden, die immer wieder beeindruckende Stromschnellen, Wasserfälle und Kaskaden bieten.

Die finnische Seenplatte gleicht einem Labyrinth, das sich aus Wäldern, Wasser, Hügeln und Land zusammensetzt. Viele Besucher verlieren in diesen Gefilden den Überblick und wissen nicht mehr, wo ein einzelner See endet oder beginnt. Fast ein Drittel des Landes wird durch die Finnische Seenplatte bedeckt. Im Wesentlichen besteht das beeindruckende Gebiet aus drei großen Wasserbecken. Sie sind lose miteinander verbunden und hinterlassen ein landschaftliches Bild, das schöner kaum sein könnte. Während sich im Westen der Näsijärvi in der Nähe von Tampere präsentiert, wird die Mitte der Seenplatte durch den langgestreckten Päijänne dominiert. Im Osten prägt der riesige Saimasee das Bild der finnischen Seenplatte. Im Vuoksen hat der Saimaasee einen Abfluss nach Südosten. Alle drei Seensysteme liegen rund 76 bis 78 m über dem Meeresspiegel und werden von einer Natur eingerahmt, die schöner und ursprünglicher kaum sein könnte.

Der Saimasee im Südosten ist der größte aller finnischen Seen und gilt als das Zentrum der finnischen Seenplatte. In der Historie wurde die Region durch eine rege Flößerei geprägt. In riesigen Floßzügen wurden imposante Baumstämme durch den See befördert. Mittlerweile hat dieser traditionelle Weg auch in Finnland an Bedeutung verloren und macht nur noch rund 20 Prozent aller Transporte aus. Das beeindruckende Saimaa-Seensystem entstand nach der letzten Eiszeit. Durch eine Landhebung wurde es von der nahe gelegenen Ostsee abgeschnitten. Auf diesem Weg wurde die Eismeer-Ringelrobbe, die einst in der Ostsee lebte, von dem Meer getrennt. Aus ihr entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg eine Unterart, die heute als die Saimaa-Ringelrobbe bekannt ist. Noch heute findet sich diese Robbenart im Saima-Seengebiet. Jedoch gilt sie als gefährdet und genießt so einen besonderen Schutz. Nördlich wird die finnische Seenplatte an der Grenze zur Provinz Savo durch den Höhenzug Suomenselkä begrenzt. Er bildet die bekannte Wasserscheide, die sich zwischen dem Bottnischen und dem Finnischen Meerbusen erstreckt.

Der Saimaasee – das wässrige Herz Finnlands

Aufgrund seiner beeindruckenden Größe wird der Saimaasee heute gern als das wässrige Herz Finnlands bezeichnet. In den vergangenen Jahren bekam er den Beinamen „See der tausend Inseln“ verliehen. Zu Recht gehört er heute zu den bekanntesten Seen des Landes und gilt als Paradies für Naturfreunde und Aktivliebhaber. Der Saimaasee bildet den südlichsten Teil des größten europäischen Seensystems und wird durch zahlreiche Sunde und Ströme mit der finnischen Seenplatte verbunden. Aus der Luft gleicht das Gebiet des Saimaasees einem beeindruckenden Labyrinth.

Seit vielen Jahren ist der Saimaasee aber nicht nur aufgrund der wunderschönen Ufergebiete bekannt, sondern hat sich auch dank dem eigenen Fischreichtum einen Namen machen können. Der Saimaasee liegt gerade einmal 76 Meter über dem Meeresspiegel. In einzelnen Bereichen erreicht er eine Tiefe von bis zu 90 Metern. Ohne seine zahlreichen Inseln beläuft sich die Größe des Sees auf beeindruckende 1300 km². Daneben erstreckt sich die finnische Seenplatte über eine Fläche von annähernd 7000 km².

Der Endmoränenwall des Salpausselkä bildet den niedrigen Rand des Sees. Als Höhenrücken verhindert er, dass der Saimaasee direkt nach Süden ablaufen kann. Optisch wirkt das Seensystem tief dunkel. Nur an sehr flachen Stellen wird das Wasser durch einen gelben Schimmer geprägt. Das Seensystem hat seinen Ursprung in den zahlreichen Mooren Finnlands und wird so durch außergewöhnliche Wasserfarben geprägt. Der Vuoski entwässert das komplette Seensystem und verlässt den Saimaa nördlich der Stadt Imatra. Nach einer Strecke von rund 150 km mündet er schließlich in den Ladogasee, der sich in russischem Gebiet befindet. Das Ufer des Saimaasees wird durch eine seichte Hügellandschaft und zahlreiche Nadelwälder geprägt. In den nördlichen Gefilden finden sich immer wieder kleine Birkenwälder, die die Hügel bedecken.

Das Süßwasser des Saimaasee

In vielerlei Hinsicht gleicht der Saimaasee einem außergewöhnlichen Paradies, das spannender kaum sein könnte. Dabei ist es vor allem das Süßwasser, das die Region prägt. Durch das Süßwasser wurde die Region zur Heimat einer artenreichen Fauna, die durch unzählige seltene Tiere geprägt wird. Dazu gehört der Saimaa-Lachs. Aber auch die Saimaa-Ringelrobbe ist einer der Favoriten der zahlreichen Tierliebhaber, die jedes Jahr den See besuchen. Die Robbenart ist vor allem im nördlichen Teil des Sees zu finden. In diesem Bereich leben rund 220 bis 250 Tiere dieser vom Aussterben bedrohten Robbenart. Mit Ruhe und Geduld bekommt man die außergewöhnliche Robbenart noch heute zu Gesicht.

