Nationalparks in Island



Islands Nationalparks

Dampfende Lavafelder, heiße Quellen und Geysire, Eiskappen und Gletscher – Islands Landschaft ist beeindruckend schön und von einer ursprünglichen Wildheit. Hier sind die Naturgewalten allgegenwärtig. Sie haben das Bild der Insel maßgeblich geprägt und verändern es noch immer beständig.

Jokulsarlon Island
Jokulsarlon Island

Island ist eine Insel der Gletscher und Vulkane. Fünf größere und zahlreiche kleine Gletscher bedecken mit einer Gesamtfläche von rund 11.800 Quadratkilometern mehr als 11% der Landfläche. Gleichzeitig gibt es etwa 31 aktive Vulkansysteme. Sie bestimmen das Landschaftsbild zusammen mit zahlreichen Flüssen und Seen, endlos weiten Sander- und Wüstenlandschaften, Lavafeldern in skurrilen Formationen und spektakulären Wasserfällen.

Auch die Vegetation ist bemerkenswert. Neben zahlreichen Moosarten, die die Landschaft stellenweise mit einem leuchtend grünen Teppich überziehen, wachsen hier kleinere Bäume und viele geschützte Pflanzenarten. Die Klippen sind zudem beliebte Brutplätze verschiedener Seevögel, darunter Papageientaucher oder Eissturmvögel. In den Bergen nisten Seeadler und Polarfüchse durchstreifen die Gegend.

Durch die dünne Besiedlung des Landes, dessen lediglich 300.000 Einwohner überwiegend an den Küsten leben, ist das Inland praktisch menschenleer. Zudem gibt es kaum Umweltverschmutzungen durch Industrieanlagen. Diesen Umständen ist es zu verdanken, dass Islands außergewöhnliche Natur so unberührt geblieben ist.

Der Erhalt der großen Artenvielfalt sowie der natürlichen und kulturellen Schätze liegt den Isländern sehr am Herzen. Drei Nationalparks wurden bisher eingerichtet, von denen jeder seine ganz besonderen Sehenswürdigkeiten bietet. Wer die isländische Natur unmittelbar erleben möchte, findet hier paradiesische Bedingungen vor.

Vatnajökull-Nationalpark
 
Mit rund 12.000 Quadratkilometern Fläche ist der erst 2008 gegründete Vatnajökull-Nationalpark das größte Naturschutzgebiet dieser Art in ganz Europa. Das gesamte Areal strahlt mit seinen Lava-Formationen, Sanddünen, Bergen und Gletschern eine schroffe, wilde Schönheit aus. Herzstück ist der monumentale Gletscher Vatnajökull, dessen Eisschicht eine Stärke von mehr als einem Kilometer erreicht.

Das Zusammenspiel der Naturgewalten von Feuer und Eis lässt sich in diesem Nationalpark auf einzigartige Weise erleben. Der Gletscher ist von sechs Vulkanen umgeben, die immer wieder Teile des Eises zum Schmelzen bringen. Die sich daraufhin ins Tal ergießenden Fluten sind ein einmaliger Anblick.

Zu den Highlights gehört auch Svartifoss, der „schwarze Wasserfall“. Seinen Namen verdankt er dem schwarzen Basaltgestein, über dessen Felskante er schäumend 12 Meter in die Tiefe stürzt. Damit ist er zwar bei Weitem nicht der größte, aber sicherlich einer der schönsten Wasserfälle Islands.

In der hufeisenförmigen Schlucht Ásbyrgi im Norden des Parks bilden faszinierende Canyons ein Labyrinth zwischen den vulkanischen Bergen. Vor ihrem Eingang ragt mitten in der Ebene der Felsen Eyjan, „die Insel“ 25 Meter in die Höhe.

Besonders Wanderer finden hier hervorragende Bedingungen und traumhafte, teilweise gut beschilderte Routen vor. Als Ausgangspunkt bietet sich jeweils eines der Besucherzentren an, deren Anzahl bis zum Jahre 2012 auf insgesamt sechs ausgebaut werden soll. Dort erhalten Touristen umfangreiche Informationen. Einen Besuch wert ist auch der Museumshof, in dessen Nähe sich der Campinplatz mit einzigartigem Panorama befindet.

Der Gletschersee Jökulsárlón
 
Zwar nicht direkt im Nationalpark gelegen, aber unmittelbar daran angrenzend befindet sich der bis zu 200 Meter tiefe Gletschersee Jökulsárlón. Hier lässt sich das faszinierende Naturschauspiel des Gletscher-Kalbens beobachten. Unter mächtigem Grollen und Donnern brechen riesige Stücke Eis aus dem Gletscher, fallen ins Wasser und treiben anschließend leuchtend blau auf dem See.

