Lappland



Lappland – die raue Seite Finnlands

Nur wenige nehmen den Weg in den Norden Finnlands auf sich – in eine Region, die durch Wildnis, raue Dramatik und schier nie enden wollende Weiten geprägt wird.

Die Kuusamo-Region, Lappland, Finnland
Die Kuusamo-Region, Lappland, Finnland

Im Norden Finnlands öffnet mit Lappland eine Region ihre Pforten, deren Superlative für viele unvorstellbar sind. Lappland hat sich bis heute die Ursprünglichkeit bewahren können, die die Region seit jeher zu einem Superlativ macht. Es ist vor allem die Natur, die der Schatz Nordfinnlands ist und die Lappland mit Fingerspitzengefühl zum Leben erweckt. Sie ist ein Paradies für Aussteiger, für Individualisten und für diejenigen, die auf der Suche nach Besonderheiten sind. Gern wird Finnisch-Lappland heute als die letzte wirkliche Wildnis Europas bezeichnet.

Doch es ist längst nicht nur die Natur, die Lappland zu einer Augenweide macht. Keine andere Region in Finnland verfügt über eine solch geringe Besiedlung. Statistisch leben auf einem Quadratkilometer nur 2,2 Menschen. Lappland ist in weiten Teilen unbesiedelt und vermittelt abseits der wenigen Orte ein schier grenzenloses Gefühl von Freiheit. Die Region nimmt rund 30 Prozent der Landesfläche ein und offenbart sich noch heute als Gebiet, das an alten Traditionen festhält. So wird in Lappland sowohl Finnisch als auch Samisch gesprochen. Noch immer sind die Samen in vielen Orten zu finden. Sie leben traditionell, halten an den eigenen Wurzeln fest und zeigen sich mit einer Vielfalt, die ihres Gleichen sucht. Im Süden wird Lappland größtenteils durch Wald geprägt. Hingegen trifft man im Norden auf ein Gebiet, das durch baumlose Tundra und Sümpfe gezeichnet wird. Es gibt Tage, an denen der Norden Lapplands einen trostlosen Eindruck hinterlässt. Zu anderen Zeiten gleicht er einer Sinfonie für die Sinne und einem Paradies, das außergewöhnlich und unvergesslich zugleich ist.

Menschenleere Einsamkeit entdecken

Es ist eine menschleere Einsamkeit, die Lappland prägt und die die Region zu einem Kleinod für die Sinne macht. Auf einer beeindruckenden Fläche leben bis heute nur rund 188.000 Menschen. Von denen sind 7.000 Samen. Die Hauptstadt und das Verwaltungszentrum Lapplands ist Rovaniemi. Rovaniemi liegt einige Kilometer südlich des Polarkreises und gehört zu den bekanntesten Zielen von Touristen. Obwohl sich mit ihr eine doch moderne Stadt präsentiert, sind die Ursprünge Rovaniemis allgegenwärtig.

Finnisch-Lappland erstreckt sich über eine beeindruckende Fläche von 94.000 km² und zeigt sich als ein waldbedecktes Hügel und Sumpfland, das außergewöhnlicher, zugleich aber auch gediegener kaum sein könnte. Doch trotz der seichten Landschaftzüge zeigt sich Lappi, wie die Region von den Einheimischen genannt wird, oft mit einer gewissen Dramatik, die zweifelsohne für besondere Eindrücke sorgt. Das Landschaftsbild von Finnisch-Lappland ähnelt in vielen Bereichen dem Norden Schwedens, jedoch erreicht es nicht die gleichen Höhen. Lediglich im äußersten Nordwesten wird Nordfinnland durch imposante Höhen geprägt. In dieser Region reicht Lappland in das skandinavische Hochgebirge hinein. Als höchster Berg ragt der Haltitunturi 1328 Meter gen Himmel.

Bis heute dominiert Wald das Landschaftbild der Region. Weite Teile Lapplands werden durch schier nie enden wollende Wälder bedeckt. Während im Süden die Fichte dominiert, findet man nördlich des bekannten Inarisees überwiegend Kiefern und Buchen. Sie haben sich den besonderen klimatischen Bedingungen angepasst. Höhere Lagen werden von der flechtenbedeckten Tundra geprägt. Erst in den vergangenen Jahren hielt die Moderne in Lappland Einzug. Durch den Bau mehrerer Straßen und die Errichtung von verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten wurden dem Tourismus in Nordfinnland die Türen geöffnet. Heute ist Lappland für Touristen vergleichsweise leicht erreichbar.