Die Tier- und Pflanzenwelt des Saimaa-Seengebietes lässt sich am besten im Rahmen von Wanderungen entdecken. Empfehlenswert sind Wanderungen vor allem in dem Nationalpark Linnansaari. Der Hauptteil des beeindruckenden Schutzgebietes erstreckt sich rund 45 im nordwestlich von Savonlinna in der Region Rantasalmi. Der Nationalpark Linnansaari wird durch den imposanten See Haukivesi geprägt.

Streifzüge durch den Linnansaari Nationalpark

Der Haukivesi ist eines von insgesamt drei großen Binnensee-Naturschutzgebieten in Finnland. Das beeindruckende Areal erstreckt sich über eine Länge von 40 Kilometern. In dem Gebiet finden sich 130 Inseln, die eine Größe von mindestens einem Hektar haben. Durch eine Vielzahl kleinerer Schären wird eine beeindruckende Fläche von 36 km² gebildet. Der Linnansaari Nationalpark lässt sich am besten von Savonlinna erreichen. Die Straße 14 führt von der bekannten finnischen Stadt nach Parkumäki. Auf der Straße 464 führt der Weg weiter nach Rantalsami. Bis heute kann man den Naturpark ausschließlich mit dem Boot erreichen.

Während der Hauptsaison verkehren regelmäßig Boote von Rantasaari und Oravi. Die Hauptinsel des Naturschutzgebietes beheimatet mehrere Wanderwege, die genutzt werden können. Daneben steht für die Gäste ein interessanter Naturpfad bereit, der durch die schönsten Züge der Flora und Fauna führt. In Sammakkoniemi steht von Mai bis September ein gut ausgestatteter Campingplatz zur Verfügung. Er beheimatet mehrere Hütten, die für Übernachtungen genutzt werden können. In dem Gebiet befinden sich weitere 15 Campingplätze, die vor allem während des Sommers zu Übernachtungen im Freien einladen. In Rantalsalmi liegt das Besucherzentrum Seenland. Es hält zahlreiche Informationen zum Saimaasee und der Seenplatte bereit. Ein besonderes Angebot erwartet die Gäste der Region in Lappeenranta. Während des Sommers bieten mehrere Veranstalter der Stadt kleine Kreuzfahrten auf dem Saimaa an, die den See von einer ganz besonderen Seite zeigen.

Der Saimaakanal – ein besonderes Wahrzeichen

Zu den Wahrzeichen des bekannten Saimaasees gehört der Saimaakanal, der sich zu einem beliebten Ziel für Touristen entwickeln konnte. Im Jahr 1850 wurde der Kanal als Meisterstück der Ingenieurskunst errichtet. Er erstreckt sich über eine Länge von 42,9 km und wurde auf der russischen Seite mit 19,6 km ergänzt. Durch ihn wird der Saimaasee mit dem Finnischen Meerbusen verbunden. Insgesamt umfasst der Saimaakanal eine Höhendifferenz von 76 Metern, die durch 8 Schleusen erreicht und überwunden wird.

Lange Zeit blieb der Saimaakanal wenigen Schiffen vorbehalten. Erst im Jahr 1991 wurde er für Bootstouristen eröffnet und gilt heute als beliebtes Ziel für eine Fahrt auf dem Wasser. Der Saimaasee wurde über weitere Kanäle mit anderen großen Seen der finnischen Seenplatte verbunden. So entstanden durch den Taipalekanal bei Varkaus und den Konnuskanal bei Leppävirta wichtige Verbindungswege, die in der Historie die finnische Flößerei prägten. Heute werden die Kanäle ausschließlich durch die industrielle und die touristische Binnenschifffahrt in Anspruch genommen.

Das Städtchen Lappeenranta

Eines der bekanntesten Ziele am Saimaasee ist die finnische Stadt Lappeenranta, in der rund 59.000 Menschen leben. Sie liegt im Südosten des Landes und ist der südlichste Ausgangspunkt für den Schiffsverkehr auf dem Saimaasee. In der Historie profitierte die Stadt von der exponierten Lage an der Grenze zu Russland. Durch die Lage erhielt sie bereits im 17. Jahrhundert eine Garnison. Die Stadt gilt noch immer als das Tor zum Osten und wird jedes Jahr von zahlreichen Touristen besucht. Durch ihre Lage am Saimaasee hat sich die Umgebung zu einem beliebten Ferienziel entwickeln können.

Lappeenranta ging einst aus einem mittelalterlichen Handelsplatz hervor. Im Jahr 1741 wurde sie zum Schauplatz einer entscheidenden Schlacht, in der die Russen ein schwedisch-finnisches Heer schlagen konnten. 1743 fiel die Stadt im Frieden von Turku an Russland. Noch heute finden sich in Lappeenranta Wälle der einstigen Stadtbefestigung, die im 17. und 18. Jahrhundert geschaffen wurden. 1824 wurde in der Stadt eine radioaktive Mineralquelle entdeckt. Mit ihrer Entdeckung etablierte sich ein reger Kurbetrieb in der Stadt, der vor allem Adlige aus Russland anziehen konnte. Lappeenranta ist reich an Sehenswürdigkeiten, die ihre Wurzeln in den vergangenen Jahrhunderten finden und einen Sprung in die Geschichte ermöglichen.

Eines der schönsten Ziele ist das Südkarelische Museum, das im nördlichen Teil der Festung untergebracht wurde. Es präsentiert seinen Gästen beeindruckende karelische Trachten. Daneben beheimatet es Exponate, die aus der früher finnischen Stadt Vyborg stammen. Überaus interessant ist zugleich das Modell der Stadt. Die Festungswache von Lappeenranta beheimatet heute ein Kavalleriemuseum, das neben zahlreichen Uniformen verschiedene Sättel und Waffen der finnischen Kavallerie präsentiert. Daneben beheimatet das Gebiet der alten Festung ein interessantes Kunstmuseum.

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