Nationalpark Thingvellir

Nur etwa 40 Kilometer östlich der Hauptstadt Reykjavik liegt der Nationalpark Thingvellir, Er bietet nicht nur eine beeindruckende Landschaft – auf seinem Areal befindet sich auch einer der geschichtsträchtigsten Orte Islands.

Bereits um 930 wurde hier einmal jährlich die Althing abgehalten, eine traditionelle Versammlung mit gesetzgebender und gerichtlicher Funktion. Bis zu 4.000 Menschen kamen in diesem ersten Parlament zusammen und markierten damit die Gründung des isländischen Staates. Heute zeugen lediglich einige überwachsene Steinmauern am Rande des Platzes von den damaligen Lagerstätten.

Erst 1798, nachdem Island im 13. Jahrhundert seine Unabhängigkeit zunächst an Norwegen und später an Dänemark verlor, lösten die Dänen die Althing auf. 1944 kam der Ort nochmals zu Ehren, als hier die Republik Island ausgerufen wurde.

Bereits 1930, zum 1000-jährigen Jubiläum der Althing, wurde Thingvellir zum Nationalpark erklärt und 2004 sogar in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Mit dem Wasserfall Gullfoss und den Geysiren des Haukadalur gehört er zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands. Sein Gebiet liegt im tektonischen Graben zwischen der amerikanischen und der europäischen Kontinentalplatte. Erdbeben, riesige Rissen und eine kilometerlange Spalte, die jährlich um etwa zwei Zentimeter an Breite gewinnt, zeugen von den ungeheuren Kräften, die hier wirken. Besonders bekannt und eindrucksvoll sind die Silfra-Spalte und die Almannagjá (Allmänner-Schlucht).
 
Der 83 Quadratkilometer große und bis zu 114m tiefe Þingvallavatn ist der größte Binnensee des Landes. Er beheimatet Fischarten, die in keinem anderen Gewässer vorkommen. Im Norden ragt der Schildvulkan Skjaldbreiður 1060 Meter hoch in den Himmel, im Süden steigen die Dampfschwaden des Thermalgebietes Nesjar auf. Hier liegt auch Hengill, eines von insgesamt vier aktiven Vulkansystemen der westlichen aktiven Vulkan- und Riftzone. Die drei weiteren sind Hrómundartindur, Hrafnabjörg und Prestahnjúkur.

Der Snaefellsjökull-Nationalpark
 
Namensgeber des Nationalparks ist der Zentralvulkan und Gletscher Snaefellsjökull, einer der malerischsten Berge Islands. Mit stolzen 1450 Metern Höhe und einem leuchtend weißen Mantel aus Eis und Schnee ist er an klaren Tagen sogar vom 120 Kilometer entfernten Reykjavik aus zu sehen. Um den Berg und seine Umgebung ranken sich viele Mythen und Geschichten. Man sagt, er verfüge über besondere Energien. Das wohl bekannteste Werk, das ihn erwähnt, ist Jule Vernes Roman „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, in dem der Zugang ins Erdinnere durch seinen Krater führt.

Das Park-Gebiet umfasst ein Stück Küste, in deren Süden die Felstürme Lóndrangar steil aus dem Meer ragen. Bei ihnen handelt es sich vermutlich um alte Vulkanschlote. In Ólafsvík werden Walbeobachtungstouren per Boot angeboten…

Bei Málarrif  stehen zwei imposante, einzelne Lavasäulen, die, wie viele Naturschauspiele in Island, mit eigenen Namen versehen sind. Passend zur oft verwunschen wirkenden Landschaft und dem Glauben vieler Isländer an Fabelwesen, wird die größere „Elfenwächter“ oder auch „christliche Säule“, die kleinere „Elfenbibliothek“ oder auch „heidnische Säule“ genannt.

Gegründet wurde der 167 Quadratkilometer große Nationalpark im Jahre 2001. Er ist mit einem Hauptbüro in Hellisandur, einem Ausstellungsraum in Hellnar und einem gut ausgebauten Wander- und Reitwegenetz ausgestattet. Auch geführte Wanderungen und Gletschertouren werden angeboten.

Neben dem Erhalt der faszinierenden Natur dient der Park dem Schutz der Überreste menschlicher Siedlungen, wie beispielsweise des im 16. Jahrhundert bedeutenden Fischereizentrums Dritvík. Vier unterschiedlich schwere Steine zeugen von der Aufnahmetradition der Fischergilde. Jeder Anwärter musste mindestens 49 Kilogramm heben, um ihr beitreten zu können. An der westlichsten Spitze Islands, nahe Beruvík sind weitere Reste einer Ansiedlung erkennbar. Hier steht zudem ein Leuchtturm.

Text: Katrin van Herck



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