Die Jahreszeiten in Lappland werden durch verschiedene Extreme geprägt. Jedoch kann das Klima der Region der kontinentalen Klimazone zugesprochen werden. Die Winter in Nordfinnland sind sehr kalt und trocken. Hingegen zeichnen sich die Sommer durch Niederschlagsarmut und die relativ warmen Temperaturen aus. Während der Winter circa ein halbes Jahr dauert, sind Frühling, Sommer und Herbst sehr kurz, jedoch auch intensiv. Lappland liegt nördlich des Polarkreises, sodass der Sommer durch die Mitternachtssonne gekennzeichnet wird. Hingegen sorgt die Polarnacht im Winter für eine außergewöhnliche Stimmung, die durch die tanzenden Polarlichter am Himmel eine gewisse Magie vermittelt bekommt.

Lappland – das Land der Samen

Noch heute leben in Lappland vergleichsweise viele Samen. Sie selbst bezeichnen sich als sameh oder sabmek, was in der deutschen Sprache mit „Sumpfleute“ übersetzt werden kann. Trotz zahlreicher Untersuchungen liegt die Herkunft der Samen auch weiterhin im Dunkeln. Bekannt ist lediglich, dass ihre Sprache eng mit dem Finnischen verbunden ist. Heute werden drei Gruppen von Samen unterschieden.

Eine davon sind die nomadisierenden Bergsamen. Sie existieren kaum noch. Die Wenigen wandern jedoch noch heute regelmäßig zwischen die Wald- und Bergregionen. Die Waldsamen sind sesshaft und leben gemeinsam mit ihren Herden nur in bestimmten Regionen. Als dritte Gruppe werden die See- oder auch Fischsamen angesehen. Sie leben überwiegend vom Fischfang und folgen wie die beiden anderen einer sehr traditionellen Lebensweise. Zu den Merkmalen der Samen gehört deren beeindruckende Tracht. Die Tracht der Frauen und Männer weist deutliche Gemeinsamkeiten auf und lässt sich nur schwer voneinander unterscheiden. Der knielange Rock, der typisch für ihre Tracht ist, besteht aus einem blauen oder braunen Tuch und ist mit braunen und gelben Borten besetzt. Die Tuchhosen liegen sehr eng an und sind ebenso ein wichtiger Bestandteil der Tracht. Die Mütze, die von Männern und Frauen gleichermaßen getragen wird, besteht aus dem gleichen Stoff. Einer der bekanntesten Bestandteile der traditionellen Tracht sind die Schuhe. Sie werden durch eine aufgebogene Spitze gekennzeichnet und bestehen aus angenehm weichem Leder.

Während des Winters tragen die Samen meist einen Anzug aus Rentierfell. Trotz ihrer Bedeutung tragen die Samen ihre Tracht heute fast ausschließlich zu Feiertagen. Aus dem Alltag ist sie weitestgehend verschwunden. Einst lebten die Samen überwiegend in kleinen Holz- und Erdhütten. Für die Wandersamen waren Leinwandzelte typisch. Sie verfügten über eine Öffnung für den Rauchabzug. Der traditionelle Schlitten der Samen, der nur von einem Rentier gezogen wird, ist als pulka oder akja bekannt.

Lappland – das Land des Goldes

Lappland hat viele Gesichter, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Eine besondere Mystik und Magie geht von den Goldfunden aus, die in Lappland entdeckt wurden. Erst 1996 wurden umfangreiche Goldvorkommen in Nordfinnland entdeckt. Geologen schätzten, dass sich aus der entdeckten Ader rund zehn Tonnen Gold schürfen ließ. Dies entsprach einst einem Marktwert in Höhe von rund 165 Millionen Euro.

Noch heute ist Gold ein Thema, dass Lappland beschäftigt. Besucher, die sich auf die Spuren großer Entdecker begeben möchten, kommen in Tankavaara auf ihre Kosten. Der Ort beheimatet ein Goldmuseum, das sich mit den Goldfunden in Finnisch-Lappland beschäftigt. Zugleich können sich Besucher in Tankavaara im Goldwaschen versuchen. Bereits seit 1973 versetzt der Ort Touristen in einen Goldrausch. Besucher haben auf einem weitläufigen Gelände die Möglichkeit das Goldwaschen zu erlernen. Die erforderliche Ausrüstung wird vor Ort gestellt. Zu den weiteren Highlights gehört die umfangreiche Mineraliensammlung des Museums.

Streifzüge durch Lappland

Die meisten Menschen zieht es heute aufgrund der Natur und der einzigartigen Landschaft nach Lappland. Doch abseits dieser trifft man immer wieder auf interessante Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele, die durch außergewöhnliche Charakterzüge Begeisterung vermitteln. Die Landschaften Lapplands sind weitgehend unberührt. Große Teile dieser wurden in den vergangenen Jahren unter Schutz gestellt und laden heute als National- oder Naturparks zu Streifzügen ein. Zu den wohl bekanntesten Schutzgebieten Nordfinnlands gehören der Lemmenjoki und der Oulanka-Nationalpark. Einer Augenweide gleicht der Urho-Kekkonen-Nationalpark.

Lappland ist ein Paradies für Aktivliebhaber und wird dieser Rolle auch in vollsten Zügen gerecht. Es sind vor allem Wanderer, die den Norden Finnlands entdecken. Die Region wird von zahlreichen Wanderwegen durchzogen, die während des Sommers gern von Naturfreunden beansprucht werden. Doch auch abseits dieser bieten sich exzellente Wandermöglichkeiten. Wer in Lappland abseits der markierten Wege wandern möchte, sollte sehr viel Wert auf die eigene Ausrüstung legen. Unabdingbar sind festes Schuhwerk und gute Karten. Zudem sollten ein Kompass und ausreichend Proviant zur Ausrüstung gehören. Es gibt immer wieder Etappen, die weit entfernt von Siedlungen bewältigt werden müssen. Zugleich ist es keine Seltenheit, dass man auf Wanderungen durch Lappland über Tage hinweg keiner Menschenseele begegnet.

Typisch für Lappland sind die starken Wetterumschwünge, die oftmals tückisch sind und gerade den zahlreichen Wanderern zu schaffen machen. Grundsätzlich ist von Alleingängen durch Lappland abzuraten, denn hier trifft man auf die Wildnis, die man in anderen Regionen zweifelsohne vergebens sucht. Besucher sollten mit größter Rücksichtnahme Lappland besuchen. Das ökologische Gleichgewicht der Region ist überaus empfindlich. Die Natur wurde in diesen Gefilden sich selbst überlassen und hat sich dadurch den Zauber bewahren können, der viele Besucher begeistert. So sollten sich Besucher Lapplands vor Augen halten, dass es Jahrzehnte dauert, bis der Rost eine einzelne Blechdose vernichtet hat. Besondere Vorsicht ist während der Sommermonate gegeben. Da der Sommer in Lappland sehr trocken ist, besteht eine hohe Feuergefahr. Grundsätzlich können sich Menschen nur dann von dem Lagerplatz entfernen, wenn sichergestellt ist, dass das offene Feuer bis zur letzten Glut erloschen ist.

Finnisch-Lappland verfügt mit der Eismeerstraße über eine wichtige Verkehrsachse. Sie beginnt in Rovaniemi und folgt in ihrem Verlauf dem Norden. Eine der wichtigsten Etappen der Eismeerstraße ist das bekannte Sodankylä. Es wird heute stark durch den Tourismus geprägt. Zu den Wahrzeichen gehört die alte Kirche, die aus dem Jahr 1689 stammt. Ein Besuch von Sodankylä lohnt sich vor allem während des Sommers. Im Juni finden in der Stadt die legendären Filmfestspiele statt. Bekannt ist Finnisch-Lappland auch für die Nordlichtroute. Sie beginnt am Bottnischen Meerbusen in Simo und folgt in ihrem Verlauf bekannten Sehenswürdigkeiten und Ausflugspunkten gleichermaßen.

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